Münchner Germanist Markus May (50)

"Game of Thrones": Wissenschaftler erklärt die beste Serie der Welt

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RTL II zeigt die ersten vier Staffeln von "Game Of Thrones" ab 31. Januar 2016, 22:35 Uhr.

München - "Game of Thrones" ist wie ein Virus: Der Münchner Germanist Markus May (50) erklärt die Faszination der besten TV-Serie der Welt.

Sind Sie schon vom Game-of-Thrones-Virus befallen? Sie wissen schon, diese Hammer-Serie aus den USA, die für viele als beste Serie der Welt gilt … Die in den vergangenen fünf Jahren 26 Emmys, also 26 TV-Oscars, gewonnen hat …

Wenn ja, dann wissen Sie, was auf Sie zukommt, wenn RTL2 von Sonntag an die bisherigen fünf Staffeln zeigt – die fünfte davon als Free-TV-Premiere in Deutschland.

Wenn nein, dann sollten Sie überlegen, ob Sie es nicht einmal versuchen wollen, in das gigantische mittelalterliche Fantasy-Spiel um Macht und Einfluss, um Liebe und Verrat, um Familie und Feindschaft einzusteigen.

Aber was macht diese Serie so einzigartig? Warum sind Fans wie Kritiker so begeistert? Die tz sprach mit dem Münchner Germanist Markus May (50), der an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) derzeit sogar ein Hauptseminar über "Game of Thrones" – und die zugrunde liegende, 6000 Seiten starke (und noch nicht abgeschlossene) Buchreihe Das Lied von Eis und Feuer – leitet.

Herr May, was macht für Sie diese Serie so faszinierend?

Markus May: Wir steigen in eine Welt ein, die ähnlich komplex ist wie unsere. Es gibt verschiedene Ethnien, Kulturen, Figuren und Parteien, die aufeinanderprallen. Dazu kommen familiäre Konflikte. Das ähnelt schon stark unserer Gegenwart.

Inwiefern?

May: Auch wir bewegen uns in einer Zeit, in der keiner mehr einen Masterplan hat. Seit dem Ende der großen Blöcke 1989/90 leben wir in einer totalen Umbruchphase und es ist nicht klar, wie die Entwicklung weitergeht. Genau das spiegelt die Serie wider. Die Protagonisten in "Game of Thrones" stehen vor ganz ähnlichen Problemen.

Welche Parallelen sehen Sie konkret?

May: Zum Beispiel den Kreuzzug der Königstochter Daene­rys Targaryen in der Sklavenbucht, die den Sklaven und Entrechteten die Freiheit schenken will. Das ist schon eine Art Agenda der US-Politik, westliche Werte zu exportieren. Denken Sie an den Nahen Osten oder den Irak-Krieg. Man hat ein nobles Ziel, aber die Mittel, die man anwenden muss, sind moralisch äußerst fragwürdig.

Sehen Sie auch eine ­Parallele zur aktuellen Flüchtlingskrise? In der Serie schottet sich das Königreich durch eine gigantische Mauer von den sogenannten Wildlingen ab, die ihrer Armut entfliehen wollen und ins Königreich drängen …

May: Na ja, das erste Buch ist ja bereits 1996 erschienen. Aber man erkennt natürlich viel wieder. Man könnte sagen: In einigen Punkten hat die Wirklichkeit die Fiktion eingeholt. Von daher kommt die Serie genau zur richtigen Zeit. Aber ich sehe noch eine weitere Parallele …

… nämlich?

May: Die Macht der Bilder. Nehmen Sie die Enthauptung des edelmütigen Vertrauten des Königs, Eddard Stark. Was für eine Demonstration der Macht. Und dann schauen Sie sich die Propagandavideos des IS an...

Experte zu "Game of Thrones": "Wir können uns mi´t den Figuren identifizieren"

Was auffällt, ist, dass die Charaktere sehr dicht erzählt werden.

