Fremdschämen der Extraklasse mit Kamikaze-Opa Johnny Knoxville

Der Kreisboten-Kinotipp: "Jackass – Bad Grandpa"

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Viel Alkohol und einen alten Sack an Bord – für den kleinen Billy und seinen Opa wird der Trip durch die Staaten eine „Tour de Force

Johnny Knoxville ("Jackass") als rüstiger Senior verkleidet und sein achtjähriger "Enkel" begeben sich auf eine Tour quer durch die vereinigten Staaten - da bleibt kein Auge trocken. In "Bad Grandpa" gibt es im Vergleich zur Serie weniger Kamikaze und mehr Live-Comedy à la Borat. Michael Denks hat es sich für Sie angeschaut.

Frage: Wer kann sich noch an den tattrigen Lustmolch aus den „Jackass-Filmen“ erinnern? Dieser „alte Sack“ ist jetzt zurück! Als 86-jähriger Opa verkleidet, tourt Johnny Knoxville quer durch die USA, im Schlepptau seinen achtjährigen Enkel. Trotz des großen Altersunterschieds bringen die beiden einige gemeinsame Qualitäten an den Tag – die Vorlage für einen perfekten Road-Movie. Bekannt sind die beiden schon aus der einschlägigen TV-Serie, wo sich der Grandpa schon zu einer richtig „alten“ Legende entwickelt hat, deren Fans den Kinostart kaum abwarten können. Skurril, böse und gegen alle Regeln des menschlichen Verstandes manövriert sich der Anarchie-Oldie von einer Peinlichkeit in die nächste. 

Serien-Helden konnten als Kinostars in den letzten Jahren schon öfter punkten. Bestes Beispiel: die Bully-Parade-Figuren für „Der Schuh des Manitu“ oder „Traumschiff Surprise“. Da präsentiert sich „Jackass: Bad Grandpa“ schon eine Stufe härter. Ob sich die Zuschauer nun vor Lachen aus dem Kinosessel biegen oder angewidert abwenden – das ungewöhnliche Duo Knoxville und Nicoll sprengt seit dem 24. Oktober alle Leinwände in Deutschland. 

Inhalt 

Irving Zismann (Johnny Knoxville) ist am Ziel seiner Träume. Endlich ist seine „geliebte Frau“ aus dem Leben geschieden, jetzt warten Freiheit und der vierte oder fünfte Frühling auf ihn. Doch leider macht ihm seine drogenabhängige Tochter einen Strich durch die Rechnung. Auf sie wartet mal wieder der Knast – wohin mit dem achtjährigen Sohn Billy (Jackson Nicoll)? Da muss eben Grandpa herhalten, der jedoch alles andere als begeistert ist. Den Enkel an den Fersen, hat Irving eine Idee: Den kleinen Racker zum Vater abschieben, der leider noch verantwortungsloser ist als die Mutter. Nachdem der Versuch gescheitert ist, den Jungen per Standard-Versand in einem Paket zu verschicken, touren Zismann und sein Enkel quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Das gelingt selbstverständlich nicht ohne Ladendiebstahl, Besuche im Strip-Lokal oder einen nachmittäglichen Bierrausch. Arme Passanten sind den respektlosen Launen des Opas ausgeliefert, während Billy Freiheit und Familienbande immer mehr zu schätzen weiß. 

Rezension 

Die Kombination aus Dokumentation und Spielfilm ist bei „Bad Grandpa“ perfekt ineinander verwoben. Was sich viele der Kinozuschauer, die den Rüppel-Rentner noch nicht aus „Jackass“ kennen, wahrscheinlich schwer vorstellen können: Sämtliche gnadenlosen Eskapaden sind wirklich passiert und wurden mit versteckten Kameras gefilmt. Am ehesten wird das noch an den verstörten Reaktionen der unfreiwilligen Darsteller sichtbar. Zwi- schen Hysterie, Panik und entsetztem Schweigen ist eine Bandbreite geboten, deren Kunst kaum nachgeahmt werden kann. In der eigentlich fiktiven Geschichte wird die Beziehung der beiden Hauptdarsteller zueinander beleuchtet – eine durchaus positive Entwicklung an- gesichts der laufenden Katastrophen. Das tatsächliche Meisterstück des Films besteht allerdings in der Ausführung der Streiche, welche neben darstellerischem Können und Improvisationstalent auch viel Mut erfordern. 

Für den Stunt-erprobten Johnny Knoxville sind diese schockierenden Live-Auftritte sicher ein genussvolles Husarenstück. In „Bad Grandpa“ kommen übrigens Scherze hinsichtlich des humanen Schmerzempfindens weit weniger zum Tragen, als man es aus der TV-Serie gewohnt ist. Ein absolutes Wunder ist der kleine Jackson Nicoll, der auch beim gemeinsten und gefährlichsten Scherz die Nerven behält. Er spielt ohne mit der Wimper zu zucken mit den Gefühlen ahnungsloser Passanten und absolviert im Mädchen-Kostüm ei- nen Bühnenauftritt der Extraklasse – da bleibt kein Auge trocken! 

Und noch ein Tipp zum Schluss: Beim Abspann bitte sitzen bleiben…

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