„Da fragen Sie am besten Herrn Raab“

ESC: Stefan Raab und ARD - brisante Verhandlungen zu TV-Show kommen jetzt ans Licht

Nach der Absage des ESC 2020 wegen der Corona-Krise konkurrieren zwei Sender mit Ersatzshows. Zu einer Sendung gibt es eine spannende Vorgeschichte.

  • Nach der Absage des ESC 2020 gibt es im deutschen Fernsehen drei Ersatzshows.
  • Eine davon - der „Free European Song Contest“ - wurde von Stefan Raab produziert.
  • Jetzt wurde bekannt: Die ARD wollte den beliebten Moderator für eine Zusammenarbeit gewinnen. 

München - Vor einigen Wochen ist der Eurovision Song Contest 2020 von der Europäischen Rundfunkunion wegen der Corona-Pandemie ersatzlos gestrichen worden. Der ESC* hätte vom 16. bis 20. Mai in der niederländischen Stadt Rotterdam stattfinden sollen. Ben Dolic sollte Deutschland vertreten.

Singen wird Dolic, der 2018 als Zweiter bei „The Voice of Germany“ bekannt wurde, am 16 Mai trotzdem - und zwar in der ARD. Als Ersatz für den ESC strahlt der Sender gleich zwei Sendungen aus. Ab 20.15 Uhr werden in "Eurovision Song Contest 2020 - Das deutsche Finale" zehn Finalisten singen, die am 9. Mai in der Sendung "World Wide Wohnzimmer - das ESC Halbfinale 2020" aus 41 internationalen Musikern von den Zuschauern ausgewählt werden. Übertragen wird sie bei ARD One. Das Finale steigt eine Woche später unter anderem mit einem Live-Act von Ben Dolic, der „Violent Thing“ performt.

ESC 2020: Nach Absage drei konkurrierende Shows im deutschen TV

Ab 22 Uhr sendet das Erste zudem die internationale Show "Europe Shine a Light". Darin sollen Musiker geehrt werden, die eigentlich beim ESC 2020 auftreten sollten. Zur Krönung singen alle - virtuell - das Lied "Love Shine A Light" von Katrina and the Waves.

Dann wäre da noch eine dritte Sendung: Auch ab 20.15 Uhr läuft bei ProSieben der "Free European Song Contest", der von Stefan Raab produziert wurde. In der Show sollen sollen bekannte Sänger für ihre jeweiligen Länder singen. Am Ende bestimmen die Zuschauer in ESC-Manier den Sieger.

Ersatzshow für ESC 2020: ARD wollte Stefan Raab verpflichten

Und zu eben jener Sendung gibt es eine brisante Vorgeschichte. ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sagte jetzt dem News-Portal watson, dass bereits am Tag der ESC-Absage feststand, dass das Erste eine Ersatzsendung am 16. Mai ausstrahlen werde. Und dafür wollte die ARD Stefan Raab! Schreiber sagte weiter, dass er mit dem beliebten Moderator ein alternatives Programm konzipiert und dieses der Europäischen Rundfunkunion vorgeschlagen hatte. Letztlich sei dieses jedoch abgelehnt worden.

Zu einer andersartigen Zusammenarbeit sei es aber nicht mehr gekommen, da Raab in der Zwischenzeit seine eigene Show plante. "Dass Stefan Raab hier für seine Firma und sich eine Marktlücke sah, dürfte niemanden überraschen“, konstatierte Schreiber ernüchtert. Im Gespräch mit watson wird deutlich, dass der ARD-Mann noch angekratzt ist. „Mein Angebot lag ja vor“, sagte er. Wieso es nicht zu einem Deal kam? „Da fragen Sie am besten Herrn Raab.“ Und ob er nun eine starke Konkurrenz befürchtet: „Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden sich richtig entscheiden.“

Stefan Raab hat schon viele TV-Shows entworfen. Seine neue Casting-Idee „Famemaker“ klingt vielversprechend. Carolin Kebekus und Luke Mockridge sitzen in der Jury.

Jetzt legte er erneut nach: Raab kündigte die nächste neue Show an - allerdings nicht für ProSieben.

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Kay Nietfeld

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