George Clooney überzeugt wieder einmal als Regisseur und Schauspieler

Der Kreisboten-Kinotipp: "Monuments Men"

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Eine Handvoll Amateure: Wie bekommt man erbeutete Kunstschätze in Kriegszeiten sicher über die Grenze.

George Clooney versucht mit seinem neuen Streifen "Monuments Men" eine ganz eigene Schau auf das Thema "Raubkunst" und will zeigen, wie sich die Alliierten schon zu Kriegszeiten um den Erhalt von Kunst sorgten. Doch vor dem dramatischen Hintergrund eines Weltkrieges wirkt die Story schnell seicht. Sandy Kolbuch ist für Sie im Kino schonmal auf "Schatzsuche" gegangen und weiß, ob sich das Anschauen lohnt.

Im 2. Weltkrieg beauftragten die Alliierten eine Sondereinheit, Kunstwerke der großen Meister aus den Händen der Nationalsozialisten zu befreien, um sie ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Darsteller und Regisseur George Clooney lässt sich von dieser wahren Begebenheit inspirieren und bringt mit seinem Kunstraub-Thriller „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“ die Geschichte auf die Kinoleinwand. 

Inhalt 

1943 setzt der amerikanische Kunsthistoriker George Stout (George Clooney) den Präsidenten über die Vernichtung von Kunstgegenständen im Zuge des Krieges in Kenntnis. Auf sein Drängen hin erkennt Roosevelt Handlungsbedarf. Er fordert Stout dazu auf, eine Elitetruppe zu gründen, um wertvolle Kunstwerke und Schätze zu retten und den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Die Zeit drängt, doch nach und nach gelingt es Stout, den Restaurator James Granger (Matt Damon), die Architekten Richard Campell (Bill Murray) und Walter Garfield (John Goodman) sowie den Kunstexperten Preston Savitz (Jean Dujardin) für sein Vorhaben zu gewinnen. 

Als "Monuments Men" begeben sie sich gemeinsam nach Europa, wo sie von dem Franzosen Jean-Claude Clement (Jean Dujardin) und dem Briten Donald Jeffries (Hugh Bonneville) unterstützt werden. Zuvor unterziehen sie sich einer routinemäßigen Grundausbildung beim Militär. Während Granger in Paris nach vermissten Kunstwerken sucht, lernt er Claire Simone (Cate Blanchett) kennen, die dazu genötigt wurde, Victor Stahl (Justus von Dohnányi) und den Nazis beim Kunstraub zu assistieren. Dank ihrer Aufzeichnungen kommen die Monuments Men ihrem Ziel näher. 

Rezension 

Bereits im Januar hat die Filmbewertungsstelle Clooneys Geschichte über die Mission der Monuments Men mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Dass der Film auf einer wahren Geschichte basiert, die sich während des 2. Weltkriegs ereignet hat, lässt die Erwartungen in die Höhe schnellen. 

Anfangs erweckt Glooneys Werk auch den Anschein einer authentischen Tiefe. Die fast unmögliche Mission der Monuments Men wird durch Kriegsszenen dramatisch in Szene gesetzt. Hinter feindlichen Linien müssen sie die Kunstwerke unter Einsatz ihres Lebens bergen, bevor die deutsche Armee sie in ihre Obhut bringt und unwiderruflich vernichtet. Doch dann wechselt der Grundton, und der Kunstraub-Thriller entwickelt sich in einigen Szenen zu einer Komödie, was mit scherzhaften Dialogen innerhalb der Truppe verdeutlicht wird. In jenen Szenen weicht der Pathos des Kriegsfilms einem Buddy-Movie, der sich an klischeehafte Stereotypen klammert. 

Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Darsteller George Clooney hat seinen Film mit einem hochkarätigen Ensemble besetzt. Neben Matt Damon („Elisium“), John Goodman („Argo“) und Cate Blanchett („Blue Jasmine“) erweisen sich auch Bill Murray („Hyde Park am Hudson“), Jean Dujardin, Bob Balaban und Hugh Bonneville als gute Wahl. Fast allen Darstellern gelingt es durchweg die gelebte Erfahrung des Krieges in Szene zu setzen. Zu alt, um zum Kriegsdienst eingezogen zu werden, erkennt jeder für sich seine letzte Chance, um mit der Kunstmission seinen Teil im Kampf gegen die Nazis beizutragen. 

Doch sind es die leisen Zwischentöne, die hier nicht getroffen werden. Das Drehbuch von Clooney und Grant Heslov, das auf dem gleichnamigen Roman von Robert M. Edsel basiert, leidet in manchen Szenen an fehlenden Erklärungen. Wie durch Zufall können die Männer die Lagerstätten der Kunstwerke ausfindig machen und schaffen es fast, sie unentdeckt zu bergen. Dass sie dabei ihr eigenes Leben der Kunst widmen, während die Soldaten an der vordersten Front für ihr Vaterland kämpfen, kommt einem Wunschtraum nahe. Auch, dass die Sicherstellung der Kunstschätze allein von nur sieben Männern möglich war, ist unglaubwürdig. Die fehlende Dramaturgie kann der Film allerdings mit seinen authentischen Kulissen beleben, die unter anderem im Studio Babelsberg, in der Region um Goslar und in Berlin von Kameramann Phedon Papamichael eingefangen wurden. Auch das Kostümdesign, allen voran die Uniformen von Louise Frogley, werfen ein gutes Licht auf den Look. Der historische Bezug ist rein optisch gegeben. Leider ist der Informationswert des Films der Unterhaltung geschuldet. 

Fazit 

George Clooneys versucht mit seinem Kriegsdrama, ein dunkles Kapitel der Geschichte auf die Kinoleinwand zu bringen. Doch trotz des hochkarätigen Ensembles und eines konsequenten Looks verliert sich die Geschichte nur allzu schnell in seichten Erzählsträngen.von Sandy Kolbuch

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