Wegen dem Terror in Paris wurde er verschoben

Am Sonntag haben Fischer und Schweiger ihren "Tatort"-Auftritt

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Helene Fischer und Til Schweiger bei der Premiere in Berlin.

München - Wegen der Anschläge in Paris wurde der Doppel-"Tatort" mit Helene Fischer und Til Schweiger erst einmal nicht ausgestrahlt. Am Sonntag ist es soweit.

Ursprünglich sollten diese beiden ­Tatort-Folgen ­bereits im November laufen. Nach den Terroranschlägen von Paris aber hatte der zuständige NDR die Ausstrahlung der Filme verschoben. Nun ist aus ARD-Sicht offenbar genug Abstand geschaffen, und man kann mit der Doppelfolge aus Hamburg ins neue Jahr starten, die von Millionen Fans bereits sehnsüchtig erwartet wird. Denn: So viel Star-Power war selten am Sonntagabend im Ersten. Neben Kinokönig Til Schweiger als Ermittler Nick Tschiller hat Schlagerprinzessin Helene Fischer ihren großen Auftritt! Die tz erklärt alles Wissenswerte zum ersten TV-Event des neuen Jahres.

Die Geschichte

Der erste Teil der Doppelfolge mit dem Titel Der große Schmerz knüpft nahtlos an die ersten beiden Schweiger-Tatorte aus 2013 und 2014 an. Tschillers Erzfeind Firat Astan (Erdal Yildiz), Boss eines kriminellen Clans, sitzt immer noch in Haft, steuert seine Geschäfte aber von dort aus munter weiter. Weil er in Hamburg seit Jahren allen auf der Nase rumtanzt, soll er nach Bayern (Landshut!) verlegt werden – für einen Bösewicht seines Ranges natürlich die ideale Gelegenheit zur Flucht. Helfen soll ihm dabei nun ausgerechnet Nick Tschiller. Als Druckmittel, dass der Plan aufgeht, hat Astan dessen Tochter Lenny (Luna Schweiger) und Ex-Frau Isabella (Stefanie Stappenbeck) entführen lassen.

Der Plot kommt Ihnen in seinen Grundzügen bekannt vor? Kein Wunder! Nachdem im Stuttgarter Tatort: Preis des Lebens das Mädchen von Kommissar Bootz (Felix Klare) entführt wurde, und kurze Zeit später im Kieler Tatort die Verlobte von Kommissar Borowski dran glauben musste, ist dies nun der dritte Fall, in dem die Familie des Ermittlers involviert ist. Diese Doppelung, eigentlich eine „Dreifachung“, nervt. Wozu, möchte man fragen, gibt es einen Tatort-Koordinator, wenn so etwas nicht verhindert wird?

Typisch: Til Schweiger ballert sich durch.

Wie dem auch sei – Tschiller (und das ist dann natürlich schon ein großer Unterschied zu den Filmen aus Stuttgart und Kiel) prügelt, kämpft und ballert sich nun 90 Minuten wild durch die Hansestadt, um seine Liebsten zu retten. Testosteron-Til in Höchstform, Popcorn-Fernsehen, wie es sonst keiner kann. Schwierig wird’s leider in den emotionalen Szenen. Dann kommt der Schauspieler Schweiger arg an seine Grenzen. Seine Schreie, seine Tränen, seine Verzweiflung, als er glaubt, Tochter und Ex seien tot, haben etwas unfreiwillig Komisches.

Abgesehen davon – realistisch ist an diesem Krimi rein gar nichts. Den Machern ist das wurscht, sie haben es sogar bewusst so inszeniert. In Fegefeuer, dem zweiten Teil, der am Sonntag gezeigt wird, bewege sich Tschiller sogar endgültig außerhalb jeglichen polizeilichen Rahmens, kündigt Regisseur Christian Alvart an. Er werde „ganz auf seine Person und seinen Gegner Astan zurückgeworfen“.

Auftritt Helene

Die Idee, Helene Fischer für einen Tatort zu gewinnen, hat Til Schweiger letztlich den Kollegen aus Münster, Axel Prahl und Jan Josef Liefers, zu verdanken. In deren Folge Summ, Summ, Summ spielte 2013 Roland Kaiser eine große Rolle. 12,99 Millionen Zuschauer sahen diesen Film, der damit Schweigers kurz zuvor ausgestrahlte Debüt-Folge Willkommen in Hamburg knapp übertrumpfte. Nach dem Motto: „Wenn Roland Kaiser schon so viel Quote macht, was bringt dann erst Helene Fischer?“ unterbreitete der Schauspieler ihr das Angebot. Und die 31-Jährige sagte zu.

Untypisch: Helene Fischer ist kaum zu erkennen

Im Tatort selbst erinnert nun herzlich wenig an die puderzuckersüße Sängerin. Sie trägt knallgrüne Kontaktlinsen, die Haare sind dunkel statt blond, die Miene finster, und ihre Stimme ist auch nicht glockenklar wie sonst, sondern tiefer, verruchter. Viel sprechen darf Leyla, so ihr Filmname, allerdings nicht. Die wenigen Sätze übermittelt sie mit starkem Akzent oder gleich auf Russisch. Denn das ist ihre Figur: eine russische Auftragskillerin. „Die Rolle ist so weit weg von dem, was ich auf der Bühne mache“, sagt Helene Fischer, die in Sibirien geboren wurde. Das war ihr sehr wichtig. Einen Part, der ihr ähnelt, hätte sie nicht übernommen. Und sie macht ihre Sache nicht schlecht. Gerade die Schlussszenen von Der große Schmerz fordern ihr einiges ab. Außerdem: Sie kann schießen. „Kurz vor dem Dreh habe ich im Schießkeller der Hamburger Polizei trainiert“, erzählt sie. Am Set habe Til Schweiger dann darauf geachtet, „dass ich mit der Waffe keinen Quatsch mache“.

Der heimliche Star

Helene Fischer hin oder her – der heimliche Star der Hamburg-Krimis ist Fahri Yardim in der Rolle als Tschillers Kollege Yalcin Gümer. Abgesehen davon, dass er der beste Schauspieler des gesamten Ensem­bles ist, verleiht er dem Film Witz, Charme und mehr Lokalkolorit als die Elbphilharmonie und der Kiez zusammen. Solche ­Typen gibt es einfach nur in Hamburg.

So geht’s weiter

Der große Schmerz endet, das darf man verraten, mit ­einem Mords-Showdown. Die Geschichte zwischen Nick Tschiller und Firat Astan ist aber dennoch nicht auserzählt. Am Sonntag geht es mit der Episode Fegefeuer weiter. Über die können wir hier leider nichts Inhaltliches berichten. Offiziell hat der NDR entschieden, dass Journalisten den Film nicht vorab zu sehen bekommen. Dass Til Schweiger, der seit jeher mit Kritikern auf Kriegsfuß steht, damit nichts zu tun haben soll, kann man indes nur schwer glauben. Sei’s drum. Fest steht, dass im Februar sein Tatort: Off Duty ins Kino kommt – eine Art Finale der ganzen Geschichte unter der Regie von Christian Alvart. In der ARD soll dieser Film erst 2018 ­laufen.

Stefanie Thyssen

Quelle: tz

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