Das biografische Epos aus der Feder von Jason Chadwick zeigt den langen Weg zur Freiheit

Der Kreisboten-Kinotipp: "Mandela"

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Nelson Mandela (Idris Elba) steht in seinem Leben nicht nur einmal im Fadenkreuz der Macht.

Der Name ist jedem ein Begriff – Nelson Mandela. Der Politiker des ANC ist das Symbol für den bewundernswert friedlichen Übergang Südafrikas vom System der Apartheid hin zu einem modernen Staat. Aber was der erste schwarze Präsident Südafrikas dafür alles durchstehen musste – Filmexpertin Sandy Kolbuch hat es sich schon einmal für Sie angeschaut.

Kaum ein Politiker des 20. Jahrhunderts stand so sehr für Werte wie Gerechtigkeit und Freiheit: Regisseur Justin Chadwick („Die Schwester der Königin“) widmet sich mit seinem Biopic „Mandela – Der Lange Weg zur Freiheit“ dem Leben des südafrikanischen Staatsmannes Nelson Rolihlahla Mandela und damit einem einzigartigen Menschen, der sich lebenslang für die Anti-Apartheidsbewegung einsetzte. Die wichtigsten Stationen seines Lebens, von der Kindheit in Südafrika über seinen Kampf gegen die Rassentrennung, die langjährige Haftstrafe bis hin zur Amtseinführung als Präsident, zeichnet der Film nach. 

Inhalt 

In einem kleinen Dorf Südafrikas wird der kleine Rolihlahla zum Anführer seines Clans erzogen. Als er (Idris Elba) das Dorf verlässt, um Jura zu studieren – mittlerweile hat er den britischen Namen Nelson erhalten – wächst auch sein Interesse am politischen Geschehen in seinem Land. Als 1948 die Apartheid eingeführt wird und ein Freund Mandelas durch weiße Polizisten zu Tode kommt, regt sich sein Kampfgeist. Er schließt sich dem ANC (African National Congress) an, wo er mit seinen Mitstreitern die Rassentrennung im Lande anprangert. Ein gefährliches Unterfangen: Seinen Kampf gegen die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit muss er ab 1964 mit einer lebenslangen Haftstrafe abbüßen. Doch Mandela gibt nicht auf. 

Außerhalb der Gefängnismauern führt seine zweite Frau Winnie (Naomie Harris) seinen Kampf gegen die Apartheit fort, bis Mandela nach 27 Jahren endlich entlassen wird. Mittlerweile hat sich in der Welt so einiges geändert: 1976 stuft die UN die Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein, das menschenverachtende System bröckelt. 1993 werden Mandelas Mühen anerkannt, als er den Friedensnobelpreis erhält und im Folgejahr zum ersten schwarzen Präsidenten seines Landes gewählt wird. 

Rezension 

Produzent Anant Singh, der selbst als indischer Einwohner von der Apartheidsregierung als „nicht-weißer“ Bürger eingestuft wurde, traf Mandela persönlich kurz nach seiner Freilassung im Jahr 1990. Basierend auf Mandelas Biografie „Long Walk to Freedom“, die dieser während seiner Gefangenschaft auf Robben Island schrieb und 1995 veröffentlichte, porträtiert Justin Chadwick den persönlichen Lebensweg des Staatsmannes. Die Kamera blickt hinter die Kulissen des weltweit bewunderten Südafrikaners, der sich für die Aufhebung der Rassendiskriminierung einsetzte. Nicht nur sein politischer Kampf, sondern auch die Auswirkungen seiner Arbeit und die daraus resultierende Last für die Familie, wird in schmerzhaften und gleichzeitig authentischen Bildern eingefangen. 

Die Vorlage des zweifach Oscar-nominierten Drehbuchautors William Nicholson verliert sich allerdings ein wenig im Fokus des Kampfes, obwohl die persönlichen Erfahrungen von Mandela und seiner Frau Winnie nicht ganz außer Acht gelassen werden. Somit teilt sich der Film in zwei Geschichten – die von Mandela und die von Winnie – die aber untrennbar miteinander verschmolzen sind. In opulenten Bildern werden die Höhen und Tiefen der Biografie des bedeutenden Paares auf die Kinoleinwand gezaubert. Mandelas frühe Tätigkeiten als Anwalt, sein Kampf gegen das Apartheidssysthem und die lange Gefangenschaft finden ihre Erwähnung. Aufgrund der Komplexität des fünfzig Jahre umfassenden Drehbuchs wirken die einzelnen, fast schon dokumentarisch beleuchteten Lebensabschnitte in ihrer Erzählweise manchmal etwas abgehackt. 

Im Gegensatz zu den Verfilmungen „Goodbye Bafana“ von Bille Augusts oder Clint Eastwoods „Invictus“, führt Chadwick jedes auch nur im Ansatz bedeutende Erlebnis auf, was durchaus interessant ist, jedoch einige Längen aufkommen lässt. Hauptdarsteller Idris Elba („Pacific Rim“) charakterisiert die Titelfigur dafür souverän und energisch mit all ihren Zweifeln und Schwächen. An seiner Seite kämpft Naomie Harris („Skyfall“) kraftvoll als seine zweite Frau Winnie. Und dennoch versäumt es der Film aufgrund der langen Einstellungen im Vorfeld, die 27-jährige Haftstrafe angemessen zu thematisieren. 

Trotzdem setzt das Epos dem Freiheitskämpfer madela ein bleibendes und gutes Denkmal. von Sandy Kolbuch

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