Streit mit Chefin Kipping eskaliert

Jauch-Talk: So giftete Hoeneß gegen "Die Linke"

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Uli Hoeneß regte sich beim Jauch-Talk über "Die Linke" auf.

Berlin - Bayern-Präsident Uli Hoeneß gab sich bei Günther Jauch als Wirtschaftsexperte. Und zeigte Emotionen. Welche Punkte ihn besonders aufregten:

Beim Talk von Günther Jauch am Sonntagabend im Ersten ging es um die immer größer werdende Schere zwischen Reich und Arm. Anlass war der jüngste Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung. Die Sendung lief unter dem Titel: "Die Frage der Gerechtigkeit - Wer kann heute noch in Wohlstand leben?"

An der Talkrunde nahmen neben Bayern-Präsident Uli Hoeneß noch Hannelore Kraft (SPD), der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), Katja Kipping (Die Linke) sowie Bernd Siggelkow, Pastor und Leiter des Jugendhilfwerks "Die Arche e.V., teil.

Diese Wahlen stehen bis Ende 2014 an

Es ist das erste Grundrecht einer jeden Demokratie: Das Volk wählt seine Vertreter. Bis Ende 2014 müssen die Deutschen ziemlich oft ihr Kreuzchen machen - wir zeigen Ihnen, wann in welchen Bundesländern und Kommunen gewählt wird und wann die die nächste Bundestagswahl stattfindet. © dpa
Das EU-Parlament steht im Zeitraum vom 22. bis 25. Mai 2014 wieder zur Wahl. Die europäische Volksvertretung wird für fünf Jahre gewählt. In Deutschland ist am 25. Mai 2014 der Tag für die Stimmabgabe. © dpa
Im Herbst 2014 stehen gleich drei Landtagswahlen an: Brandenburg, Thüringen und Sachsen wählen neue Länderparlamente. © dpa

"Haben wir einen Grund zum Jammern?", fragte Jauch Hoeneß am Anfang der Sendung. Der berichtete, dass er mit dem FC-Bayern in vielen Krisenländern gespielt hätte und resümierte: "Deutschland im Großen und Ganzen ist ein Paradies - und die Leute wollen es nicht begreifen." Dem stimmte Bernd Siggelkow zwar zu. Er kritisierte aber, dass es immer größere Ungerechtigkeit gibt. Er nannte die Kinder als eine Gruppe, die sich dagegen nicht wehren könnte. So hätten etwa nicht alle die gleichen Chancen auf Bildung. Hannelore Kraft sagte zudem, dass die zumutbare Grenze der Ungerechtigkeit bereits überschritten sei. Dies könnte den Boden für Unruhen bereiten.

Wie die Ungerechtigkeit bekämpft werden kann, dafür zeigte die Redaktion in einem Bericht verschiedene Möglichkeiten auf. Thematisiert wurden die Erhöhung von Reich- und Erbschaftssteuer oder die Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Linken-Chefin Kipping kommentierte: Wer mehr als 40.000 Euro verdient, sollte stark besteuert werden. Hoeneß holte zum Schlag gegen die Linke aus: "Frau Kipping hat ja auch eine Problem", sagt er. Der ehemalige Linke-Chef Oskar Lafontaine hätte ein Schloss im Saarland stehen, "dagegen ist mein Haus am Tegernsee sozialer Wohnungsbau".

