Am Samstag große Show in der ARD

Dieter Thomas Heck im tz-Interview: "Schlager ist mein Leben"

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"Das große Schlagerfest" kommt am Samstag mit Dieter Thomas Heck und Florian Silbereisen.

München - Jahrzehnte lang moderierte Dieter Thomas Heck die größten Schlagersendungen im deutschen Fernsehen. Im tz-Interview spricht die TV-Legende auch über das heutige Programm.

Er war Mister Hitparade und der Schnellsprecher im deutschen Fernsehen: Dieter Thomas Heck (78). Früher holte er die größten Schlagerstars in seine ZDF-Show, präsentierte bis ins Jahr 2007 Melodien für Millionen. Am heutigen Samstag veranstaltet Florian Silbereisen die Live-Show Das große Schlagerfest in der ARD. Mit Andrea Berg, Heino, Roland Kaiser, Matthias Reim und - TV-Legende Heck, der schon lange mit seiner Ehefrau Ragnhild in Spanien lebt. Die tz sprach mit dem Entertainer im Ruhestand.

Herr Heck, Sie sind Ehrengast in „Das große Schlagerfest“ der ARD am Samstag – aufgeregt?

Dieter Thomas Heck: Nö. Ich sitze ganz tiefenentspannt beim Frühstück auf meiner Terrasse – es ist schließlich schon alles im Kasten.

Wie das?

Heck: Florian Silbereisen hat mich mit vier Mann in meinem Zuhause in Spanien besucht und mit mir in Schlagererinnerungen geschwelgt. Das zeigen sie dann in der Show. Ich bin sehr gespannt!

Welche Rolle spielt der Schlager denn noch in Ihrem Leben?

Heck: Eine große! Er begleitet mich täglich, weil ich ständig irgendetwas vor mich hinpfeife oder singe. Am liebsten unter der Dusche. Es hallt so schön im Badezimmer.

Welches sind denn Ihre Lieblingsschlager?

Heck: Oh, da muss ich mich hinsetzen und in mich gehen. Nicht dass ich einen wichtigen vergesse … Aber wenn Sie mich nach Künstlern fragen, dann denke ich spontan an Cindy & Bert, die waren immer extrem gut. Dann natürlich Bernd Clüver – ein Junge mit einer ungeheuren Stimme und einer unglaublichen Ausstrahlung. Und natürlich Howard Carpendale. Wenn Howie mit alten Sachen kam, ach, der ist ja heute noch so modern.

Haben Sie denn noch Kontakt zu Künstlern, deren Karriere Sie begleitet haben?

Heck: Einige sehe ich immer noch. Und es tut mir wahnsinnig leid, dass Bernd Clüver nicht mehr lebt. Mit ihm habe ich mich sehr oft getroffen. Er hat ja auf Mallorca gelebt und ist immer wieder mal schnell zu mir aufs Festland geflogen. Wir hatten viele schöne Abende.

Was macht einen guten Schlager aus?

Heck: Er muss professionell, also gut gemacht sein. Und ich muss fühlen, dass da einer saß, der gesagt hat: Jetzt schreib ich einen Hit. Und den hat er dann geschrieben.

Sie sind Showmensch im Ruhestand. Wie war es, jetzt wieder vor der Kamera zu stehen?

Heck: Dieses Kribbeln war gleich wieder da. Wer kein Lampenfieber spürt, ist im falschen Beruf.

Haben Sie manchmal Sehnsucht nach dem Studio?

Heck: Nein. Also, ich bin keiner, der etwas hinterhertrauert. Ich habe so lange Fernsehen und so unfassbar viele Sendungen gemacht. Ich seh’ die ja immer noch, weil sie ständig wiederholt werden. Wenn ich so rumzappe, frage ich mich manchmal: Was haben die anderen eigentlich gemacht?

Im Gegensatz zu vielen Ihrer Kollegen ist Ihnen ein eleganter Abschied vom Fernsehen geglückt. Fiel Ihnen der Schritt damals schwer?

Heck: Ja, Gott, natürlich fällt dir das schwer, wenn du auf einmal keine Sendung mehr machst. Das ist ein Abschied – und der schmerzt. Aber jeder, der im Showgeschäft anfängt, sollte sich auch überlegen, wann er wieder aufhört. Dieses Hängen an einer Sendung, dieses immer wieder von vorne anfangen auch mit kleineren Shows – das ist unwürdig.

Beobachten Sie denn noch die deutsche Unterhaltungsbranche?

Heck: Ja, natürlich. So einen Mann wie Florian Silbereisen beispielsweise. Der hat seine eigene Art. Und das ist für einen Moderator enorm wichtig. Man darf sich die persönlichen Eigenheiten vom Fernsehen nicht abnehmen lassen. Dann wird’s langweilig.

Sie haben vor ein paar Jahren Ihr Anwesen in Deutschland verkauft und sind komplett nach Spanien gezogen. Warum?

Heck: Wegen des Wetters. Dieses ewige Schmuddelwetter in Deutschland hat mich fertiggemacht. Ich bin jemand, der bei Sonne sofort gute Laune kriegt.

Sprechen Sie denn Spanisch?

Heck: Manche Menschen behaupten Ja, aber ich sage Nein. Also zum Einkaufen reicht’s, aber dann hört’s auch schon auf. Meine Frau spricht sehr gut Spanisch und hat es hier unten gelernt.

Würden Sie denn sagen, dass Spanien Ihre neue Heimat ist?

Heck: Nein. Heimat ist für mich Deutschland. Punkt. Da führt kein Weg dran vorbei. Aber das Wetter sorgt für mein Wohlbefinden, und das ist im Alter schon enorm wichtig.

Wie geht es Ihnen denn?

Heck: Gut. Ich genieße mein Leben hier, bin viel draußen und frühstücke gern ausgiebig. Heute kann ich es mir ja erlauben, weil ich nicht mehr auf mein Gewicht achten muss. Das war zu Fernsehzeiten schon anders. Vor der Kamera lassen sich ein paar Kilos zu viel nur schwer verstecken.

Könnten Sie sich eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen oder ist das ausgeschlossen?

Heck: Das Wort nie gibt es in meinem Wortschatz nicht. Das ist absoluter Quatsch. Du wirst immer wieder Dinge tun, von denen du gestern noch dachtest, dass sie unmöglich sind. Insofern schließe ich nichts aus.

„Das große Schlagerfest“, Samstag, 20.15 Uhr, ARD

Quelle: tz

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