May: Wir haben es mit Figuren zu tun, mit denen wir uns trotz des mittelalterlichen Umfeldes identifizieren können. Mit ihren alltäglichen Nöten, mit all ihren Problemen und familiären Konflikten. Stellen Sie sich nur mal Tyrion vor …

… der Kleinwüchsige aus der mächtigsten Familie. Eine der Hauptfiguren …

May: … vom eigenen Vater verachtet! Da finden sich schon einige wieder. Ganz anders als in anderen Filmen. Oder kennen Sie jemanden, der sich mit Aragorn identifizieren kann, dem Helden aus Herr der Ringe? Wer ist so edel? So selbstlos? Aber mit Tyrion können wir doch gut mitfühlen. Überhaupt ist der Kampf um die Macht sehr heruntergebrochen auf allgemeine menschliche Erfahrungen.

Zum Beispiel?

May: Die Serie legt auf individuelle Krisen sehr viel Wert. Da sterben die Eltern früh, es folgen materielle Not und sozialer Abstieg. Auch das ist realistisch.

Bemerkenswert ist auch, dass und wie sich viele Figuren extrem stark weiterentwickeln, zum Beispiel vom unsympathischen Fiesling zum Sympathieträger …

May: Ja. Nehmen Sie nur den Königsmörder Jaime Lennister. Der schubst ganz am Anfang ein Kind aus einem Turm, man kann sich nichts Schlimmeres vorstellen. Und später beginnt ein Prozess der Humanisierung.

Ist das auch ein Geheimnis des Erfolgs? Dass so vieles geschieht, was eigentlich nicht in unser Welt- beziehungsweise Serienbild passt?

May: Ja. Keiner ist sicher. Denken Sie noch mal an den Tod von Eddard Stark. Erschütternd, oder?

Wie behält man bei 700 Charakteren und mindestens 50 Schauplätzen den Überblick?

May: Es ist keine Serie, die man beim Abspülen schauen kann, aber es lohnt sich. Game of Thrones ist großartig gemacht, sehr gut geschrieben und gespielt.

Können wir aus der Serie eine Lehre ziehen?

May: Im Umgang mit Mitmenschen sollte man ein bisschen Vorsicht walten lassen. Was jemand sagt und meint, sind durchaus zwei verschiedene Dinge. Sowohl positiv als auch negativ.

Peter Schiebel

"Game of Thrones" für Einsteiger

Game of Thrones spielt in einer fiktiven, dem europäischen Mittelalter nachempfundenen Welt. Der Kontinent heißt Westeros. Dort gibt es die Sieben ­Königslande – ein zusammenhängendes Reich, das von der Hauptstadt Königsmund aus regiert wird. Dort steht der Eiserne Thron – der buchstäbliche Sitz des Königs.

Um die Herrschaft streiten mehrere Familien, allen voran die Häuser Lennister (im US-Original Lannister geschrieben) und Baratheon. Anspruch auf den Thron erhebt auch das Haus ­Targaryen – dessen verbliebene Familienmitglieder Westeros nach einer Rebellion mit anschließendem Massaker jedoch verlassen und ins Exil fliehen mussten. Dieses Exil befindet sich im weiter östlich, durch ein Meer von Westeros abgetrennten Kontinent Essos.

Im Norden von Westeros liegt ein Gebiet ewigen Eises. Es ist durch die Mauer – eine 482 Kilometer lange Grenzbefestigung aus Eis – von den Sieben Königslanden getrennt. Nördlich dieser Mauer leben die Wildlinge, auch Freies Volk genannt, die sich dem König nicht unterworfen haben.

Letzte Region der Königslande vor der Mauer ist der Norden mit seiner eindrucksvollen Festung Winterfell, Sitz des Hauses Stark. Dieses Adelsgeschlecht spielt – neben den Häusern Lennister, Baratheon und Targaryen – die herausragende Rolle der Serie.