Oskar Lafontaine: Seine politischen Stationen

Oskar Lafontaine rief einst die Linkspartei ins Leben und gehört zu den umstrittensten Politikern Deutschlands. Jetzt ist Lafontaine an Krebs erkrankt. Sehen Sie hier seine politischen Stationen. © dpa
1966: Lafontaine tritt in die SPD ein. Zunächst war er bei der SPD-Jugendorganisation Jusos aktiv. © dpa
1982: Aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber NATO-Nachrüstung und Kernkraft gerät Lafontaine (l., von 1974 bis 1985 Oberbürgermeister von Saarbrücken) mit SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt aneinander. © dpa
1985: Am 9. April wird Lafontaine Ministerpräsident des Saarlandes. © dpa
1987: Lafontaine empfängt den Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, in dessen Heimat im Saarland. © dpa
1987: Der SPD-Vorsitzende Willy Brandt (links) mit dem Ministerpräsidenten des Saarlandes, Oskar Lafontaine. In seinem Buch „Das Herz schlägt links“ erhebt Lafontaine schwere Vorwürfe gegen den 1992 verstorbenen Brandt. Dieser habe ihm als SPD-Kanzlerkandidaten im Wahlkampf 1990 die Unterstützung entzogen, schreibt Lafontaine in seinen politischen Erinnerungen. © dpa
1989: Lafontaine verfolgt den Weg zur Wiedervereinigung zurückhaltend und warnt vor einer „nationalen Besoffenheit“. © dpa
1990: Lafontaine wird bei einem Attentat während eines Wahlkampfauftrittes in Köln-Mühlheim von einer geistesgestörten Frau mit einem Messer lebensgefährlich am Hals verletzt. © dpa
1990: Lafontaine (r.) scheitert als SPD-Kandidat bei den Bundestagswahlen gegen Helmut Kohl. Seine Partei erreicht mit 33,5% der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit 1957. © dpa
Putsch in Mannheim: Am 16. November 1995 sorgte Lafontaine auf dem SPD-Parteitag in Mannheim für eine Sensation: In einer Kampfabstimmung setzte er sich klar gegen Rudolf Scharping durch und wurde damit neuer Bundesvorsitzender der SPD. © dpa
1997: Die Regierungsparteien CDU, CSU und FDP beschuldigen Lafontaine im Zusammenhang mit einer geplanten Steuerreform und der Rentenreform eine "Blockadepolitik" aus machtpolitischen Gründen durchzuführen. Lafontaines SPD blockiert die Reformen im Bundesrat. Links der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU).  © dpa
1998: Der Kanzlerkandidat der SPD, Gerhard Schröder (rechts), überträgt Lafontaine den Bereich der Finanz- und Europapolitik im Falle einer Regierungsübernahme. © dpa
1999: Lafontaine tritt vom Amt des Vorsitzenden der SPD und gleichzeitig vom Amt des Bundesfinanzministers zurück - zunächst ohne Angabe von Gründen. Drei Tage später äußert er sich zu seinen Motiven und verweist auf "das schlechte Mannschaftsspiel" im Kabinett und nennt als Beispiel für den fehlenden "Teamgeist" die Auseinandersetzungen um die Steuerpolitik. © dpa
2001: Lafontaine (l.) stellt gemeinsam mit Gregor Gysi dessen Buch „Ein Blick zurück, ein Schritt nach vorn“ vor. © dpa
2002: Der frühere SPD-Vorsitzende und Finanzminister Oskar Lafontaine feiert im Napoleonskostüm in Saarbrücken-Burbach den Rosenmontag. Lafontaine war 1969/70 Mitglied des Stadtrats Saarbrücken. © dpa
2004: Lafontaine übt Kritik an der Rot-Grünen-Bundesregierung. Er setzt sich zusammen mit PDS-Politikern und Gewerkschaften gegen die von Kanzler Schröder konzipierte Sozialreform „Agenda 2010“ sowie die Arbeitsmarktreform ein. © dpa
2004: Zahlreiche SPD-Politiker fordern einen Austritt oder Ausschluss Lafontaines. © dpa
2005: Lafontaine, hinter Franz Müntefering, wechselt von der SPD zur neu gegründeten Wahlalternative Arbeit & soziale Gerichtigkeit (WASG). Die WASG ging im Juni ein Wahlbündnis mit der PDS ein, die sich in Die Linkspartei umbenannte. © dpa
2005: Lafontaines Partei bekommt 8,7% der Wählerstimmen bei der Bundestagswahl. © dpa
2005: Lafontaine (l.) teilt sich den Fraktionsvorsitz der Linkspartei mit Gregor Gysi. © dpa
2007: Seit dem 16. Juni ist Lafontaine (l.) neben Lothar Bisky Parteichef der neugebildeten Partei Die Linke. © dpa
2009: Lafontaine (l.) liefert sich ein TV-Duell zur Landtagswahl im Saarland. Als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten scheitert er. Seit September führt er die Fraktion der Linken im Saarländischen Landtag. © dpa
Januar 2010: Oskar Lafontaine erklärt, dass er alle bundespolitischen Ämter abgeben werde. Sein Rückzug erfolgt aus gesundheitlichen Gründen. Am 1. Februar 2010 scheidet Lafontaine Bundestag aus. Für ihn rückt die Saarländerin Yvonne Ploetz nach. © dpa
Auf dem Parteitag in Rostock am 15. Mai 2010 legt er den Parteivorsitz der Linken offiziell nieder. © dpa
Lafontaine ist weiterhin Abgeordneter und Linken-Fraktionschef im saarländischen Landtag.  © dpa

Hoeneß sprach sich dafür aus, dass Länder wie Unternehmen geführt werden müssten. Zudem ist Hoeneß gegen höhere Steuern, denn dann würden die Reichen ins Ausland abwandern. Kraft verteidigte die Ausgaben, die Unternehmer seien sehr wohl bereit, mehr zu zahlen. "Unsere Spieler kicken eh schon eine Halbzeit für das Finanzamt", ärgerte sich Hoeneß. 

Kipping widersprach: In den 60er-Jahren hätte der FC Bayern bei einem Steuersatz von 56 Prozent auch sehr gut gespielt. Auch sei es wohl nicht gerecht, dass eine Krankenschwester so viel weniger verdiene als ein Banker, der noch eine Millionenabfindung kassiere. Dann eskalierte der Streit, als sie eine Einkommensbeschränkung forderte. 

"Sie haben keinen Bezug zur Praxis", schimpfte Hoeneß. "Wenn Sie beschränken, gehen die guten Kräfte zu den Amerikanern." Er setzte noch einen drauf: "Sie kommen vom Hundersten ins Tausendste, aber nie auf den Punkt."

Von Hannelore Krafts Ausführungen war der bekennende CSU-Anhänger dagegen beeindruckt - und wünschte sich gleich zwei starke Frauen an der Spitze. "Wenn eine große Koalition nicht zu verhindern wäre, wäre mir eine Koalition Merkel-Kraft nicht Unrecht", sagte er. Kraft schloss jedoch einen Wechsel nach Berlin aus.

sr

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