Ben Stiller mimt in seiner neuesten Komödie einen ganz besonderen Tagträumer

Der Kreisboten-Kinotipp: "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty"

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Walter Mitty (Ben Stiller, li.) ist mal Superheld, mal schüchterner Normalbürger.

Er schwimmt mit Haien, steigt auf die höchsten Gipfel und ist sofort zur Stelle, wenn es gilt, die Welt zu retten: Walter Mitty (Ben Stiller) führt ein echt aufregendes Leben. Aber leider nur in seiner Vorstellung. In Wahrheit sitzt er fest in einem langweiligen Job und traut sich nicht einmal, die Frau "seiner Träume" anszusprechen. Ob es trotzdem ein Happy End gibt? Sandy Kolbuch hat es für Sie herausgefunden.

Die Figur des Tagträumers Walter Mitty wurde 1927 von dem amerikanischen Schriftsteller und Zeichner James Thurber für die Kurzgeschichten „The Secret Life of Walter Mitty“, die regelmäßig im „New Yorker“ erschienen, zum Leben erweckt. 1947 begeisterte die Filmadaption „Das Doppelleben des Herrn Mitty“ mit Danny Kaye in der Hauptrolle des schüchternen Verlagsmitarbeiters. Dieser schlüpft in seinen Vorstellungen regelmäßig in die Rolle von Westernhelden, Ärzten oder Kapitänen, um seinem Alltag mit überfürsorglicher Mutter und extrovertierter Verlobten von zeit zu Zeit zu entgehen. Doch seine Träume drohen mit der Realität zu verschmelzen, als Mitty Rosalie kennenlernt, ein Mädchen, das er eigentlich nur aus seiner Fantasie kennt… 

Ben Stiller, Regisseur und Darsteller in einem, greift die einflussreichste Fantasy-Geschichte aller Zeiten auf. Zeitgemäß aufbereitet, vereinen sich in dem Abenteuerfilm Selbstfindungsprozess, Romantik und Action sowie eine angedeutete Medienkritik. Da Stiller selbst die Hauptrolle des liebenswerten Verlierers übernimmt, strotzt der Film von seinem typischen Humor, der zusätzlich durch visuelle Kniffe untermalt wird. 

Inhalt 

Walter Mitty (Ben Stiller) ist als Fotoredakteur beim Hochglanzmagazin „Life!“ für die Negative verantwortlich. Seinem eintönigen Alltag entflieht er regelmäßig durch Tagträume, in denen er zum Helden wird. Jede Herausforderung kann er in seinen Gedanken geistreich lösen, während er in der Realität unscheinbar und durchschnittlich ist. Nicht einmal seine Kollegin (Kristen Wiig), die er heimlich liebt, scheint ihn wahrzunehmen. 

Erst als Mitty und seine Mitarbeiter kurz vor der Kündigung stehen, muss der „Ultra-Normalbürger“ sein Leben in die Hand nehmen. Er bricht auf zu einer abenteuerlichen Reise rund um den Globus, um das letzte Cover des Magazins zu retten – und erlebt dabei ungeahnte Situationen, die selbst seine Fantasie niemals für möglich gehalten hätte. 

Rezension 

Ben Stiller inszeniert Walter Mitty als typischen Jedermann, der in einem routinierten Berufsalltag gefangen ist. Seine Freizeit verbringt er mit Mutter und Schwester, die ihm nur wenig Raum und Zeit für persönliche Entfaltungen lassen. Mit diesen Eingangsbildern spiegelt die Komödie den aktuellen Zeitgeist wieder. Dem Zuschauer wird ausreichend Identifikationspotenzial geboten, um sich und seinen Berufsalltag wiederzuerkennen. 

Während andere Menschen Zerstreuung in Büchern oder Filmen suchen, bricht Mitty heimlich aus seinem Alltag aus und verliert sich immer mehr in Tagträumen, in denen er zum Helden wird. Seine Angst vor einem Neubeginn und die damit verbundenen Risiken zwingen die Hauptfigur im echten Leben zum Stillstand. Lieber erträgt Mitty das altbekannte, wenn auch belanglose Leben, anstatt etwas Neues zu wagen, das ungeahnte Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Doch als die Grundmauern seines Lebens einzustürzen drohen, wagt Mitty den Schritt und wächst über sich selbst hinaus. Der Zuschauer wird Zeuge, wie Mittys Schüchternheit ihn daran hindert, seine Kollegin persönlich anzusprechen. Erst während seiner Reise muss er zwingend Hürden überwinden, um am Ende seinen Erfolg feiern zu können. 

Auch wenn der Fokus primär auf die Tagträume gerichtet ist, findet der Film seinen Höhepunkt jenseits der Traumsequenzen im „realen“ Leben. Wenn Mitty nicht nur sich selbst und seine Fähigkeiten kennen lernt, sondern ganz nebenbei entdeckt, dass „das Gute so nah“ liegt, schwingt eine hoffnungsvolle Erkenntnis mit. Stellvertretend für alle Menschen sammelt er neue Erfahrungen und gelangt dadurch in die Lage, seinen Blickwinkel auf das eigene Leben neu zu definieren. Und so kann sich die Hauptfigur auch im Finale des Films selbst als wichtige und respektable Person wahrnehmen, die wahrlich nicht so unsichtbar ist, wie sie all die Jahre geglaubt hat. 

Fazit: Eine seichte Abenteuerkomödie über einen Normalbürger, der durch einen Wink des Schicksals zu neuen Welten aufbricht und dabei über sich hinauswächst. Locker, humorvoll und amüsant. Leider werden die besten Filmszenen schon durch den Trailer vorweggenommen. von Sandy Kolbuch

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