Porno-Szenen im Free-TV: Arte zeigte wirklich alles

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Das ist noch eine der harmloseren Szenen - mehr Bilder sehen Sie in der Fotostrecke unten

München/Straßburg - Wer am Mittwochabend bei Arte vorbeizappte, dürfte sich gewundert haben: Dort liefen tatsächlich pornographische Szenen. Die Bilder und die Hintergründe.

"Shortbus" gilt neben "9 songs" als der bekannteste Mainstream-Film, in dem echte, nicht simulierte Sex-Szenen zu sehen sind. Am Mittwochabend feierte die Sex-Komödie ihre Free-TV-Premiere bei Arte. Im Vorfeld war noch unklar, ob der Kultur-Sender den Film tatsächlich ungeschnitten zeigt oder die eine oder andere freizügige Szene zum Opfer fallen würde.

Doch am Mittwochabend war tatsächlich alles zu sehen: ein Mann, der sich mit dem Mund selbst befriedigt. Schwuler Oralsex. Eine Paar-Therapeutin, die in der Hoffnung auf einen Orgasmus mit ihrem Mann in verschiedenen Stellungen Sex hat, wobei die Genitalien klar zu sehen sind. Masturbation. Eine Sex-Orgie, bei der es zwischen vielen nackten Menschen zur Sache geht. Und, und, und. Dabei mangelte es nicht an erigierten Penissen und klaren Ansichten von Geschlechtsverkehr.

Laut Definition handelt es sich um pornographische Szenen. Doch Arte durfte diese trotzdem zeigen - wie die zuständige TV-Redakteurin Barbara Häbe schon im Vorfeld gegenüber tz-online erklärt hatte. Zum einen wurde der Film nach FSK 18 freigegeben. Zum anderen sei es auch der Kontext, der die expliziteren Szenen im TV rechtfertigt. "Dass emotional und zwischen den Menschen echte Bindung auftaucht und es nicht aufdringlich wird, sind auch Gründe, warum der Film durch den FSK-Ausschuss gekommen ist", so Häbe.

Wer den Film vorher nicht kannte und beim Zappen auf Arte gelandet ist, dürfte sich dennoch gewundert haben. Auf tvforen.de schreibt ein überraschter User: "Leute, ich bin nicht prüde, aber ich hätte nicht gedacht, dass mich das Fernsehen dahingehend aufklärt, das ich zum ersten Mal en detail gesehen habe, wie ein Mann sich selbst einen bl..." Der User schreibt weiter: "Ich frage mich bei solchen Experimenten nur immer, ob das dann wirklich so explizit sein muss."

Ein anderer Nutzer schreibt nicht ohne unterschwellige Kritik: "Hüpf auf einem Bein herum halt dabei einen Kohlrabi in der linken Hand und schmier dir mit der rechten Hand Schokoladenpudding ins Gesicht. Wenn du dann sagst, dass das Kunst ist, werden viele dir das glauben, weil sie Angst davor haben als Kulturbanausen angesehen zu werden."

Von der Filmkritik war "Shortbus" weitgehend positiv aufgenommen worden. Spiegel.de schrieb: "Erigierte Penisse und entblößte Schamlippen dienen hier nicht als Kulisse für einen Pornofilm mit Anspruch. Expliziter Sex dient eher als Metapher für ein aktuelles Gesellschaftsportrait junger New Yorker Stadtneurotiker." Die SZ indes sah einen Film, der Neuland betritt und wie es ihn so explizit und optimistisch im Mainstream-Kino noch nicht gegeben habe. Das Fazit:  "Wer's nicht aushält, ist entweder prüde oder zu anspruchsvoll."

Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Die Wiederholung läuft in der Nacht zum Sonntag um 2:55 Uhr bei Arte.

lsl.

Quelle: tz

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