Für die tz schreibn zwoa Expertn

Dialekt-Duell vor der Fastnacht in Franken

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Da Neugirg Norbert.

Minga - Weil Dialekt beim Fasching des Ollerwichtigste is, schreibn in der tz der Neugirg Norbert und der Händel Bernd ganz exklusiv: Wos is des Scheene an eahnam Dialekt – Fränkisch oder Oberpfälzisch?

Dieser Text stammt aus der tz-Ausgabe vom Freitag, 21.02.2014, die komplett auf Bairisch erscheint. Die Erklärung dazu lesen Sie hier, mehr Texte finden Sie auf dieser Übersichtsseite.

De Faschingsleid und Narren aus ganz Bayern zoin scho de Stunden: Freidog aufd’Nacht werd de „Fastnacht in Franken“ wieder Millionen Zuschauer vorn Fernseher hoin! Es soi wieder den bewährtn Mix gehm aus Polit-Pointen, Alltagshumor, Musi und Danzakrobatik – und de Polit-Prominenz derf si wieder auf spitze Pointn gfasst macha. A Großteil vom bayerischen Kabinett hod scho gsagt, dass a kimmt. Und moi schaun, wia si der oa oder andre Minister wieder verkleidn werd. Bsonders lustig is jeds Johr in Veitshöchheim der Auftritt vo der Altneihauser Feierwehrkapelln. Dene eahna Kommandant Norbert Neugirg is bekannt für seine staubtrockna, zum Teil greimtn Sprüch. Er is ois „Bsuach“ do vo der benachbartn Oberpfoiz, während ansunstn de Sprüchmacha aus Frankn des Sogn ham. So wia der Bernd Händel, der ois Sitzungspräsident natürlich auf Fränkisch durchs Programm führt. Weil der Dialekt do des Ollerwichtigste is, schreibn in der tz der Neugirg Norbert und der Händel Bernd ganz exklusiv: Wos is des Scheene an eahnam Dialekt – Fränkisch oder Oberpfälzisch?

Andrea Stinglwagner

Auf Oberpfälzisch

Saas wöidarawöill!

Mia in da Oberpfalz saan frouch, dass mir sua weit vo Minchn weeg saan. Sua hom ma unan Rouh vor dem ganzn Gschwerl, des uns unan Dialekt versaua kannt. Grood in da heidinga Zeid zeigt sa se wieda, dass gscheida is, wenn ma wecha dem Preißngsooch und dem englischn Gwaawl sein Dialekt niat aafgit. Des Gschreibsl dou kann da NSA ruhich lesn oda mit seine amerikanischn Ouan oohäian, wenns n oina vierleest. Dou wern sa se oaschaua, dai neigiringa Sauhund. Dai dumma Lätschn mecht i seagn!

Dou wirds ihna an Vuagl aßahaua, wenn ihnan ihra Rechnmaschi dampft, wail’s allawail „ou“ aafnimmt und moint, dees maißat Englisch saa und derawail is goua niat Englisch sondan Oberpfälzisch. Des oberpfälzische „ou“ ist nämli genau desselwe wai die Ami ihra „ou“ und des hom dai vo uns. An Christoph Kolumbus sa Steiermaa wor nämli a Oberpfälzer und vo dem hom sie die Ami des „ou“ ooghäiat. Iwahaabt hout sie da Ami nu nie wos selwa aasdenkt. Dai hom doch alles vo dene, die wou d’ Nout zu die Ami triebn hout oder von dene, die wou sa se untan Nogl grissn hom. Alles oogschaut oder zammagstulln! Tüpisch Ami und heind luasns alle dai aas, dene wous vorher eingredt hom, ma maißat unbedingt in da Houchsprouch oder, nu besser, Englisch redn. I hoff also, dass sie d Ami iatz gscheid erchan, wails nix verstenga und iatz am End san mit ihram Ladein, des wous aa niat selwa dafuna hom.

Insofern gfreits mi, dass i den oberpfälzischen Dialekt nu koa. Des is a Sprouch für Aasbichte und dou moußt scha a boar Hirnschleich mehra hom wia dai windinga NSA-Rindvaicha, wennst in unan Dialekt durchsteign mechst. Also an alle, die wou des lesn kiena: Daits den Dialekt pflegn. Des is a abhörsichare Sprouch. Dai wern ma nu amal noutwendi brauchn, wenn des mit die Ami und ihram NSA-Gluas sua weidagäit. Trauts dene Hundskrippl niat und - saas wöidarawöill - bleibts a gsunds Trumm urig!

Da Neugirg Norbert 

Auf Fränkisch

Bernd Händel (Faschingsdoldi).

Fränkisch is einfach, direkt und mer konn schwieriche Sachen schöi korz (=kurz) zammfassen. Aff an Nenner bringä sozusoong. Wenn aaner sacht: „Veroll di, du Doldi“, dann ist das korz und bündich, maand obber wos weidaus Umfangreicheres. Auf Hochdeitsch hasst des su vill wöi: „Gehe mir aus den Augen, du intellektuell nicht ganz auf der Höhe seiendes Wesen“. Fränkisch hat halt ganz dolle Ausdrück. Ner blous des Wort „Wackerla“ für ein Kleinkind oder „Schneckerla“ für sein Allerliebstes Herzblatt ist an verbaler Zärtlichkeit von kann andern Dialekt zu überbieten. A Wördder wöi: Oozullds Buddlersbaa (= abgenagter Hühnerknochen) oder der Begriff: „dahergschissen kumma“, was so vill wöi „unerwünscht auftauchen“ bedeuded. In kann andern Dialekt findst du solche abgfahrner Begriffe. Diese Urwüchsichkeit und auch Widersprüchlichkeit der fränkischen Sprouch macht sie wie geschaffen für witzige Vorträch – groud im Fasching!. Denn genau dess is des, wos mä als typisch fränkischen Humors bezeichnet. Ma bleibt audendisch, die Franken erkenner sich widder in dem, was döi Kaschber in der Fasnacht von sich geehm. Kurzum ma nimmt ihner des ab, woss sie soong. Der Franke erkennt sofort, ob er an „Maulaffen“ (= Angeber) vuur sich hat odder an „Echten“, ern Audendischen sozusoong. Und wall mir in der Fernsehsitzung fast nur Audendische drinn homm, desweng seengs die Leid su gern und schalten ei. A wenns ned aus Franken sin. Jou Werkli!

Bernd Händel (Faschingsdoldi)

„Fastnacht in Franken“

Freidog, 19 Uhr, BR

Quelle: tz

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