"Kälter als derTod"

Neues Tatort-Team: Gut abgehangenes "Frischfleisch"

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Wolfram Koch und Margarita Broich spielen die neuen "Tatort"-Ermittler.

München - Margareta Broich (55) und Wolfram Koch (53) geben an diesem Sonntag ihr Debüt in der Mainmetropole. Es ist der dritte Neustart in diesem Jahr – und sicherlich nicht der schlechteste.

Frischfleisch für den Frankfurter Tatort? Hier haben wir es wohl mehr mit zwei gut abgehangenen Stücken zu tun. Was beim aktuellen Mindesthaltbarkeitsdatum eines ARD-Ermittlerpaares allerdings kein Problem sein dürfte. Broich und Koch treten als Nachfolger der Kommissare Steier (Joachim Król) und Mey (Nina Kunzendörfer) ein schweres Erbe an. Schon jetzt sei verraten: Die beiden Neuen machen einen guten Job.

Im Tatort: Kälter als der Tod waten die Kommissare Anna Janneke (Broich) und Paul Brix (Koch) knietief im Familiendrama. Mutter, Vater, Sohn – alle tot. Nur von der Tochter des Hauses und ihrer Nachhilfelehrerin Miranda fehlt jede Spur. Sind sie in der Hand des Mörders? Wer hatte ein Interesse die Familie auszulöschen?

„Wir wühlen im Schlamm und finden nur Dreck“, lamentiert der Vorgesetzte Riefenstahl (Roeland Wisnekker), der den Fall bisweilen auch als „beschissen“ tituliert. Nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber was das kongeniale Gespann bestehend aus Autor Michael Proehl und Regisseur Florian Schwarz (verantwortlich auch für den wunderbaren Tukur-Tatort Im Schmerz geboren) da aus der Krimikiste zaubert, verlangt dem Zuschauer schon einiges ab: Lesbische Liebe, Erbschaftsstreit und Inzucht spielen eine Rolle. Nachvollziehbar und glaubwürdig bleibt da nur manches. Dafür zündet Filmemacher Schwarz visuell ein Feuerwerk der guten Ideen. Statt Ermittler und Verdächtige im dunklen Verhörraum versauern zu lassen, schickt er sie bei den Befragungen gemeinsam zurück in die Vergangenheit, um macht die Erinnerung so lebendig.

Angenehm unaufgeregt agieren in diesem Krimi die beiden Theaterstars Margareta Broich (privat mit dem ehemaligen Tatort-Kommissar Martin Wuttke verheiratet) und Wolfram Koch. Ein Ermittlerpaar, das durch seine Normalität auffällt. Sie sind nicht verkorkst, nicht exzentrisch und schon gar nicht zynisch. Die beiden umweht der Wind der Warmherzigkeit. Sie sprechen freundlich miteinander und mit den Verdächtigen, die sie weder am schmuddeligen Kragen schütteln noch unkontrolliert anschnauzen. Stattdessen gibt’s von Kommissarin Janneke Kräutertee und von Kommissar Brix schon mal ein warmes Bett für geschundene Seelen.

So viel Sympathiewerte müssen belohnt werden: vielleicht beim nächsten Mal – mit einem etwas subtileren Fall.

Astrid Kistner

Quelle: tz

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