tz-Interview

Dschungelcamp-Autor: "Georgina tat mir Leid"

Gag-­Garant im Dschungel: Micky ­Beisenherz (l.) schreibt die bissigen Kommentare für Sonja Zietlow und Daniel Hartwig (r., mit Joey Heindle, Dschungel-König von 2013).

München - Unter Deutschlands C-Promis ist er gefürchtet wie kein zweiter: Seit 2009 liefert Gag-Autor Micky Beisenherz die bitterbösen Kommentare für das Moderatorenteam des Dschungelcamps.

Ab dem 17. Januar wird der 36-Jährige mit seinem Kollegen Jens Oliver Haas, dem Ehemann von Frontfrau Sonja Zietlow, elf neue Kandidaten aufs Korn nehmen. Dann heißt es bei RTL wieder Ich bin ein Star – holt mich hier raus! Die tz sprach mit Beisenherz über die achte Staffel im Baumhaus:

Herr Beisenherz, haben Sie schon das Moskitonetz und ein paar Ohrenstöpsel gegen lautes Promi-Geschrei eingepackt?

Micky Beisenherz: Ach, was. Wir beiden Autoren hocken ja nicht im Dschungelklo und ­schreiben dort. Wenn es uns zu laut wird, drehen wir die Monitore leiser.

Auf wen freuen Sie sich am meisten?

Beisenherz: Auf meinen Freund Olli Haas, mit dem ich mir wieder die Nächte um die Ohren schlagen darf.

Ich dachte mehr so an die Kandidaten ...

Beisenherz: Na ja, wenn die Bild-Zeitung recht hat (und hat die jemals gelogen?), dann dürfte uns ein speckiger Prekariats-Chansonnier aus Dinslaken eine Menge Freude bereiten.

Wer war denn bisher, in all den Jahren, die dankbarste Figur?

Beisenherz: Sarah Dingens war sicherlich die prägendste Figur. Und Peter Bond natürlich. Aber fragen Sie mich das bitte noch mal im Februar, wenn der ­Wendler da war.

Von wem waren Sie nachhaltig ehrlich beeindruckt?

Beisenherz: Von den Menschen, die sich hinter den Kulissen um die psychologische Betreuung der Kandidaten gekümmert haben. Gott weiß, wo sie ihre Kraft hernehmen, sich all das anzuhören.

Wie gut kennen Sie sich eigentlich in der B-, C-, und D-Promi-Welt aus? Mussten Sie schon mal einen Gast „nachschlagen“?

Beisenherz: Tatsächlich ist bei einigen der Wikipedia-Eintrag kürzer als der Nachname. Bei Rocco Stark zum Beispiel war ich für das begleitende Dossier sehr dankbar.

Gab es jemanden, der Ihnen im Nachhinein leid tat?

Beisenherz: Ja. Georgina. Aber nicht wegen des Dschungels jetzt. Eher generell.

Haben Sie sich schon mal für etwas entschuldigt?

Beisenherz: Im Februar war das. Bei diversen Onkels und Tanten auf dem 65. Geburtstag meiner Mutter. Für die Grimme-Preis-Nominierung. So weit ­hätte es nie kommen dürfen.

Wen hätten Sie denn gern mal dabei?

Beisenherz: Hans Peter Friedrich wäre schön. Als Landwirtschaftsminister hat er die politische Karriere praktisch hinter sich, kann Flora und Fauna studieren – und den politisch Unkundigen verkaufen wir ihn einfach als den Trommler von den Flippers.

Ich hätte jetzt eher auf Boris Becker getippt, den nehmen Sie ja gern mal via Twitter auseinander. Wäre er ein Gewinn für den Dschungel?

Beisenherz: Soweit ich weiß, nimmt der sich da in erster Linie selbst auseinander. Ein Gewinn wäre er ganz gewiss, aber jetzt ist er ja mit Novak Djokovic als Trainer unterwegs. Soweit ich weiß, sogar direkt bei uns um die Ecke. Also, wenn er das Land so mag, hätte er nicht zu den Australian Open fliegen müssen – wir hätten ihn auch mitgenommen.

Sind Sie eigentlich als Kind auf dem Schulhof gemobbt worden und haben sich irgendwann überlegt, im großen Stil Rache zu nehmen?

Beisenherz: Um ehrlich zu sein, kam ich eigentlich gut klar. Ich hab mit dem Wasserkocher im Oberstufenraum Lumumba gemacht – solche Typen sind nie wirklich unbeliebt.

Glauben Sie an Karma? Dann dürften Sie doch Angst davor haben, irgendwann für Ihre bösen Worte die Quittung zu bekommen...

Beisenherz: Privat bin ich zu niemandem böse. Ganz im Gegenteil. Da bin ich fast von erschreckender Harmonieaffinität. Da können sie meine Oma fragen.

Wie oft passiert es, dass Sie auch zu Hause zu frech sind und ermahnt werden müssen?

Beisenherz: Meine Frau hat ­unlängst spontan und ironiefrei folgenden Satz rausgehauen: „Unter meiner Führung wird es das nicht geben!“ Ich glaube, da ging es darum, sich ’nen Bart wachsen zu lassen oder so. Sie sehen also, zu Hause hab ich nicht viel zu melden.

Haben Sie selbst schon mal, nur so zum Spaß, eine Dschungel-Prüfung absolviert? Was wäre das Grauen: die Schlangen­grube? Die Stier-Hoden-Mahlzeit?

Beisenherz: Stierhoden gingen ja noch. Dieses halbe Kilo Kakerlakensülze fänd’ ich hart. Zumal ich Sülze sehr ekelig finde. Tatsächlich habe ich noch keine Dschungelprüfung absolviert. Also, abgesehen davon, einigen Promis auf der Aftershowparty zu begegnen.

Wie sehr fehlt Dirk Bach in dieser Show?

Beisenherz: Dirk wird uns immer fehlen. Menschlich, hinter den Kulissen, aber auch vor der Kamera – seine ganz spezielle Art fehlt, die diese Show geprägt hat. An diese Stelle tritt jetzt Daniel Hartwigs eigene Art. Die für unsere Show wiederum auch ein Gewinn ist. Er macht das ja prima.

Sonja Zietlow gilt als intelligent und zielstrebig. Eine Frau, die ihren eigenen Kopf hat. Wie ­häufig ufern Ihre Anmoderationen für Sie in endlosen Diskussionen aus?

Beisenherz: Allein dadurch, dass zwischen der ersten Buchfassung und dem Beginn der Live-Show gerade mal fünf Stunden liegen, ist langem Palaver ein natürliches Ende gesetzt. Davon abgesehen: Endlose Diskussionen, Tränen und Wut gehören nicht in ein Fernsehstudio – dafür hat sie ihren Ehemann dabei.

Haben Sie keine Angst, bei zwei Wochen Dschungelcamp-Dummzeug völlig zu verblöden?

Beisenherz: Also, nur noch mal, falls das nicht klar sein sollte: Ich bin einer der beiden Autoren. Ich gehe nicht unten ins Camp.

Interview: Michael Knippenkötter

Quelle: tz

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