Gelungene Science-Fiction mit jungem Helden und aufwändiger Story

Der Kreisboten-Kinotipp: "Ender's Game"

+
Alle Hoffnungen auf die Rettung der Erde ruhen auf den Schultern des schüchternen Andrew „Ender“ Wiggin (Asa Butterfield).

Die Rettung der Erde ist eine Disziplin, in der sich schon viele Filmhelden versucht haben. Ob im neuesten Streifen "Ender's Game" (Regie: Gavin Hood) neben Alien-Angriffen und Hierarchie-Gerangel noch Platz ist für eine anspruchsvolle Story und vielschichtige Charaktere, hat unsere Filmkennerin Sandy Kolbuch für Sie in Erfahrung gebracht.

Die Erde: ein Planet im unendlichen Weltall, der stets von den Gefahren im Universums bedroht ist. Diese Thematik hat schon vor Jahrzehnten die Romanautoren beschäftigt. Bereits 1985 skizzierte Orson Scott Card eine futuristische Welt mit einem kindlichen Helden, der allein die Zukunft der Erde bestimmen soll. Zweifach ausgezeichnet und als Klassiker des Genres betitelt, erzählt „Ender’s Game“ jedoch gleichzeitig eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden und die Herausforderungen des Lebens, denen man sich nicht verwehren kann. Dank Regisseur Gavin Hood, findet der in 28 Sprachen übersetzte Science-Fiction-Roman auch auf der Kinoleinwand seine Berechtigung. 

Inhalt 

In einer unbestimmten Zukunft wurde die Erde beinahe durch einen Angriff insektoider Außerirdischer vernichtet. Commander Mazer Rackham (Ben Kingsley) konnte den Untergang der Menschheit durch seinen beherzten Einsatz abwenden. Seither sind 50 Jahre vergangen, in denen die „Formics“ der Erde fern geblieben sind. 

Trotzdem bildet das internationale Militär auf einer Raumstation im Orbit junge Rekruten aus, um gegen einen erneuten Angriff des Gegners gewappnet zu sein. Auf der Suche nach einem militärischen Genie, das den überlegenen Feind einschätzen und besiegen kann, stößt Colonel Hyrum Graff (Harrison Ford) auf den jungen Andrew „Ender“ Wiggin (Asa Butterfield). Mit seinem strategischen Geschick beweist sich der Junge selbst bei den schwierigsten und kompliziertesten Aufgaben im Kampfsimulator. Schnell steigt er aufgrund seiner Fähigkeiten und Intelligenz innerhalb der Hierarchie der Militärschule auf. Commander Mazer Rackham nimmt sich Ender an und bereitet ihn auf den galaktischen Krieg vor. Alle Hoffnungen auf die Rettung der Erde liegen auf Ender’s Schultern, dessen Beförderung zum Kommandeur der gesamten Raumflotte in greifbar Nähe rückt. 

Rezension 

Drehbuchautor und Regisseur Gavin Hood (X-Men Origins: Wolverine) hat Orson Scott Cards Roman zu einem opulenten Science Fiction-Film ausgebaut, der einen wirklich unvergleichlichen jungen Helden in den Fokus rückt. Mit der Fähigkeit, sich in seine Gegner hineinzuversetzen, meistert er alle Herausforderungen, die sich ihm stellen. Auch wenn die Stationen seine Ausbildung und des schnellen Aufstiegs in der Hierarchie durchaus erahnbar sind, sorgt sein Reifungsprozess für Spannung. Angespornt von der Möglichkeit, sich zu beweisen und gleichzeitig verängstigt durch das Risiko des Versagens gerät der Junge in einen inneren Konflikt. Dadurch erlangt der Film eine untergeordnete psychologische Tiefe, die ihn von anderen Genre-Werken abgrenzt. 

Die futuristische Coming-of-Age-Story vereint den Themenkreis eines galaktischen Krieges mit den pubertären Problemen seiner jungen Darsteller. Ender’s Wunsch, von den anderen Rekruten akzeptiert zu werden, wird immer wieder von seinen Ausbildern zunichte gemacht. Doch Ender findet einen Weg, sich als fairer Befehlshaber zu beweisen und dadurch die Sympathie der anderen Rekruten für sich zu gewinnen. 

Die komplexe Story beinhaltet altersübergreifende Themen und betrachtet universelle Probleme durch eine futuristische Brille: Die Frage nach der wahren Bedeutung von Führung ist ebenso präsent wie die nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen Gut und Böse oder nach der Rechtfertigung einer militärischen Kriegsführung. All diese Fragen beschäftigen den zwölfjährigen Ender Wiggin, der souverän von Asa Butterfield (Hugo Cabret) verkörpert wird. Als Identifikationsfigur lehrt er den Zuschauer, welche Veränderungen extremer Leistungsdruck in einem Kind hervorrufen kann. 

Mit den Oscar-nominierten Darstellern Harrison Ford (Star Wars) und Ben Kingsley (Iron Man 3) als väterlichen Mentoren bekommt Ender einen Lebensweg vorgeschrieben, der das perfide Gedankenmodell der Kriegsführung in aller Grausamkeit offenbart. Neben der Dramaturgie ist der Look des Films ausschlaggebend für seine Faszination. Das faszinierende Set von Produktionsdesigner Ben Procter wird mit einer umwerfenden Beleuchtung und durch die Digitalkameras von Don McAlpine in Szene gesetzt. Abgerundet wird das Abenteuer mit den Spezialeffekten der Firma Digital Domain ab, die als Produzenten des Films bereits von der Entwicklung an in das Projekt involviert wurden. Einer der wenigen Filme, bei denen man sich einen 3D-Effekt gewünscht hätte. 

Fazit: „Ender’s Game“ ist ein optisch gelungener Science Fiction-Film, der mit einer vielschichtigen Story und einer tieferer Sinnebene eine epische Zukunftsversion präsentiert. Beeinflusst durch das äußere Umfeld aus verschiedenen Autoritätspersonen und Gleichaltrigen muss der junge Held seinen eigenen Weg finden, um sich selbst und die Menschheit zu retten. von Sandy Kolbuch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Silbereisen verhandelt wohl über DSDS-Jury-Platz: Muss er dafür anderen TV-Job aufgeben?
Silbereisen verhandelt wohl über DSDS-Jury-Platz: Muss er dafür anderen TV-Job aufgeben?
Alles neu bei RTL - nun folgt große Änderung in beliebter Mittagsshow
Alles neu bei RTL - nun folgt große Änderung in beliebter Mittagsshow
„Unter Uns“ bei RTL hat ab heute einen ganz besonderen Gaststar
„Unter Uns“ bei RTL hat ab heute einen ganz besonderen Gaststar
"Als Teenie sah ich zum Fürchten aus"
"Als Teenie sah ich zum Fürchten aus"

Kommentare