"Game of Thrones" für Fortgeschrittene

Nach dem spektakulären Ende der vierten Staffel müssen sich die Machtverhältnisse auf Westeros neu ordnen: Auf dem Eisernen Thron sitzt mittlerweile Tommen -Baratheon, Cerseis jüngster Sohn. Er heiratet Margaery -Tyrell, was zu erheblichen Konflikten der beiden einflussreichen Frauen am Hof führt. Tyrion Lennister befindet sich auf der Flucht, die ihn weit nach Osten führt. Unabhängig von ihm ist auch Sansa Stark auf der Flucht. Beide streben nach Einfluss. Daenerys Targaryen hat bei ihrem Siegeszug auf Essos mit brutalen Widerständen zu kämpfen. Jon Schnee wird Kommandant der Nachtwache und muss sich im Norden mit Stannis Baratheon auseinandersetzen. Bei RTL2 startet die fünfte Staffel am 12. Februar.

"Game of Thrones" für Profis

Nach der fünften Staffel ist vor der sechsten Staffel… Fans können es kaum erwarten, dass die Geschichte von Game of -Thrones weitererzählt wird. Weltpremiere ist am 24. April, einen Tag später startet die Ausstrahlung in Deutschland exklusiv bei Sky. Erstmals wird dabei die Serie die Buchvorlage überholen. Denn Autor -George R. R. Martin hat das sechste Buch der Reihe bis jetzt noch nicht fertiggestellt. Nicht nur deswegen ist das Rätselraten über den Inhalt groß. Festzustehen scheint, dass gleich mehrere Charaktere zurückkehren, die entweder schon länger nicht mehr zu sehen waren oder für tot erachtet wurden, darunter Jon Schnee, Shae, Bran Stark und Walder Frey, dessen Name untrennbar mit der Roten Hochzeit verbunden ist. Der amerikanische TV-Gigant HBO, der die Serie produziert, hat kürzlich drei Videos veröffentlicht, die wieder viel Raum für Spekulationen lassen. Sie zeigen jeweils ein wehendes Banner der Familien Stark, Lennister und Targaryen - zerrissen, löchrig und verbrannt. Dazu sind Stimmen der Feinde und Aggressoren der jeweiligen Häuser zu hören. Es bleibt spannend

"Game of Thrones": RTL zeigt die ersten vier Staffeln

Die Vorfreude der unzähligen Fans der Fantasy-Serie "Game Of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer" auf die neuen Folgen der fünften Staffel steigt. Zur Einstimmung zeigt RTL II die ersten vier Staffeln in einem großen TV-Event ab Sonntag, den 31. Januar 2016, um 22:35 Uhr.

Zur Einstimmung auf die neuen Folgen der fünften Staffel strahlt der Münchner Sender die ersten vier Staffeln der Fantasy-Serie in einem großen TV-Event aus. Die kompakte Eventprogrammierung beginnt ab Sonntag, den 31. Januar 2016 um 22:35 Uhr. Gezeigt werden täglich bis zu vier Folgen am Stück.

Start von:

  • Staffel 1 von "Game of Thrones": Sonntag, 31. Januar, um 22:35 Uhr
  • Staffel 2 von "Game of Thrones": Mittwoch, 03. Februar, um 23:10 Uhr
  • Staffel 3 von "Game of Thrones": Samstag, 06. Februar, um 22:20 Uhr
  • Staffel 4 von "Game of Thrones": Montag, 08. Februar, um 02:25 Uhr

Ab Freitag, 12. Februar 2016, um 20:15 Uhr Februar zeigt RTL II dann die fünfte Staffel der preisgekrönten Fantasy-Serie als Deutsche Free-TV-Premiere.

Alle Folgen sind im Anschluss an die Ausstrahlung sieben Tage lang kostenlos auf www.rtl2now.de verfügbar.

Update vom 13. April 2019: Der Beginn der finalen Staffel steht kurz bevor und auch die Fans in Deutschland können sich über eine Ausstrahlung parallel zu den US-Sendeterminen freuen. Bei Sky läuft die "Game of Thrones"-Staffel 8 im TV und Live-Stream.

"Game of Thrones", läuft am Sonntag ab 22.35 Uhr auf RTL2

Quelle: tz

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