SAT.1-Dokudrama

Film über Wulff-Rücktritt feiert Premiere

+
Kai Wiesinger, der im Drama Christian Wulff spielt, und seine „Ehefrau“ Anja Kling als Bettina.

München - Die Neugier war groß: Mehr als 550 geladene Gäste drängten am Montagabend über den roten Teppich ins Berliner Kino International, um das Dokudrama "Der Rücktritt" zu sehen.

Auf den Tag genau zwei Jahre nachdem Bundespräsident Christian Wulff im Schloss Bellevue seinen Rücktritt verkündet hatte, zeigte SAT.1 den Film, der am kommenden Dienstag um 20.15 Uhr TV-Premiere feiert.

Im Blitzlichtgewitter: Kai Wiesinger, der im Drama Christian Wulff spielt, und seine „Ehefrau“ Anja Kling als Bettina. Beide spielen das Paar mit großer Würde und Respekt. „Es war uns wichtig, dass wir nicht bewerten“, sagt Wiesinger, der vor zwei Jahren vor allem über den Umgang der Menschen miteinander „schockiert war“. „Es gibt ja keinen Menschen, der von sich denkt, er sei böse oder schlecht. Jeder handelt doch in der Überzeugung, das Richtige zu tun“, so der 54-jährige Schauspieler, der mit Lebensgefährtin Bettina Zimmermann zur Premiere erschien.

Auch für Filmpartnerin Anja Kling war die Rolle der Bettina Wulff eine große Herausforderung, weil „sie ja keine fiktive Figur ist“. Sie hätte der ehemaligen First Lady gar nicht im Vorfeld begegnen wollen, so die 43-jährige Schauspielerin. „Mir war es wichtig, die Rolle wertfrei anzulegen.“

Am 17. Februar 2012 trat Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten zurück.

Der Film folgt weitgehend dem Buch der Bild-Journalisten Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch, die mit ihren Recherchen zum privaten Hauskredit von Christian Wulff, den Stein ins Rollen brachten. Produzent Nico Hofmann (Unsere Mütter, unsere Väter) würdigte vor dem Premierenpublikum deren Recherche: „Ohne diese Faktengenauigkeit wäre der Film nicht möglich gewesen“, sagte er. Und SAT.1-Fiction-Chef Joachim Ketschau erinnerte daran, dass ARD und ZDF das Projekt nicht haben wollten. „Ich danke den Öffentlich-Rechtlichen.“ Zu Recht, denn Regisseur Thomas Schadt wechselt in dem gelungenen Dokudrama geschickt Dokumentarszenen und Spielsequenzen ab. Sein Rezept: „Nicht zu viele Gefühle, sondern kritische Distanz“.

Vom TV-Drama begeistert zeigten sich u.a. Gustl Mollath, der auf Einladung von Nico Hofmann nach Berlin gereist war und die ehemalige Fürther Landrätin Gabriele Pauli an seiner Seite hatte, das Thalbach-Trio Anna, Katharina und Nellie, die Schauspielkollegen Christian Berkel und Andrea Sawatzki sowie Kai Schumann (Der Minister).

aki

Quelle: tz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Alles nur Lüge? Katrin Bauerfeind offenbart merkwürdiges Weltbild
Alles nur Lüge? Katrin Bauerfeind offenbart merkwürdiges Weltbild
“Wer wird Millionär“: Kandidatin treibt Moderator Günther Jauch zur Weißglut - „Wo ist das Problem?“
“Wer wird Millionär“: Kandidatin treibt Moderator Günther Jauch zur Weißglut - „Wo ist das Problem?“
Tim Mälzer: Drama bei „Ready to Beef“ - TV-Koch mit gemeinem Spruch gegenüber Zuschauerin
Tim Mälzer: Drama bei „Ready to Beef“ - TV-Koch mit gemeinem Spruch gegenüber Zuschauerin
"Das hat man schon Tausend Mal gesehen": Vernichtende Kritik bei Shopping Queen
"Das hat man schon Tausend Mal gesehen": Vernichtende Kritik bei Shopping Queen

Kommentare