Der neue Niederbayern-Krimi

Karlheim im tz-Interview: "Ich bin ein Cowboy"

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Kommissar Florian Lederer (Florian Karlheim) ermittelt in einem Mordfall

München - Skurril, haarsträubend, und das in echtem Niederbairisch! Am Samstag läuft der neue Niederbayern-Krimi "Paradies 505" im BR. Die tz sprach mit Hauptdarsteller Florian Karlheim.

Was hat Dackel Seppl da ausgebuddelt? Einen Zeh – von einer „Doadn“, einer Leiche! Zackig kommt Kriminalhauptkommissar Florian Lederer alias Florian Karlheim in das niederbayerische Dorf, um mit den Dorfpolizisten, allen voran Gisela Wegmeyer (Johanna Bittenbinder), den Mord aufzuklären. Paradies 505 ist nach Freiwild, Erntedank, Föhnlage und dem Bamberger Reiter ein neuer Film aus der BR-Heimatkrimi-Reihe und nach dem preisgekrönten Sau Nummer 4 der zweite Niederbayern-Krimi. Skurril, haarsträubend, und das in echtem Niederbairisch! Die irre Story, die u.a. in einer Wellness-Oase spielt, hat Regisseur Max Färberböck teils in Bad Birnbach gedreht. Die tz sprach mit Hauptdarsteller Florian Karlheim (36, bekannt aus Marienhof und München7):

Herr Karlheim, von dem ersten Niederbayernkrimi „Sau Nummer 4“ waren die Leute schon begeistert, jetzt kommt mit „Paradies 505“ der zweite Teil. Hat Ihnen die Rolle besonders Spaß gemacht?

Florian Karlheim: Ja, schon beim ersten Teil wusste man schon vom ersten Drehtag an, dass die Verantwortlichen etwas Gutes vorhaben. Sie haben sich viel Zeit genommen, die Figuren vorbereitend zu entwickeln. Wir haben versucht, durch seine Bewegung, Optik, sein Kostüm zu zeigen, dass sich der Kommissar Lederer selbst nicht ganz ernst nimmt. Mir gefällt er!

Der Lederer ist ja nicht der beliebteste in Niedernussdorf. „Der Kasperl von Straubing“ wird er im Film genannt, einer stöhnt: „Na, ned der scho wieder...“ War das grad das Lustige – grad nicht der Charmante zu sein?

Karlheim: Na, ich finde schon, dass er extrem charmant ist! Man merkt, dass da eine gesunde Verbindung zu seiner Kollegin Wegmeyer da ist. Und sie ist eine Frau! Er ist unbeeindruckt von dem kleinen Altersunterschied. Natürlich ist er unbequem. Er drückt zwar ein Auge zu, wenn die Dorfpolizisten ihren eigenen Rhythmus haben, etwa am Sonntag in der Wirtschaft in Uniform, aber irgendwann sagt er: Nun müssen wir auf die Tube drücken!

Wie viel von Ihnen persönlich steckt in der Rolle? Sind Sie zum Beispiel rechthaberisch?

Karlheim: Wenn’s nach mir geht? Nein!

Überzeugt von sich selbst?

Karlheim: Also, da kann ich nicht ja sagen.

Eitel?

Karlheim: Nein! Überhaupt nicht!

Cowboy?

Karlheim: Ja. Damit kann ich mich identifizieren.

Das passt auch zu der Rolle … Eitel sind Sie also nicht? Wie gefallen Sie sich mit Schnauzbart?

Karlheim: Wenn ich weiß, dass er wieder abkommt … Den habe ich mir im ersten Teil wachsen lassen, im zweiten Teil musste er geklebt werden, weil ich vorher und nachher München 7 gedreht habe. Der Bart erleichtert den Zugang zur Rolle.

Wie war es denn überhaupt am Set in Niederbayern, wie war die Zusammenarbeit mit den Kollegen?

Karlheim: Das spiegelt eigentlich schon allein wider, dass alle Personen vom ersten Teil wieder aufgenommen wurden. Wir sind schon ein fester Stamm, ein fester Haufen.

Der Film ist ja bis auf die kleinste Nebenrolle mit richtig niederbayerischen Originalen besetzt – gab’s da Verständnisschwierigkeiten?

Karlheim: Nein, überhaupt nicht! Einen Dolmetscher hat’s nicht gebraucht.

Sie reden ja auch selbst Dialekt …

Karlheim: Ja, ich bin in München aufgewachsen, mit zweiten Wurzeln am Land draußen, in Garmisch. Da geht der Dialekt nicht unter.

Es gibt aber viele Münchner, die keinen Dialekt sprechen. Bei Ihnen aber hört man die Herkunft gut raus.

Karlheim: Hoffentlich hör ich das bei jedem raus! Ich würde allen wünschen, sich zur Sprache zu bekennen. Nicht nur in einer Geschichte zu behaupten, dass sie irgendwo spielt, sondern auch die Leute so reden zu lassen. Mit ihrer eigenen individuellen Sprache oder dem regionalen Aspekt.

Wie war denn Niederbayern für Sie?

Karlheim: Ich habe vorher Niederbayern nicht gekannt, war jetzt zweimal für längere Zeit dort, um zu drehen. Das reicht aber nicht aus, um Aussagen zu treffen. Ich habe nur viele Bauernhöfe gesehen, kenne auch viele in Oberbayern. Beide haben ihren Charme.

Interview: Andrea Stinglwagner

„Paradies 505“, Samstag, 20.15 Uhr, im BR

Eine Auswahl kerniger bairischer Sprüche - plus Übersetzung

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