"Neues aus der Anstalt"

Barwasser: Darum hören Priol und ich auf

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Ein starkes Team sagt Servus: Frank-Markus Barwasser (l.) und Urban Priol

München - Schade! Urban Priol und Frank-Markus Barwasser hören mit "Neues aus der Anstalt" auf. Im tz-Interview erklären die beiden, warum Schluss ist.

Mit einer echten Traumquote verabschiedeten sich Frank-Markus Barwasser und Urban Priol am Dienstag in die Sommerpause. Sensationelle 3,61 Millionen Zuschauer schalteten um 22.15 Uhr Neues aus der Anstalt ein. Für die Kabarettsendung im ZDF der beste Wert seit Jahren. Aber wie heißt es noch mal? Man soll gehen, wenn es am schönsten ist? Barwasser und Priol haben sich jedenfalls entschieden, im Herbst mit dem Erfolgsformat aufzuhören. Endgültig. Warum, erklärt Frank-Markus Barwasser im tz-Interview.

Es wurde schon einige Zeit spekuliert, jetzt ist es offiziell: Am 1. Oktober melden Sie sich mit Urban Priol das letzte Mal aus der Anstalt...

Frank-Markus Barwasser: Das stimmt. Es ist Zeit für Veränderungen. Urban und ich waren uns da sehr einig. Wir wollten Schluss machen, solange der Wagen noch nicht abwärts rollt.

Davon kann keine Rede sein. Die Quote Ihrer Sendung ist besser denn je!

Barwasser: Das konnte ja keiner ahnen, als wir uns dazu entschieden haben … Nein, im Ernst: Auch wenn es so manchem widersinnig erscheint: Das Ziel war, zu gehen, wenn die Leute „schade“ sagen und nicht „endlich“.

Hat es denn hinter den Kulissen geknirscht?

Barwasser: Überhaupt nicht. Natürlich vertritt man auch mal unterschiedliche Standpunkte, aber wir haben gemerkt, dass wir ein eingespieltes Team sind. Besonders beim Texteschreiben haben wir uns prima ergänzt.

Das ZDF hätte gern mit Ihnen beiden weitergemacht …

Barwasser: Ja, der Sender stand immer voll hinter uns und hat sich um die Fortsetzung des Formats bemüht, aber in Neues aus der Anstalt steckt eine Menge Arbeit. Wir schreiben unsere Texte ja alle selbst. Das war in den letzten drei Jahren eine echte Doppelbelastung, weil ich ja auch noch meine Sendung Pelzig hält sich stemmen musste. Am Ende war ich bei 15 Sendungen in 10 Monaten. Das ist eine Menge Holz. Ich arbeite überwiegend gern, aber eben auch nicht nur. Zwischendrin ist es auch ganz schön, mal in die Sonne zu schauen.

Dazu haben Sie ja jetzt mehr Zeit - oder planen Sie bereits neue Projekte?

Barwasser: Nein, nein, ich will die Lücken nicht gleich wieder vollstopfen. Aber vor der Bundestagswahl gibt es noch einiges zu tun: Die nächste ­Anstalts-Ausgabe am 27. August muss sorgfältig vorbereitet werden. Außerdem werde ich Pelzig hält sich in Zukunft acht Mal pro Jahr machen und ein paar Live-Auftritte mehr absolvieren. Ansonsten ist es in meinem Beruf ja wichtig, dass einen die Muse küsst. Nur: Dazu muss man ihr auch Zeit und Gelegenheit geben.

Das ZDF arbeitet bereits an der Fortführung der Politsatire und will ab Februar 2014 mit neuen Künstlern und dem Titel „Die Anstalt“ an den Start gehen. Wissen Sie mehr?

Barwasser: Nein, bisher nicht. Und ehrlich gesagt will ich auch gar nichts wissen oder mich einmischen. Ich finde es ganz wichtig, dass unsere Nachfolger, wer immer es auch wird, ihre ganz eigene Sendung machen. Eines ist sicher: Urban und ich werden nicht wie Waldorf und Statler aus der Muppetshow als meckerndes Paar in der Ehrenloge sitzen.

Astrid Kistner

Die Satireshow Neues aus der Anstalt ging erstmals am 23. Januar 2007 mit Urban Priol und Georg Schramm im ZDF auf Sendung. Im Oktober 2010 stieg Frank-Markus Barwasser als Erwin Pelzig in das Kabarettformat ein. Derzeit entwickelt das ZDF eine neue Sendung mit Anstalts-Leiter Priol. Der sagt: „Es waren sieben tolle, arbeitsintensive Jahre. Es hat uns einen Riesenspaß gemacht.“

Quelle: tz

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