Sender wehrt sich

Frauenrechtlerin empört über neue Sat.1-Show

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Andreas (36) aus München will sein Glück in Thailand suchen. Dort lernt er Pi kennen.

München - Der TV-Sender Sat.1 startet ab Sonntag mit der neuen Sendung "Brautschau im Ausland". Schon vor der ersten Austrahlung emöprt sich eine Frauenrechtlerin.

Andreas ist ein Freund der klaren Worte. „Frauen im Ausland“, so findet der 37-jährige Münchner, „sind einfach hübsch, sympathischer und motzen nicht so viel wie deutsche Frauen.“

Der IT-Spezialist, üppig von Gestalt, ist einer von sechs Kandidaten der neuen Sat.1-Show Auf Brautschau im Ausland, die an diesem Sonntag (19 Uhr) startet. Darin begleitet der Sender „einsame Junggesellen“ (Sat.1), die bisher kein Glück in der Liebe hatten und es nun mit Hilfe verschiedener spezialisierter Partnervermittlungsagenturen fernab der deutschen Heimat versuchen. Asien und Osteuropa sind die begehrten Ziele.

Das Format erinnert stark an die RTL2-Sendung Traumfrau gesucht, die Anfang des Jahres lief. Ähnlich wie damals schlagen auch jetzt Frauenrechtlerinnen Alarm.

Sybille Schneider

Sibylle Schreiber ist Fachbereichsleiterin von Terre des Femmes, einem Verein, der sich seit 30 Jahren für die Rechte von Frauen einsetzt. Schreibers Spezialgebiet: Frauenhandel. Die RTL2-Sendung fand sie seinerzeit „pervers“. Ihre Argumente: „Ich bezweifle, dass die Herren, die in solchen Sendungen eine Frau suchen, an einer gleichberechtigten Partnerschaft interessiert sind.“

Die Erfahrung zeige, so erklärt Schreiber nun erneut gegenüber der tz, dass es häufig ein vor allem finanzielles Missverhältnis in der Beziehung zwischen einem Deutschen und einer Osteuropäerin oder Asiatin gebe. „In der Regel begibt sich die Frau in eine wirtschaftliche Abhängigkeit.“

Ein weiteres Problem: Seit dem 1. Juli 2011 sieht die deutsche Gesetzgebung vor, dass eine Ehe zwischen einer Ausländerin und einem Deutschen drei Jahre Bestand haben muss, bevor die Frauen eine vom Ehemann unabhängige Aufenthaltsgenehmigung bekommen. „Die Herren“, warnt Schreiber, „haben quasi ein dreijähriges Rückgaberecht, wenn ihnen die Frau nicht mehr gefällt.“

Klingt alles problematisch, zumindest moralisch zweifelhaft. Sat.1 sieht das naturgemäß anders. Auf Nachfrage der tz teilte Sprecherin Diana Schardt mit: „Warum sollen deutsche Männer nicht auch in Asien oder Osteuropa auf Partnersuche gehen dürfen?“ Die Kandidaten würden auf „sehr selbstbewusste Frauen“ treffen, die genau wüssten, was sie wollen – „und das unseren deutschen Kandidaten von Anfang an sehr deutlich machen“.

thy

TV-Hits 2011: Von Thomas Gottschalk bis Tatort

Platz 1: Wie soll es anders sein? Natürlich führt Thomas Gottschalk die Top Ten der Quoten-Hits an. Seinen Abschied von "Wetten, dass..?" am 3. Dezember 2011 verfolgten 14,8 Millionen Zuschauer. © dpa
Platz 2: Lena Meyer-Landrut bescherte der ARD eine Traumquote: 13.93 Millionen verfolgten den Eurovision Song Contest am 14. Mai 2011. © dpa
Platz 3: Einmal im Jahr hat Thomas Gottschalk mit "Wetten, dass..?" auf Mallorca gastiert. Am 18. Juni 2011 schauten 12,44 Millionen TV-Zuschauer diese Sendung an. © dpa
Platz 4: Das beliebteste Tatort-Team kommt aus Münster. Mit der Sendung "Herrenabend" am 11. Mai lockten die beiden Ermittler 11,86 Millionen Zuschauer vor die Fernseher. © Das Erste
Platz 5: Thomas Gottschalks erste "Wetten, dass...?"-Sendung im Jahr 2011 verfolgten am 12. Februar 10,73 Millionen Menschen. © dpa
Platz 6: Den Münsteraner Tatort "Zwischen den Ohren" sahren 10,44 Millionen Menschen. © Das Erste
Platz 7: Am 5. November 2011 sagte Hape Kerkeling live im ZDF, dass er "Wetten, dass..?" nicht übernehmen möchte. Das sahen 9,95 Millionen Menschen. © dpa
Platz 8: Auch der Stuttgarter Tatort war in 2011 erfolgreich. Am 9. Oktober sahen 9,66 Millionen Menschen "Das erste Opfer" © Das Erste
Platz 9: Der Tatort "Im Netz der Lügen", der am Bodensee spielte, lockte 9,6 Millionen Menschen vor die Fernseher. © Das Erste
Platz 10: Die süddeutschen Tatort-Ermittler sind offenbar beliebt. Die Ludwigshafener Kommissar Lena Odenthal schaffe es in der Gunst der Zuschauer auf den 10. Platz. 9,6 Millionen sahen "Tödliche Ermittlungen". © Das Erste

Quelle: tz

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