Traumschiff-Kapitän geht von Bord

Rauch: "Ich gehe ohne jede Wehmut"

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Traumschiff-Kapitän Siegfried Rauch geht von Bord.

München - Von wegen friedliches Fest: Der zweite Weihnachtsfeiertag droht im Streit um die Fernbedienung zu enden, denn ARD und ZDF erklären sich mit ihren Eigenproduktionen den Quotenkrieg.

Update vom 12. März 2018: Trauer um den Star aus "Traumschiff" und "Der Bergdoktor". Am Sonntagabend ist Siegfried Rauch bei einem Unfall gestorben.

Während im Zweiten Traumschiff-Kapitän Siegfried Rauch seinen Abschied auf dem Sehnsuchtsdampfer feiert, geben Christian ­Ulmen und Nora Tschirner im Ersten ihren Einstand als Tatort-Kommissare. Und der Zuschauer hat die Wahl – zwischen einer Traumreise nach Malaysia oder einem mordslustigen Krimi. Kleines Trostpflaster für die glücklichen Empfänger von Eins Festival: der Digitalsender zeigt den Tatort: Die fette Hoppe zeitversetzt am ­selben Abend um 21.45 Uhr.

Endstation Malaysia. 14 Jahre schipperte Schauspieler Siegfried Rauch als TV-Kapitän Jakob Paulsen über die Weltmeere. Am zweiten Weihnachtsfeiertag endet die Traumschiff-Ära mit dem 81-jährigen Bayern, der einen Bauernhof bei Munrau hat. Warum Rauch leichten Fußes von Bord der MS Deutschland geht, verrät er im tz-Interview:

Herr Rauch, Sie sehen so vergnügt aus. Kein bisschen wehmütig, dass mit dem „Traumschiff“ jetzt Schluss ist?

Siegfried Rauch: Überhaupt nicht. Ich bin froh und dankbar, dass ich das alles erleben durfte. Ich bin ja in den letzten Jahren viel rumgekommen, und irgendwann ist es dann genug. Dann kann man nichts mehr in sich aufnehmen. Die Dinge werden selbstverständlich und verlieren ihren Reiz. Und das will ich meinen schönen Erinnerungen nicht antun.

Wie hat sich der letzte Drehtag angefühlt?

Rauch: Da war in gewisser Weise schon eine Erleichterung, weil die Entscheidung aufzuhören, ja schon viel früher gefallen ist. Interessant ist für mich immer, was laut Drehbuch mein allerletztes Wort in einer Serie ist. Und was glauben Sie, was nach 14 Jahren mein letztes Wort war? Danke!

Welches Reiseziel hat Sie besonders fasziniert?

Rauch: Botswana, Sambia und Bora Bora waren von der Natur her das Spekatkulärste, was ich je gesehen habe, aber ich würde nicht nochmal dahin fahren.

Warum?

Rauch: Weil ich es so in Erinnerung behalten will, wie ich es das erste Mal erlebt habe. Ich glaube mit jedem weiteren Besuch würde das Bild, das ich im Gedächtnis habe, bröckeln.

Nach 14 Jahren packen Sie im Januar ­erstmals nicht Ihre ­Koffer …

Rauch: Ja, und das ist ganz wunderbar. Ich freue mich riesig auf den Winter. Den habe ich die letzten Jahre ja nicht mehr richtig gehabt. Das war immer ein bisschen als würde man sich vor etwas drücken, ein Gefühl, wie wenn man früher Schule geschwänzt hat. Aber der Winter gehört zu uns und unserem Lebensrhythmus. Und selbst wenn’s kalt und düster ist weiß man: Es kommt irgendwann ein Mai. Und der ist bei uns in Bayern um so vieles schöner als in Papua Neuguinea. Weil da ist der Mai wie der August und der August wie der Dezember.

Sie haben also nie ans Auswandern gedacht?

Rauch: Nein, ich wollte immer schon einen Bauernhof in Oberbayern mit einem Stück Land, auf dem ich arbeiten kann. Wann immer ich lange in heißen Ländern war, ist mir bewusst geworden: So schön es ist, aber leben will ich hier nicht.

Welche Erkenntnis nehmen Sie aus der „Traumschiff“-Ära noch mit?

Rauch: Dass es die Menschen sind, die ein Projekt zu etwas Besonderem machen. Ich bin sehr glücklich, dass ich Wolfgang Rademann kennenlernen durfte, der so ein prima Team zusammengestellt hat. Und: Dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass man alles unbeschadet übersteht.

Gab’s denn auch brenzlige ­Situationen?

Rauch: Das kann man so sagen. Einmal hat mich ein geheimnisvoller Blasenvirus am Amazonas niedergestreckt. Der Schiffsarzt konnte nichts mehr tun und letztlich war es ein Uruloge, der als Passagier mit an Bord war, der mir mit einem Breitbandantibiotikum das Leben gerettet hat.

Dürfen sich die Fernsehzuschauer 2014 auf ein Wiedersehen mit Ihnen freuen?

Rauch: Ja, klar. Manche Leute meinen ja, ich hätte in meinem ganzen Leben nur Traumschiff gemacht, aber ich hatte immer das Glück, auch andere Rollen spielen zu dürfen. Und so geht’s für mich auch nächstes Jahr mit dem Bergdoktor weiter.

Interview: A. Kistner

Quelle: tz

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