Finale vor 100 Millionen Zuschauern

Welche Rolle München bei der irren Lichter-Show des ESC spielt

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Das Unternehmen Osram beleuchtet in Wien das Rathaus.

Wien - Ganz Europa ist im ESC-Fieber! Die 25 Millionen Euro teure Final-Show werden am Samstag über 100 Millionen Zuschauer sehen. Die Auftritte der Künstler werden dabei von einem gigantischen Licht-Spektakel unterstützt, das ohne ein Münchner Unternehmen so nicht möglich wäre.

Wenn am Samstag in Wien das Finale des ­Eurovision Song Contest steigt, werden die Millionen Zuschauer weltweit nicht nur schöne, schräge und vielleicht ein paar schreckliche Lieder hören, sondern auch eine irre Lichtershow erleben – und daran hat eine Münchner Firma einen immensen Anteil: Osram sorgt nämlich für modernste Licht-Technologie in der Arena und beim Public Viewing am Rathaus. „Durch unsere Lichtsysteme machen wir das größte Unterhaltungsspektakel der Welt gleichzeitig zum größten Lichttechnik-Event“, sagt Hans-Joachim Schwabe, der bei Osram den Geschäftsbereich Spezialbeleuchtung verantwortet.

Zum Vergrößern bitte hier klicken: ➊ Diese „Beamlights“ erzeugen sichtbare Lichtstrahlen ➋ Diese „Washlights“ geben der Bühne ihre Grundstimmung ➌ LED-Bildschirme hinter der Bühne ➍ Aluminium-Rohre mit eingebauten LED

In der Wiener Stadthalle werden sogenannte Moving-Head-Leuchten eingesetzt. Diese „kopfbeweglichen“ Scheinwerfer können sich rundum drehen und dabei angepasst an die Musik „eindrucksvolle Farbeffekte, Projektionen oder Lichtstrahlen erzeugen“, verspricht das Unternehmen. Die Herausforderung beim ESC sei vor allem, 40 verschiedene Shows (also die Auftritte in den Halbfinals und im Finale) mit einem übergeordneten Lichtdesign zu beleuchten. Chef-Lichttechniker Richard Gorrod empfiehlt den Fans: „Achten Sie besonders auf die Auftritte aus den Niederlanden und Serbien.“

Wien im Eurovision-Song-Contest-Fieber

Kraftvoll und sexy: Ann ­Sophie vertritt Deutschland beim „Eurovision Song Contest“.

Zuerst eine kleine Entwarnung: Ann Sophie ist fit. Sie wird am Samstagabend beim Finale des Eurovision Song Contest für Deutschland an den Start gehen. Die 24-Jährige hatte vor zwei Tagen erklärt, dass sie sich krank fühle, ein Open-Air-Termin musste sogar gestrichen werden. Doch nun geht es ihr besser und sie ist fest entschlossen, in Wien ihren größten Triumph zu feiern. „Ich habe auf jeden Fall wieder gute Laune“, sagte sie gestern.

Dass sie beim ESC überhaupt auf der Bühne stehen kann, verdankt die Hamburgerin nicht nur ihrem Talent, sondern auch einem bisher einzigartigen Zwischenfall in der Geschichte des deutschen Vorentscheids. Anfang März siegte dort der Rocksänger Andreas Kümmert haushoch vor Ann Sophie. Der Würzburger erklärte dann aber völlig überraschend seinen Rücktritt, Ann Sophie, die sich erst über ein Clubkonzert für den Vorentscheid qualifiziert hatte, rückte auf und sagt heute, dass sie damals schon „ziemlich irritiert“ gewesen sei. Wer will es ihr verdenken.

Drei Österreicherinnen moderieren (v. li.): Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler.

Von einer Karriere auf der ganz großen Bühne – davon träumte die Sängerin, die in London geboren wurde und in New York zur Schauspielschule ging, schon als junges Mädchen. „Ich wusste, dass ich ein Star werden will, als ich zum ersten Mal den Song Hit Me Baby, One More Time von Britney Spears gehört habe“, erzählt sie. Eine so große Präsenz wie Britney hat Ann Sophie vielleicht (noch) nicht. Aber sie versprüht einigen Charme, wenn sie ihr Lied Black Smoke zum besten gibt, und bietet darüber hinaus eine selbstbewusste sexy Show. Über sich selbst sagt die Dunkelhaarige, sie habe zwei Seiten: Sie sei schon sehr extrovertiert, aber auch unsicher. Doch: „Wenn es um die Bühne geht, dann fühle ich mich da zu Hause.“ Außerdem kann sie nicht nur singen, sondern spielt auch Klavier und kann nach eigenen Worten auch ein bisschen Cello und Gitarre.

Ob ihr das alles am Samstag helfen wird? Wenn es nach den Buchmachern geht, eher nicht. Die schätzen die Chancen der Deutschen eher mäßig ein. Ann Sophie ist davon unbeeindruckt: Sie verzichte auf einen Blick auf die Wettquoten, sagte sie. „Das würde mir nichts bringen. Außer negativer Energie. Mit der kann ich nichts anfangen.“ Mit welcher Startnummer sie ins Rennen geht, steht übrigens noch nicht fest. Das wird erst am heutigen Freitag ausgelost.

Conchita Wurst: Ihre Karriere nach dem Sieg

Conchita Wurst.

Sie kam, sang, polarisierte – und siegte! Conchita Wurst hat mit ihrem Erfolg im vergangenen Jahr den ESC nach Österreich geholt, Millionen von Herzen gewonnen, sicher auch Häme einstecken müssen, aber ganz ohne Zweifel in den vergangenen zwölf Monaten eine beachtliche Karriere hingelegt. Die Dragqueen mit dem Vollbart, die bürgerlich Tom Neuwirth heißt, trat im weltbekannten Varieté Crazy Horse in Paris genauso auf wie vor den ­Vereinten Nationen und dem EU-Parlament. Bei der Gala zu den US-Film- und Fernsehpreisen Golden Globes war sie dabei – und bald wird die 26-Jährige auch als Wachsfigur im Wiener Figurenkabinett von ­Madame Tussauds zu sehen sein. Ein Jahr nach ihrem Triumph ist kürzlich zudem ihr erstes Album erschienen.

Am Samstag in Wien wird sich Conchita Wurst nun als „Co-Gastgeberin“ um die Künstler kümmern. Nach dem Finale will sie dann auf Europatour gehen und auch in Ländern Station machen, in denen sie angefeindet wird. Russland sei beispielsweise denkbar – „wenn es eine entsprechende Einladung gibt“.

Quelle: tz

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