Horst Schlämmer hält nicht was er verspricht

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Horst Schlämmer bei der Filmpemiere mit Fist Lady Alexandra Kamp.

München - „Horst Schlämmer - Isch kandidiere!“ ist wohl eine gute Idee, ihr fehlt allerdings die Überzeugungskraft. Schwache Darsteller und das Fehlen eines Drehbuchs sind die großen Mankos.

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18 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland würden Horst Schlämmer wählen. Hape Kerkelings Fantasie-Figur und dessen Fantasie-Partei HSP scheinen da irgendeinen Nerv getroffen zu haben, dass man ihm Politik oder politische Verantwortung zutraut.

Hier geht‘s zum Trailer.

Ob die Umfragewerte noch so blieben, wenn die WählerInnen Herrn Kerkelings neuen Film „Horst Schlämmer - Isch kandidiere!“ gesehen haben? Dieses Ding ist ehrlich gesagt so schlecht, dass man es kaum einen Film nennen kann. Eher eine Klamotte mit ein paar Witzen - ohne Drehbuch, ohne Schauspieler, ohne Überzeugungskraft.

Horst Schlämmer - der Kanzler der Herzen

Horst Schlämmer
Roter Teppich und Blitzlichtgewitter für den „Kanzler der Herzen“: Hape Kerkerling in seiner Rolle als Horst Schlämmer lud zur Filmpremiere seines Films „Isch kandidiere“. © dpa
Horst Schlämmer
Die neue Staatskarosse für den Kanzler? Michael Schumacher kutschiert Horst Schlämmer im Ferrari herum. © dpa
Horst Schlämmer
Horst Schlämmer geht mit seinen Fans auf Tuchfühlung. © dpa
Horst Schlämmer
Schweißtreibender Wahlkampf. © dpa
Horst Schlämmer
Gabriele Pauli, Polit-Rebellin aus Bayern, will sich vielleicht bei der „Horst-Schlämmer-Partei“ (HSP) Anregungen für ihre eigene Partei holen. © dpa
Horst Schlämmer
Auch wenn Frau Pauli derzeit nur auf dem roten Teppich große Schritte macht. © dpa
Horst Schlämmer
Grünen-Politikerin Claudia Roth. © dpa
Horst Schlämmer
Autogramme schreiben - gute Übung für das Unterzeichnen von Gesetzen. © dpa
Horst Schlämmer
Rapper Bushido (re.) unterstützt im Film Horst Schlämmer mit einem Song. © dpa
Horst Schlämmer
Auch Eva Padberg unterstützt die HSP. © dpa
Horst Schlämmer
Rapper Bushido. © dpa
Küsschen für Horst: Schauspielerin Alexandra Kamp ist in dem Film im Wahlkampfteam der HSP. © 
Horst Schlämmer
Grünen-Politikerin Cem Özdemir und seine schwangere Frau Pia Castro. © dpa
Horst Schlämmer
Filmproduzent Bernd Eichinger und Bushido - beide drehen aktuell einen Streifen über das Leben des Rappers. © dpa
Horst Schlämmer
Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag. © dpa

Das Desaster liegt nicht an Hape Kerkeling. Seine Figur Horst Schlämmer, der nuschelnde, schmierige Provinz-Journalist („Weisse bescheid...!“) funktioniert immer fabelhaft. Auch mit der Idee des Streifens: Schlämmer will Bundeskanzler werden, gründet eine Partei und macht Wahlkampf.

Horst Schlämmer: „Isch kandidiere“

Horst Schlämmer hat sein politisches Programm vorgestellt.
Hape Kerkeling als Horst Schlämmer (Mitte) gibt in Berlin zusammen mit den Schauspielern Simon Gosejohann und Alexandra Kamp eine Pressekonferenz zu seinem neuen Film. © dpa
Horst Schlämmer hat sein politisches Programm vorgestellt.
Ist siegessicher: Horst Schlämmer will Kanzler werden. © dpa
Horst Schlämmer hat sein politisches Programm vorgestellt.
Horst Schlämmer: Schönheitsoperationen soll es mit ihm als Kanzlerkandidat auf Rezept geben. © dpa
Horst Schlämmer hat sein politisches Programm vorgestellt.
Ein Küsschen für Hape Kerkeling gibt es von seiner „First Lady“ Alexandra Kamp. © dpa
Horst Schlämmer hat sein politisches Programm vorgestellt.
Der Entertainer und Schauspieler Hape Kerkeling posiert als Horst Schlämmer während eines Fototermins. © dpa
Horst Schlämmer hat sein politisches Programm vorgestellt.
Hosrt Schlämmer geht mit viel Elan in den Wahlkampf. © dpa
Horst Schlämmer hat sein politisches Programm vorgestellt.
Das Kompetenzteam: Die Schauspieler (von links) Norbert Heisterkamp, Hape Kerkeling als Horst Schlämmer, Alexandra Kamp und Simon Gosejohann sowie Regisseur Angelo Colagrossi. © dpa
Horst Schlämmer hat sein politisches Programm vorgestellt.
Das Plakat zum Kinofilm „Horst Schlämmer - Isch kandidiere“. Der Streifen ist ab dem 20. August im Kino zu sehen. © dpa

Zentrales Wahlversprechen: „Es ist zu wenig. Es muss mehr werden.“ Am Besten läuft das, wenn Schlämmer-Kerkeling Normalos auf der Straße mit Politik-Geplapper verwirrt oder ihnen ihre eigene Doofheit verdoppelt („Sachsen ist ja eine Weltstadt!“). Auch seine kleinen Szenen als Angela Merkel oder Ronald Pofalla sind gelungen.

Es fehlt ein Drehbuch

Allerdings fehlen dem Gesamtwerk schlicht ein gutes Drehbuch und fähige Darsteller. Alexandra Kamp als First Lady Alexandra Kamp - bodenlos schlecht und unfähiger als alle Daily-Soap-Stars Deutschlands zusammen; Simon Gosejohann als dümmlicher Praktikant wirkt immer so, als gäbe es keinen Regisseur, der ihm gesagt hat, was da eigentlich gespielt wird.

Und die echten Politiker (u.a. Claudia Roth, Cem Özdemir) sind total deplatziert: weil sie sie selbst sind - aber spürbar wissen, dass sie neben der Kunstfigur Schlämmer in einer Fiktion auftreten. Natürlich kann man einige Male richtig lachen. Aber das konnte man über Horst Schlämmers VW-Werbung auch. Ins Kino gehen würde man dafür aber nicht.

Von Philipp v. Studnitz

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