„Der Künstler bindet sich mit Haut und Haaren“

The Voice of Germany: Die geheimen Verträge schockieren

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Die Kandidaten der Casting-Show „The Voice of Germany“, hier Friedemann Petter, müssen vor ihrem Auftritt geheime Verträge unterschreiben.

Köln - Ruhm und Reichtum versprechen sich die Teilnehmer der Casting-Show „The Voice of Germany“. Letzteres bleibt den Künstlern aber verwehrt. Der Grund: die geheimen Verträge. 

Donnerstag Abend ist es wieder so weit: Die Erfolgs-TV-Show „The Voice of Germany“ geht in die nächste Runde. 13 Sänger werden versuchen, ihren Traum von einer Karriere im Musik-Geschäft voranzutreiben. Wie die „Bild“ berichtet, müssen die Kandidaten aber bereits vor ihren Auftritten fünf verschiedene Verträge unterschreiben: mit der Plattenfirma „Universal Music“, der „BMG Rights Management“, der „Bam Bam Music GmbH“ und der „Global Music & Talent Agency B.V.“.  Darüber hinaus sind die Kandidaten per „Talentvertrag“ an die Produktionsfirma „Talpa“ gebunden. Alles sei bis ins letzte Detail geregelt. 

Gegenstand des 51-seitigen Kontrakts seien dem Bericht zufolge Aufwandsentschädigungen, Honorare, Mitwirkung an der Show, Rechteübertragung, Merchandising, Booking und eventuelle Touren - ein „360-Grad-Vertrag“. Hinzu komme eine Verschwiegenheitsklausel über Vertragsinhalte, bei Verstößen drohe eine Geldstrafe in unbekannter Höhe. 

„Im Ergebnis sind alle Verträge so gekoppelt, dass der jeweilige Künstler gebunden ist – auf Jahre hinaus und zwar auf exklusiver Basis, ohne die Möglichkeit, aussteigen zu können“, sagt der Münchner Anwalt Holger von Hartlieb, Experte für Medien-Vertragsrecht, auf Nachfrage der „Bild“. „Dem Künstler stehen keinerlei Wahlmöglichkeiten zu. Die Vertragsregelungen sind nicht verhandelbar. Der Künstler bindet sich mit Haut und Haaren.“

Hier einige wesentliche Inhalte des Abkommens laut „Bild“:

- Geld erhalten die Kandidaten nur dann, wenn sie die Liveshows erreicht haben. In diesem Fall werde eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 Euro fällig. 

- Einen Geldregen darf auch der Sieger der Show nicht erwarten: Für die erste Single erhält dieser dem Bericht zufolge 7500 Euro, für eine optionale weitere Single entfällt abermals ein Betrag zwischen 5000 und 7500 Euro. Bei einem Album, falls es dazu kommen sollte, entfallen 25.000 Euro, für das uweite zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Ein drittes wird mit maximal 75.000 Euro vergütet. Für „Best of“-Zusatztracks gibt es noch einmal 3500 Euro obendrauf. 

- Nicht-Sieger erhalten für eine Single 2000 Euro, für ein Album 20.000 Euro. 

- Ein Solo-Auftritt nach dem Staffelfinale bringt 3000 Euro ein. Zusätzlich erhält der Künstler zehn Tickets für sein eigenes Konzert, beispielsweise für Freunde und Familie. 

- Der Künstler dürfe sein Management nicht frei wählen, sondern ist der „Bam Bam Music GmbH“ verpflichtet. Diese streiche 20 Prozent der gesamten Nettoerlöse des Künstlers inklusive Mehrwertsteuer ein. 

- Bei Live-Auftritten werden laut „Bild“ an Probetagen 150 Euro an den Künstler ausgezahlt, je Konzert bekomme dieser 350 Euro. 

Zwar wird niemand gezwungen, diese Verträge zu unterzeichnen. Für eine Teilnahme an der Show - mit entsprechender Präsenz im Fernsehen - sind diese Vereinbarungen aber offenbar Grundvoraussetzung. 

Quelle: tz

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