So geht Jan-Gregor Kremp die neue Rolle an

Das schwere Erbe des neuen "Alten"

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Der Neue im Münchner Team: Jan-Gregor Kremp (49) spielt Kommissar Richard Voss. Die erste Folge läuft im September

München - Jan-Gregor Kremp ist ab September in der Hauptrolle von "Der Alte" zu sehen. Er erklärt der tz, welche Note er dem Kommissar verpassen möchte.

Die ZDF-Zuschauer müssen sich etwa zehn Minuten gedulden, dann wird in der neuen Folge von "Der Alte" das Ende von Hauptkommissar Roman Herzog in wenigen Sätzen abgewickelt: Der Dezernatsleiter muss dem Team der Mordkommission II erklären, wo ihr Chefermittler steckt. Herzog sei kurzfristig nach Südamerika gereist, heißt es. Sein Sohn, der in Bolivien lebt, liege nach einem schweren Verkehrsunfall in einer Klinik in La Paz. Ein neuer Kollege aus Essen komme als Vertretung – fertig. Damit ist Roman Herzog Geschichte. Dessen Darsteller Walter Kreye musste vergangenes Jahr wegen einer Darmkrebserkrankung kurzfristig die Rolle aufgeben (tz berichtete). Als Ersatz wurde Jan-Gregor Kremp engagiert – kein leichtes Erbe für den Schauspieler. Knapp einen Monat vor der TV-Premiere sprach Kremp gestern mit der tz erstmals ausführlich über seine neue Rolle.

Gleich im Sommer 2011 bekam Kremp das Angebot, im ZDF als Hauptkommissar einzusteigen. Schließlich hatte er schon in vielen Krimis (Polizeiruf 110 etc.) Erfahrung gesammelt. „Ich habe nicht lange überlegt und zugesagt“, sagt der 49-Jährige. Nur der traurige Hintergrund überschattete die Freude: „Als ich von Walter Kreyes Erkrankung hörte, war ich schockiert.“

Für Kremp hatte die ZDF-Anfrage sogar etwas Schicksalhaftes. „Ich war schon mal 2007 im Gespräch für Der Alte“, verrät er. „Aber ich hatte damals andere Pläne.“ Das ZDF fand daraufhin in Walter Kreye den neuen Kommissar, der schnell zum Publikumsliebling avancierte.

Kreye und Kremp kamen trotzdem zusammen: In einer Folge spielte Kremp einen Verdächtigen. Der erinnert sich gern zurück: „Ich habe Walter Kreye als Kollegen sehr schätzen gelernt.“ Dass er ein paar Jahre später seinen Platz einnimmt, damit hätte der gebürtige Nordrhein-Westfale nie gerechnet. Zum Glück habe ihn das eingespielte Team um Michael Ande (als Gerd Heymann), Pierre Sanoussi-Bliss (Axel Richter) und Markus Böttcher (Werner Riedmann) „mit offenen Armen“ empfangen: „Der Michi hat mich gleich an die Hand genommen.“

Seinem ZDF-Kommissar will Kremp eine ganz eigene Note verpassen: Richard Voss ist „väterlich, beharrlich, integer, auch mal mürrisch, störrisch“. Ein Mensch, der schnell auf 180 sei, das an Kollegen auslasse – aber sich gleich darauf entschuldigt.

Die erste Episode mit Richard Voss, Königskinder, läuft am 14. September. Davor zeigt das ZDF Wiederholungen mit Walter Kreye, der sich mittlerweile von seiner Krankheit erholt. Ein Comeback beim Alten ist aber ausgeschlossen.

Über die genauen Umstände zu Kreyes Serienende schweigt sich das ZDF immer noch aus. Der alte Alte vertritt die Meinung, er sei eiskalt abserviert worden. Auf tz-Anfrage sagt der Sender nur so viel: Kreye sei schwer krank gewesen, das ZDF habe nicht gewusst, ob und wie es mit ihm weitergehe. Es musste schnell eine Lösung her, da sonst das gesamte Film- und Produktionsteam auf der Straße gestanden wäre – immerhin besteht es aus 60 Leuten. Von einem Rauswurf Kreyes könne aber keine Rede sein.

E. Hutter

„Der Alte“, ab 14. September, 20.15 Uhr, ZDF

Wer bisher beim „Alten“ ermittelte

Am Ostermontag im Jahr 1977, also vor über 35 Jahren, lief die erste Folge von Der Alte im ZDF. Die Dienstreise lautete der Titel des ersten Films, dem viele weitere folgen sollten: Am 14. September wird die Folge 366 ausgestrahlt.

Walter Kreye war der dritte „Alte“. Seit 2008 ermittelte er gemeinsam mit den Kollegen Michael Ande (der von der ersten Folge an als Kriminalhauptkommissar Gerd Heymann dabei ist), Markus Böttcher (seit 1986 spielt er Werner Riedmann) und Pierre Sanoussi-Bliss (seit 1997 als Axel Richter am Start). Der erste Alte war der 1999 verstorbene Siegfried Lowitz. Von 1977 bis 1985 schlüpfte er 100-mal in die Rolle des Kriminalhauptkommissars Erwin Köster. 1986 übernahm dann Rolf Schimpf alias Leo Kress das Ruder – und gab es bis 2007 in 222 Folgen nicht aus der Hand. Nun ist Jan-Gregor Kremp an der Reihe.

Quelle: tz

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