Telefonleitungen lahmgelegt

Sabotage bei XY? ZDF glaubt nicht an Zufall

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Moderator Rudi Cerne (55) wurde im Lauf der Sendung informiert

München - Wurde die Telefonleitung bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" am Mittwoch lahmgelegt? Eine Sprecherin des ZDF glaubt nicht an einen Zufall.

So etwas hat es in der über 40-jährigen Geschichte von Aktenzeichen XY … ungelöst noch nicht gegeben: Die Telefonanlage, über die die Zuschauer im Studio anrufen und Hinweise auf thematisierte Fälle geben können, wurde am Mittwochabend lahmgelegt! 700 Anrufe (rund 500 mehr als üblich) gingen innerhalb der ersten 30 Sendeminuten ein– Absender waren Anschlüsse mit auffälligen Nummern. Sabotage bei XY?

Noch hält man sich bedeckt. Aber höchstwahrscheinlich steht die Aktion in Zusammenhang mit einem Fall, über den Moderator Rudi Cerne in der Sendung sprechen wollte: Es geht um organisierte Banden, vermutlich aus der Türkei, die Menschen am Telefon abzocken (siehe unten). Gut möglich, dass diese „Call-Center-Mafia“ die Sendung stören wollte. „Wir glauben nicht, dass es Zufall war …“, erklärte die Redaktionsleiterin der Sendung, Ina-Maria Reize, am Donnerstag der tz. Bevor man Anzeige erstattet, wolle man allerdings noch mit der Störungsstelle der Telekom sprechen. Vielleicht habe es ja auch einfach ein Problem mit der Leitung gegeben.

Die Nummern, die auf dem Display erschienen, begannen unter anderem mit 0022, was die Vorwahl von Gambia wäre. Es tauchte auch die Nummer vom LKA Bayern auf. Wenn man zurückrief, erklang jedoch die Titelmelodie von Aktenzeichen XY … ungelöst. Hier waren anscheinend Profis am Werk … „Während der Moderation habe ich zunächst nichts von der Störung mitbekommen“, sagte Rudi Cerne zur tz. Er sei es ja gewohnt, dass bei XY viel telefoniert werde. „Da aber lauter gesprochen wurde als sonst, habe ich mir gedacht, dass etwas nicht stimmt.“ Als dann ein Film eingespielt wurde, sei er informiert worden.

Bandenkriminalität: Um diesen Fall ging es

Sie versprechen Sachpreise wie teure Autos und machen Hoffnung auf Mega-Gewinne: Seit 2010 rufen Betrüger vorwiegend aus der Türkei, aber unter deutscher Nummer und in perfektem Deutsch, bei Menschen in der Bundesrepublik an und zocken sie eiskalt ab. Etwa 300 000 Opfer wurden bereits um etwa 127 Millionen Euro geprellt!

Die Masche: Nachdem der vermeintliche Gewinn versprochen wurde, wird die Übergabe des Preises an Gebühren geknüpft, die in Abständen über einen Zeitraum von mehreren Wochen gefordert werden – etwa für die angebliche Überführung des Geldes. Die Opfer überweisen dann Schritt für Schritt das Geld.

In der Aktenzeichen-Sendung von Mittwochabend wurde deshalb gewarnt. Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, sagte: „Wir haben es hier mit organisierter Bandenkriminalität zu tun.“ Er riet den Zuschauern, sich bei verdächtigen Anrufen an die Polizei zu wenden. Und, das Wichtigste: „Geben Sie keine Daten am Telefon heraus!“

thy

Quelle: tz

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