Neue Staffel im ZDF

Experte: "Serie Bergretter nahe an der Realität"

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Einsatz um Leben oder Tod: Toni (Martin Klempnow, Mitte) und Andreas (Martin Gruber, re.) retten Menschen.

München - Die tz sprach mit Heribert Eisl (50), Obmann der Bergrettung Ramsau, der die Dreharbeiten für die ZDF-Serie "Die Berg­retter" begleitet:

Gefährlich, emotional, Adrenalin pur: Die Berg­retter starten wieder! In sechs neuen Folgen geht Martin Gruber, der ­Andreas Marthaler, den Chef der Helikopter-Notfalltruppe, spielt, wieder an die Grenzen. Der 43-jährige zweifache Vater aus München hangelt sich im ZDF über Abgründe hinweg, steigt in Bergwerkstollen ab – und das alles vor der mächtigen Dachstein-Kulisse. „Es ist anstrengend und nicht ungefährlich – und hat mich mindestens zehn neue Narben gekostet“, sagt Gruber über die Dreharbeiten. Klingt aufregend – doch wie ist der Job für einen echten Bergretter? Die tz sprach mit Heribert Eisl (50), Obmann der Bergrettung Ramsau, der die Dreharbeiten begleitet:

Herr Eisl, sind Sie quasi „Der Bergretter“ im echten Leben?

Heribert Eisl: Ich bin hauptberuflich Bergführer und ehrenamtlicher Ortsstellenleiter bei der Bergrettung in Ramsau in der Steiermark. Es ist eigentlich wie in der Serie: Wir haben hier eine ständige Bereitschaft. Bei einem Notfall bekommen wir eine Alarmierungs-SMS, dann macht sich eine Rettungsmannschaft auf den Weg.

Seit „Die Bergretter“ in Ihrer Region gedreht wird, seit fünf Jahren, sind Sie als Experte dabei. Was ist Ihre Aufgabe?

Eisl: Wir Bergretter sind bei allen Dreharbeiten dabei – immer wenn es gefährlich ist, ob in den Felswänden oder in Schluchten. Zum einen müssen wir die Schauspieler und das Team sichern. Bei gefährlichen Szenen müssen wir auch manchmal die Schauspieler doublen, wobei das bei Martin Gruber eigentlich nicht mehr ­nötig ist. Er ist ja äußerst sportlich, überhaupt sind die Schauspieler jetzt nach fünf Jahren schon sehr geländegängig geworden. Ansonsten wird auch auf uns gehört: Wenn wir einen Schauplatz für zu gefährlich halten, wird dort auch nicht gedreht.

Für wie realistisch halten Sie als Experte die Serie?

Eisl: Es ist kein Dokumentarfilm über die Bergrettungsarbeit, aber schon nahe an der Realität. Bestimmte Dinge sind natürlich schon überzeichnet. Es gab zum Beispiel eine Szene, in der ein Bergretter einen Menschen in der Luft gefangen hat – so einen Rettungsfallschirm haben wir nicht dabei. Und was die privaten Hintergründe der Darsteller angeht – da geht es bei uns schon ruhiger zu!

Worauf achten Sie, wenn Sie die Serie im Fernsehen sehen?

Eisl: Ich bin immer wieder überrascht, wie die es schaffen, über eineinhalb Stunden die Spannung zu halten. Ich war ja bei den Dreharbeiten dabei, kenne jeden Handgriff, wir haben Detail für Detail x-mal wiederholt. Im zusammenhängenden Film ist es dann immer ein gelungenes Werk.

Freuen Sie sich über die Aufmerksamkeit, die Ihr Berufstand dank der Serie bekommt?

Eisl: Wir sehen das sehr positiv! Es wird aufmerksam gemacht auf die Arbeit der Bergretter. Dass das etwas übertrieben sein muss, ist uns klar, aber es ist gut, dass jeder weiß: Wenn er in den Bergen unterwegs ist und Hilfe braucht, ist immer jemand da – in jeder gefährlichen Situation kann er auf uns zählen.

Was war für Sie bisher die größte Herausforderung als Bergretter?

Eisl: Das sehen Sie jetzt gleich in der ersten Folge der neuen Staffel: Da wurde auf 2700 Metern Höhe im Berg gedreht, wir mussten die ganze Mannschaft mit dem ganzen Team im Schottergelände raufbringen und den ganzen Tag sichern.

Und in echt: Was war Ihr schwierigster Einsatz?

Eisl: Vor einigen Jahren konnten wir einmal einen Menschen buchstäblich in letzter Sekunde retten. Wir bekamen die Meldung: Unterhalb des Dachsteins ist eine Person im steilen Geröllfeld abgerutscht. Der Mann hing wirklich so, wie man es sich im Film vorstellt, an der Kante, unter ihm ging’s 50 Meter in die Tiefe. Wir flogen mit dem Hubschrauber los, ich hing unten am Tau, und wir schwebten zentimetergenau hin. Ich konnte ihm gerade noch provisorisch den Gurt unter den Achseln anlegen, da hat ihn die Kraft verlassen und er rutschte in den Gurt. Das war schon sehr dramatisch... Wenn wir eine Minute später gekommen wären, wäre der Mann in den Tod gestürzt.

Interview: Andrea Stinglwagner

Quelle: tz

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