"Catching Fire" fesselt mit gereiften Hauptfiguren und gewohnt eigenwilligem Look

Der Kreisboten-Kinotipp: "Die Tribute von Panem – Catching Fire"

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Ehe es in den Distrikten zur Rebellion kommt, ändert Präsident Snow die Spielregeln für die 75. Hungerspiele: Alle bisherigen Gewinner müssen unter verschärften Regeln erneut gegeneinander antreten.

Auf der einen Seite die kargen Distrikte, auf der anderen die überbordende Konstümshow des "Kapitols": Auch im zweiten Teil der Tribute von Panem müssen Katniss und Peeta in einer Welt aus Machthunger und Kontrolle bestehen. Das gestaltet sich actionhaltiger und emotionaler als erwartet. Sandy Kolbuch hat für sie schonmal reingeschaut.

2012 stand Gary Ross’ Dystopiefilm „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“, basierend auf der Romanvorlage von Suzanne Collins, an der Spitze der deutschen Kinocharts. Mit einem Einspielergebnis von 19 Millionen Euro im deutschsprachigen Europa und 400 Millionen US-Dollar in den USA eroberten die Hauptfiguren Peeta und Katniss das Kinopublikum im Sturm. Unter der Regie von Francis Lawrence geht nun der zweite von insgesamt vier geplanten Teilen der Roman-Serie an den Start. 

Inhalt 

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und Peeta Mellark (Josh Hutcherson) haben die 74. Hungerspiele überlebt und dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Die Sieger genießen ihre gesicherte Lebensversorgung mit ihren Familien im Heimatdistrikt 12. Doch die Situation der übrigen Bevölkerung hat sich nicht geändert. Während die Sieger, unter der Leitung von Präsident Snow (Donald Sutherland), ihre Victory-Tour quer durchs Land absolvieren, kommt es immer wieder zu Unruhen. Weiterhin dazu genötigt, sich als Liebespaar zu präsentieren, blicken Katniss und Peeta mehr und mehr hinter die perfide Fassade des machthungrigen Kapitols. Ehe es in den Distrikten zur Rebellion kommt, ändert Präsident Snow die Spielregeln für die 75. Hungerspiele: Alle bisherigen Gewinner müssen unter verschärften Regeln erneut gegeneinander antreten. Nur durch eine Allianz mit anderen Tributen scheint Überleben möglich. 

Rezension 

Regisseur Francis Lawrence („I am Legend“) führt die Erfolgsgeschichte von Katniss und Peeta fort. Das gestaltet sich actionhaltiger, spektakulärer und emotionaler als erwartet. Katniss und Peeta werden von ihren Erinnerungen an die traumatischen Hungerspiele heimgesucht. Ihre Erinnerungen hemmen ihr Leben oder bescheren ihnen düstere Albträume, denen sie nicht entrinnen können. Dadurch bekommt der Film eine tiefenpsychologische Ebene, die den Zuschauer an der Gefühlswelt der Figuren teilhaben lässt. Zudem ist man durch das IMAX-Format als Zuschauer nicht nur dabei, sondern mittendrin im spannenden Abenteuer. 

Die bekannten Figuren des ersten Films feiern ihr Wiedersehen auf der Kinoleinwand. Neu dabei ist Philip Seymour Hoffman („The Master“) als Spielleiter Plutarch Heavensbee. Als zwielichtiger Charakter eingeführt, verleiht er der Handlung ebenfalls Tiefe. Während der Look des ersten Films mit dem außergewöhnlichen Modestil des Kapitols hier weiter beibehalten wurde, haben die Figuren einen Reifungsprozess erfahren. Der Zuschauer begegnet keinen Kindern mehr, sondern jungen Erwachsenen, die gerade in den Kampfsequenzen gute Leistungen vollbringen. 

Das Kapitol präsentiert sich erneut durch eigenwillige Stylings und Kostüme, die sich in ein regelrechtes Farbmeer und verschiedene Material-Kompositionen ergießen. In Verbindung mit ungewöhnlichen Pe- rücken, plakativem Make-up und fantasievollem Schmuck entsteht ein fast schon absurder Look, der einen großen Kontrast zu der kargen Ausstattung in den Distrikten bildet. 

Die anspruchsvolle Geschichte von den Drehbuchautoren Simon Beaufoy und Michael Arndt wird aber auch darüberhinaus opulent in Szene gesetzt: Die Tribute finden sich in einem gigantischen Urwald voller mysteriöser Flora und Fauna wieder. Umgeben von einem elektrischen Kraftfeld werden gefährliche Affen, giftige Nebel, Flutwellen und weitere Katastrophen zu einer lebensbedrohlichen Gefahr. Die real gedrehten Sequenzen verbinden sich faszinierend mit Spezialeffekten und Animationen zu einer authentischen Urwaldszenerie. 

Jennifer Lawrence („Silver Linings“) macht sich im zweiten Teil der „Tribute von Panem“ erneut als talentierte Schauspielerin bemerkbar, die das Publikum durchweg überzeugend unterhält. Im Vergleich zu ihr erscheint Josh Hutcherson („Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire“) etwas blasser, was größtenteils daran liegen mag, dass seine inneren Konflikte nicht in vergleichbarem Ausmaß Betrach- tung finden. Liam Hemsworth („Mit Dir an meiner Seite“) ist diesmal leider nur mit sehr wenigen Szenen bedacht, wodurch er zur Randfigur degradiert wird. Dafür können Woody Harrelson („Now You See Me“) als Mentor Haymitch und Elizabeth Banks („Was passiert, wenn’s passiert ist“) als Effie Trinket mit einer wesentlich präsenteren und vor allem ausdrucksstarkeren Performance aufwarten. 

Nach 146 Minuten heißt es für die Fans des Epos Abschied nehmen. Der spannende Cliffhanger schürt schon jetzt das Interesse für die kommenden Filme. Der dritte Roman wird laut Lionsgate in zwei Filme aufgeteilt werden, die im November 2014 und 2015 in den deutschen Kinos starten sollen. Die Geduld der Fans wird damit gehörig auf die Probe gestellt. 

Fazit: „Catching Fire“ ist die mehr als gelungene Fortsetzung der ersten Roman-Verfilmung „The Hunger Games“ von Susanne Collins. Dank der IMAX-Technologie ist der Zuschauer direkt an den Figuren dran und erlebt ihre Abenteuer aus nächster Nähe mit. von Sandy Kolbuch

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