„Tatort“: Ein wahrer Fall

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Joachim Krol als Hauptkommissar Frank Steier und Nina Kunzendorf als Hauptkommissarin Conny Mey im ARD-Tatort "Der Tote im Nachtzug" von Lars Kraume.

Frankfurt - Nach einer wahren Begebenheit“, heißt es am Anfang des Tatort mit dem Titel Der Tote im Nachtzug an diesem Sonntag. Am Sonntag kommt der zweite Fall des neuen Frankfurter Tatort-Teams.

Es ist die zweite Folge des neuen Frankfurter Komissarteams Conny Mey (Nina Kunzendorf) und Frank Steier alias Joachim Król und sie basiert auf einem Mord, der sich tatsächlich so in Bremen ereignet hat. Als Vorlage diente dem Hessischen Rundfunk der Bestseller Die Spur des Bösen (siehe unten) von Axel Petermann. Der Autor ist Profiler und löst die spektakulärsten Krminalfälle Deutschlands.

Da der wahre Mordfall anonym bleiben muss, sollten sich die Leser von Petermanns Sachbuchs nicht wundern, dass die Auflösung im Tatort eine andere als in der Lektüre ist. So viel sei aber verraten: Axel Petermann, der zudem als ARD-Tatort-Berater tätig ist, „gefällt das Ende sehr gut“, wie er in einem Interview des Radio-Bremen-Magazins Ansichten sagte.

Es geht um den Mord an einem Mann, der sich im Nachtzug aus Warschau nach Frankfurt ereignet. Im Schlafabteil findet der Schaffner die Leiche eines ehemaligen Bundeswehrsanitäters. Bauchschuss. Zunächst sieht alles nach Raubmord aus. Bald geht es aber auch um Medikamentendiebstahl, Drogen, den zerplatzten Traum von der heilen Familie und die Bundeswehr in Afghanistan.

Glücklicherweise ist es aber weder ein Tatort, der einem die Welt erklärt, noch bietet er sozialpolitischen Debattenstoff. Es ist ein Krimi, der zeigt, was für ein anspruchsvolles Handwerk es ist, Kriminalkommissar zu sein: Wie ein Tathergang rekonstruiert wird, wie Zeugen vernommen werden.

Bereits der erste Fall mit dem neuen Ermittlerpaar Król und Kunzendorf (gerade mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet) kam beim Publikum gut an. Neun Millionen Menschen sahen ihren Debütfilm im Mai.

Und auch der wahre Kriminalist Axel Petermann ist überzeugt von Króls großartiger schauspielerischen Leistung: „Er setzt die Arbeit eines Kommissars authentisch um. Bei der Szene im Zug des Frankfurter Bahnhofes habe ich mich in die Situation von damals – in Bremen – zurückgesetzt gefühlt“, so Petermann. Überdies sei der Fallanalytiker froh, dass Krimis wie dieser gedreht werden, denn in vielen Tatort-Folgen vermisse er den Bezug zur Realität.

Tina Layes

Quelle: tz

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