Drogendealer haben nichts zu lachen: Machete kehrt im 2. Teil zurück auf die Leinwand

Der Kreisboten-Kinotipp: "Machete kills" 

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Machete (Danny Trejo) is back!

Besinnliche Landschaftbilder, tiefgründige Dialoge: Das alles gibt's nicht im zweiten Teil des schrägen Trash-Action-Spektakels über den Verbrecherjäger Machete. Dafür aber jede Menge Blut, Sex und knallharte Sprüche. B-Movie-Ikone Danny Trejo gibt den abgebrühten Mexikaner mit der gewohnten Lässigkeit, eine Rolle spielen außerdem eine Atombombe und Lady Gaga. Unsere Filmkennerin Sandy Kolbuch hat sich für Sie schonmal auf den irren Trip begeben.

2010 begann Kultregisseur Robert Rodriguez seine „Machete“-Trilogie. Nachdem die titelgebende Hauptfigur durch die Hand des Drogenkönigs Torrez (Steven Seagal) seine Familie verloren hatte, ist er nach Texas geflüchtet. Doch statt seine Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen, nimmt Machete (Danny Trejo) einen gefährlichen Auftrag an. So kehrt der Mexikaner im zweiten Teil zurück auf die Kinoleinwand. Im B-Movie-Style wird auch hier wieder gemetzgert was das Zeug hält. 

Neben Danny Trejo („From Dusk Till Dawn“) als stoischem Messer-Matador sind diesmal Mel Gibson („Braveheart“), Charlie Sheen („Two and a Half Men“), Demián Bichir („Che“) und Michelle Rodriguez („The Fast & The Furious“) mit an Bord, um den Genre-Fans knallharte Action zu bieten. Als kleines Schmankerl gibt sich auch noch Poplegende Lady Gaga die Ehre, um das Kinopublikum mit einem Leinwanddebüt der besonderen Art zu überraschen. 

Inhalt 

Ein Einsatz gegen die Kartelle, bei dem Ex-Federal Agent Machete mit seiner geliebten Partnerin Sartana (Jessica Alba) zugegen ist, hat tragische Folgen – Sartana wird getötet. Aber Zeit zum Trauern bleibt Machete nicht: Es ereilt ihn eine Nachricht des Präsidenten der Vereinigten Staaten (Charlie Sheen). Machete soll den mexikanischen Kartellboss Mendez (Demián Bichir) ausschalten, der die US-Hauptstadt mit einer Nuklearrakete bedroht. Die Mission gestaltet sich jedoch knifflig, denn der Zünder der Rakete ist mit Mendez’ Herz verbunden. Nur der exzentrische Waffendealer Mastermind Luther Voz (Mel Gibson) ist in der Lage, die Bombe zu entschärfen. Machete bleiben nur 24 Stunden Zeit, um die globale Vernichtung zu verhindern.

Zahlreiche Verfolger, die ihn quer durch Mexiko jagen, machen die Aufgabe auch nicht gerade leichter – sind unter ihnen doch tatsächlich einige heiße Ladies, die mit Hilfe ihrer Reize und mit ganz speziellen Waffen das Leben des Agenten auslöschen wollen. 

Rezension 

Rodriguez erweist sich auch mit seiner Fortsetzung als Meister des schrill-rasanten Action-Kinos. Gnadenlos, extrem blutig und mit einer guten Prise schwarzem Humor wird alles niedergemetzelt, was sich Machete und seinen Verbündeten in den Weg stellt. Das High Speed-Entertainment setzt auf betont krasse Action, eine Menge cooler Sprüche und heiße Sexszenen. B-Movie-Ikone Danny Trejo, der innerhalb der letzten 30 Jahre in 260 Filmen mitwirkte, wird seinem Namen Machete gerecht und ist scheinbar jeder Situation gewachsen. 

Das Sequel nimmt sich selbst in keinster Weise ernst und wirkt in vielen Etappen wie eine „James Bond“-Parodie mit einem praktisch unsterblich scheinenden Helden. Und dennoch kann der zweite Teil dieser geplanten Trilogie nicht ganz überzeugen. Die Geschichte ist weder tiefgründig noch originell, sondern im Großen und Ganzen recht belanglos. Die Figuren – und hier vor allem die weiblichen – kreuzen immer wieder Machetes Weg und erweisen sich dabei als die reinsten „Miststücke“. Die episodenhafte Aneinanderreihung der einzelnen Sequenzen erscheint zwischendurch fast stupide, auch wenn Freunde des Actionsegments hier voll auf ihre Kosten kommen dürften. 

Die gewohnt kessen Dialogwitze bleiben im Laufe des Films erhalten, verlieren aber zwischenzeitig an Treffsicherheit, was durch rollende Köpfe allerdings schnell in Vergessenheit gerät. 

Herumfliegende Innereien der durch das Rotorblatt eines Hubschraubers enthaupteten Gegner und literweise Kunstblut bedingen den Look des Sequels. Das die FSK bei 18 liegt ist dadurch mehr als gerechtfertigt, zumal es auch mehrere wirklich „unschöne“ Szenen gibt, die den empfindlichen Magen des Publikums erfreuen dürften. Insgesamt lebt der Film regelrecht von der Gewaltverherrlichung, die in nahezu jeder Szene zelebriert wird. Doch der Film kann auf der anderen Seite keineswegs als „ernst“ angesehen werden – um dies deutlich zu machen, ist jede Todesszene deutlich überzogen und mit entsprechenden Phrasen versehen. 

Das namhafte Darsteller-Ensemble sorgt am Rande übrigens immer wieder für lobenswerte Auftritte. Wenn Lady Gaga in ihrer gewohnt extrovertierten Art durch die Wüste brettert oder Demián Bichir („A better Life“) als Bösewicht daherkommt, dann sorgt dies für so manchen Überraschungsmoment. Die wahrlich besten, aber ziemlich surrealen Szenen hat jedoch Sofia Vergara („Modern Family“) für sich gebucht, wenn sie mit ihrem feurigen BH oder dem Penis-Maschinengewehr ordentlich zur Sache geht. 

Fazit: Freunde des schrägen Geschmacks werden an dem rasanten Actionfilm ihren Spaß haben. Wer bereits den ersten Teil von „Machete“ nicht mochte, kann sich das Kinoticket getrost sparen. von Sandy Kolbuch

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