Tatort-Kritik: Tod im Jüdischen Zentrum am Jakobsplatz

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Freund und Täter: Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec, l.) begrüßt Aaron Klein (Florian Bartholomäi).

München - Der Oberstaatsanwalt mahnt „Fingerspitzengefühl“ an – ganz so, als würden die Ermittler sonst grundsätzlich erst mal die Fäuste oder die Waffen sprechen lassen.

Schnell wird klar, warum es dieser Instruktion bedarf: Der Tote ist diesmal ein Münchner Jude, die Tat geschah obendrein im Jüdischen Zentrum am Jakobsplatz. Kein normaler Fall also, deswegen heißt die jüngste Münchner ARD-„Tatort“-Episode ja auch „Ein ganz normaler Fall“.

Und so kreist dieser Film (Regie: Torsten C. Fischer) vor allem um die Frage, wie man politisch korrekt ermittelt und ob die Kommissare Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) womöglich verkrampft sind aufgrund der jüngeren deutschen Geschichte und des Holocaust. Sie sind es natürlich nicht, weswegen vor allem der gebürtige Deutsche Leitmayr locker mit den Verdächtigen, zu denen auch ein Rabbi zählt, theologische Themen diskutieren kann. Die Vorurteile transportieren Nebenfiguren wie bereits erwähnter Oberstaatsanwalt (Norbert Heckner), der mit seinem perfiden Philosemitismus für den stärksten Moment sorgt.

Schade, dass Drehbuchautor Daniel Wolf über dieser Einführung ins Judentum den Krimi außer Acht gelassen hat, sodass „Ein ganz normaler Fall“ wenig spannend dahinplätschert. Überdies stellt sich die arg konstruiert wirkende Geschichte am Ende als sozusagen innerjüdische Angelegenheit heraus. Der behinderte Aaron (brillant: Florian Bartholomäi), Gehilfe des Rabbi, ist der Täter – und streng genommen handelt es sich nicht mal um Mord. Wirklich brisant ist das nicht.

Rudolf Ogiermann

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01_muenchen
1. Wofür geriet der „Tatort: Im Visier“ 2003 in die Kritik? A: Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde in die Nähe der Russenmafia gerückt. B: Die Polizeipferde waren gedopt. C: Es wurden geheime Polizei-Taktiken verraten. © dpa
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Richtige Antwort: C: Es wurden geheime Polizei-Taktiken verraten. © dpa
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2. In Schweden war man dermaßen begeistert vom „Tatort“, dass dort… A: das Hochschuldiplom in „Reifezeugnis“ umbenannt wurde. B: ein Popduo namens „Stoever & Brockmöller“ Charterfolge feierte. C: ein Drehbuch in Schulbüchern abgedruckt wurde. © dpa
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Richtige Antwort: C: ein Drehbuch in Schulbüchern abgedruckt wurde. © dpa
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3. „Norbert“, „Oskar“ und „Pauline“… A: ermitteln in Saarbrücken. B: hießen die Dackel von Kommissar Veigl. C: sind Titel von „Tatort“-Folgen. © dpa
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Richtige Antwort: C: sind Titel von „Tatort“-Folgen. © dpa
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4. Der Drehbuchautor Felix Huby benannte seinen Kommissar Bienzle nach… A: seinem Lateinlehrer. B: einer Metzgerei. C: dem schwäbischen Wort für Schlapphut. © dpa
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Richtige Antwort: B: einer Metzgerei. © dpa
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5. Die Melodie welches Schlagers dient dem Münsteraner Kommissar Thiel als Handy-Klingelton? A: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. B: Kreuzberger Nächte sind lang. C: In München steht ein Hofbräuhaus. © dpa
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Richtige Antwort: A: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. © dpa
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6. Mit welcher Geste quittierte Horst Schimanski den Dienst? A: Er rasierte sich den Schnäuzer ab. B: Er ohrfeigte Thanner. C: Er warf seinen Parka weg. © dpa
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Richtige Antwort: C: Er warf seinen Parka weg. © dpa
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7. Welches Ermittlerduo wechselte den Dienstort? A: Batic und Leitmayr. B: Ehrlicher und Kain. C: Odenthal und Kopper. © dpa
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Richtige Antwort: B: Ehrlicher und Kain. © dpa
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8. Welcher Kommissar bescherte mit seinem letzten Fall dem „Tatort“ den bis heute gültigen Zuschauerrekord? A: Horst Schimanski. B: Edgar Brinkmann. C: Heinz Haferkamp. © Wolfgang Werner/dpa/gms
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Richtige Antwort: C: Heinz Haferkamp. © dpa
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9. Im „Tatort: Inflagranti“ wurde das Opfer… A: von der Tarantel gestochen. B: in die Sauna gesperrt. C: vom Trecker überfahren. © dpa
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Richtige Antwort: B: in die Sauna gesperrt. © dpa
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10. Wo steht die Lieblings-Currywurstbude der Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk? A: am Deutzer Rheinufer. B: am Schokolademuseum. C: auf der Domplatte. © dpa
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Richtige Antwort: A: am Deutzer Rheinufer. © dpa

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