Der letzte Saarbrücker „Tatort“: Grusel ist garantiert

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Machen eine grauenhafte Entdeckung: Kappl (Maximilian Brückner, l.) und Deininger (Gregor Weber).

Saarbrücken - In diesem Gefängnis wird nicht wenigstens Normalität imitiert, hier gibt es keine Betten, keine Puppe und keinen Teddybär. In dieser Hölle werden drei Mädchen wie Tiere gehalten.

Angekettet, sich nach einem Napf mit Wasser streckend, verdammt dazu, nur noch zu vegetieren. Es sind drastische Bilder, die Regisseur Hannu Salonen den Zuschauern zumutet und so dafür sorgt, dass dieser letzte Saarbrücker „Tatort“ (ARD) mit Maximilian Brückner und Gregor Weber als Kommissare Kappl und Deininger lange im Gedächtnis bleiben wird.

Zum zweiten Mal in kurzer Folge thematisiert die Krimireihe den Fall eines Menschen, der vollkommene Macht über andere ausübt, indem er sie entführt und wegsperrt, in ein Verlies tief unter der Erde. Grusel ist damit sozusagen garantiert. Geschickt umgehen der Regisseur und die Drehbuchautoren Khyana el Bitar und Dörte Franke die Frage, wie so ein Mensch wohl aussieht, wie er sich im „normalen“ Leben verhält, spielen dafür mit Vorurteilen, indem sie exemplarisch den

üblichen Verdächtigen sowie einen Spießer aus dem Bilderbuch als mögliche Täter vorführen. Der tatsächliche Täter wird nur noch als Leiche präsentiert. „Verschleppt“ zeigt darüber hinaus, dass der Albtraum nicht vorbei ist, wenn Eltern ihr jahrelang eingekerkertes Kind endlich wiederbekommen.

Und doch hat dieser „Tatort“ Mängel, die alle optischen Effekte, allen Thrill und alle krachende Emotionalität der beiden Kriminaler nicht überdecken können. Es beginnt bei dem „Stellvertretermord“ eines Opfers an einer Leidensgenossin, der wenig plausibel scheint, sondern wohl nur ins Buch hineingeschrieben wurde, damit die Ermittlungsmaschinerie überhaupt erst anlaufen kann. Und diese Maschinerie ächzt gewaltig. Soko auf Saarländisch – das wirkt hier und da wie mühsam eingeübt, überschwappende Gefühle der Ermittler inklusive.

Vor allem Gregor Weber als echter „Typ“ mit Mut zur Mundart wird dennoch künftig fehlen. Vielleicht wäre die Geschichte des SR-„Tatort“ mit besseren Büchern doch ganz anders weitergegangen.

Rudolf Ogiermann

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