Leibspeise, Heimat, Dialekt: Kluftingers Welt

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Herbert Knaup als Kommissar Kluftinger

München - Dieser Kommissar ist einzigartig. Nicht nur, dass er tiefstes Allgäuerisch spricht und sein Vorname unbekannt ist. Die tz beleuchtet Kluftingers Welt rund um die Romane und Filme.

Er ist wohl auch der einzige Ermittler, der keine Toten sehen kann – Kluftinger (Vorname unbekannt) leidet unter Leichenphobie. Blöd nur, dass sich sein nächster Fall um einen Mord dreht: Der Betriebsleiter einer Molkerei wurde erdrosselt. Am Donnerstag ist Herbert Knaup zum zweiten Mal als verschrobener Polizist zu sehen: Milchgeld läuft dieses Mal im Ersten. Schon Erntedank (2009, BR) war mit 2,37 Millionen Zuschauern ein Quotenerfolg. Aber wer ist dieser Kluftinger eigentlich? Was haben Darsteller Knaup und er gemein? Die tz beleuchtet Kluftingers Welt rund um die Romane und Filme.

- Milchgeld ist zwar der zweite Film, aber der erste Roman des Allgäuer Duos Michael Kobr und Volker Klüpfel. Das Buch, auf dem der Fernsehkrimi basiert, erschien 2003 und hat sich bisher rund 800 000-mal verkauft. Erntedank folgte 2004. Insgesamt umfasst die Klufti-Reihe sechs Bände.

- Altusried ist Kluftingers Heimatort. Der 10 000-Einwohner-Markt liegt im Landkreis Oberallgäu.

- Das Lieblingsessen des Kommissars: Kasspatzen. Die muss er sich in Milchgeld selbst zubereiten. Seine Frau reist in die Sonne – ohne ihn!

- In den Büchern gibt es versteckte Hinweise auf Kluftingers Vornamen: die Initialen A. I., wobei das „I“ wohl für Ignatius oder Ignaz steht.

- Klufti-Darsteller Knaup (56) stammt aus der Nähe von Altusried. Sonthofen liegt zirka 40 Kilometer südlich entfernt.

-  Um sich die nötigen Kilos für die Rolle als schwergewichtiger Polizist nicht komplett anfuttern zu müssen, zog Knaup mehrere Lagen Kleidung an.

- Filmfamilie I: Herbert Knaups Bruder Karl (62) übernimmt in Milchgeld ebenfalls eine Rolle. Er spielt einen Bauern, der den Molkereichef umgebracht haben soll. „Es war schön, mit meinem Bruder zu drehen“, sagte Knaup der tz. Auch, wenn es vor der Kamera zu einem handfesten Streit kommt.

- Filmfamilie II: Maria Kammel, die Kluftingers Mutter spielt, ist wirklich in Altusried fest verwurzelt: Sie ist mit dem Bürgermeister verheiratet. Tilo Prückner als Kluftis Vater kommt aus Augsburg.

- Regisseur Rainer Kaufmann bekennt: „Ich bin schuld, dass Kluftinger im ersten Film einen Mercedes fährt!“ Für Erntedank hatte er eine etwas noblere Karosse ausgesucht – der totaler Fehlgriff: In den Büchern ist stets von einem alten Passat die Rede. Die Fans reagierten sauer. In Milchgeld fährt Kluftinger nun stilecht Volkswagen.

- Wer die Buchautoren nicht kennt, kann sie in Milchgeld in Nebenrollen sehen: Michael Kobr als Pfarrer, Volker Klüpfel als Georg Böhm.

- Es gibt nur eine Person im Film, die absolut keinen Dialekt spricht: Dr. Langhammer (August Zirner). Der besserwisserische Zeitgenosse und selbst ernannte Klufti-Freund glänzt durch geschliffenes Hochdeutsch und weltmännisches Wissen. Zirner über seine Rolle: „Mein Dialekt ist klugscheißen!“

- Knaup hatte erst keine Lust auf Kluftinger: Das Rollenangebot für Erntedank lehnte er zunächst ab. „Dann habe ich ihn angerufen und gesagt: Herbert, so geht das nicht“, erinnert sich Regisseur Kaufmann. „Ich habe ihn gezwungen. Dann hat es ihm doch Spaß gemacht!“

EH

„Milchgeld“, Donnerstag, 20.15 Uhr, ARD

Quelle: tz

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