Tiere für Fernseharbeiten: "Das Problem sind die Menschen"

+
Alle suchen Bruno, aber aus den unterschiedlichsten Gründen: Die Tierschützerin Linde Blümel (Nadeshda Brennicke), der Jäger Hubert Wolfgruber (Fritz Karl, Mitte) und der Tierparkdirektor Konrad Rettensteiner (Harald Krassnitzer).

Auf diesen Film warten alle gespannt: "Der Bär ist los! Die Geschichte von Bruno". Am Aschermittwoch läuft diese Komödie im Ersten. Die tz konnte den Film schon vorab bei einer Pressevorführung sehen.

Der Bär ist los! nimmt zwar zahlreiche Anleihen bei der wahren Geschichte von Bruno, liefert in erster Linie aber eine Parodie auf die Realsatire, die sich 2006 zwischen bayerischen und Tiroler Behörden abspielte – mit dem bekannten tragischen Ende für den „Problembären“.

Lesen Sie auch:

„Wir wollen nicht zum Bruno-Museum werden“

Ausgestopfter Bruno – ein Honigräuber!

100 Bruno-Besucher in der ersten Stunde

Wildhüter erschießen Brunos Bruder

"Der Bär ist los" - Bruno wird TV-Star

Der Bär hat das Kommando

Tierfreunde werden ihre Freude haben an den vielen bärigen Szenen, in denen so ein Zottel zum Beispiel einen ganzen Biergarten leerschlabbert. Doch die Dreharbeiten am Achensee gestalteten sich problematisch – nicht zuletzt wegen der Filmbären.

Zwei weibliche Bären vom Berliner Circus Paul Busch trotteten für den Bruno-Film vor die Kameras. Im mobilen Gehege warteten derweil drei Männchen, die lediglich dazu dienten, die Bärinnen nach Drehschluss bei Laune zu halten. So eine Vertragsklausel würde Fritz Karl auch gefallen: „Drei Damen, die mich bespaßen …“ Der 41-Jährige, der in dem Film einen Bärenfänger spielt, ließ sich von den Knopfaugen und Teddy-Ohren seiner Mitspielerinnen jedoch nichts vormachen.

„Sind wir mal ehrlich, das ist ein wildes Tier“, sagt Fritz Karl zur tz. „Das hat eine Mimik wie ein Japaner, man erkennt überhaupt nicht, was er gerade denkt. Der Bär sitzt da, schaut auf ein Gänseblümchen, aber wenn er einmal mit seiner Pranke ausholt, bist du weg.“ Mit einem Augenzwinkern beklagt sich Fritz Karl, dass er bei diesem Dreh erstmals abgenommen hat: „Um die Konzentration der Bären nicht zu stören, war das Catering meilenweit entfernt …“ Keine Schnittchen am Set, nur Gummibärchen als Belohnung für die Tiere. Fritz Karl gesteht, dass er stets respektvollen Abstand zu den Bären gehalten hat. „Außerdem finde ich, dass die stinken.“

Weniger Berührungsängste zeigte Nadeshda Brennicke, die in dem Film eine Tierschützerin spielt. Die 35-Jährige, die in München aufwuchs, wohnt auf einem Bauernhof in Brandenburg, züchtet dort Araber-Pferde und hält sich eine Dogge. „Ich kann spüren, ob ein Tier gerade gute oder schlechte Laune hat. Es ist auch eine Sache der eigenen Form: Wenn man selbst gerade nervös ist, lässt man es besser gleich ganz bleiben.“

Mit spielerischer Sicherheit geht auch Harald Krassnitzer mit den Bären im Film um. „Ich begegne prinzipiell allen Lebewesen mit dem nötigen Respekt, schmeiß mich also nicht gleich an so einen Bären ran, als wäre es ein Streicheltier“, erzählt der 48-Jährige, der in dem Film einen Tierpark-Direktor spielt.

An allen Drehtagen waren die Bären die Ersten am Set, damit sie sich ungestört mit dem Terrain vertraut machen konnten. Fangzäune wie auf Skipisten hinderten die Tiere daran, in alle Richtungen auszubüchsen. Doch selbst Fritz Karl zeigt sich von einer anderen Laune der Natur noch stärker beeindruckt: vom Mistwetter während der vierwöchigen Dreharbeiten. „Wir drehten im Hochgebirge, da brach ein Gewitter los, vor uns ging eine Mure ab, hinter uns auch – also dagegen war der Bär ein Scheißdreck.“

IW.

Wie die Tierschützer vom WWF den Bruno-Film beurteilen

Auch die Naturschützer vom World Wide Fund For Nature (WWF) haben den Bruno-Film schon gesehen – und begrüßen grundsätzlich das Bild, das der Fernsehfilm von Braunbären zeichnet, nämlich das eines „faszinierenden und schönen Wildtiers“, das im Alpenraum durchaus bestens geeigneten Lebensraum vorfinde.

Volker Homes ist Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland und erläutert: „Sobald Wildtiere das Umfeld des Menschen als Futterquelle betrachten, verlieren sie ihre natürliche Scheu und können zum Problem werden.“ Das werde im Film anschaulich gezeigt. „Letztlich werden Problembären durch menschliches Fehlverhalten gezogen“, warnt Volker Homes und betont, Bruno sei ein Ausnahmefall gewesen: Seine Mutter Jurka war in Italien von Schaulustigen angefüttert worden. Deshalb vermittelte sie ihren Jungen nicht die nötige Scheu vor Menschen, sondern lehrte sie, Nahrung in der Nähe von menschlichen Siedlungen zu suchen, was Bruno letztlich zum Verhängnis wurde.

Kritisch sieht Homes die Szenen im Film, die den Angriff eines Bären auf einen Jäger (gespielt von Fritz Karl) darstellen. Seit Beginn der Wiederansiedelungsprojekte in Österreich und Italien ist laut Homes kein einziger Angriff eines Bären auf einen Menschen überliefert – nicht einmal von verhaltensgestörten Tieren wie Bruno.

Quelle: tz

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

ZDF-Fernsehgarten: Moderatorin Andrea Kiewel leistet sich schmutzige Anspielung
ZDF-Fernsehgarten: Moderatorin Andrea Kiewel leistet sich schmutzige Anspielung
US-Schauspielerin gestorben - Die Serie, in der sie mitspielte, ist sehr bekannt
US-Schauspielerin gestorben - Die Serie, in der sie mitspielte, ist sehr bekannt
The Voice of Germany: Sido hat Verdacht zu seinem Kandidaten und liegt richtig - der fliegt aus Team
The Voice of Germany: Sido hat Verdacht zu seinem Kandidaten und liegt richtig - der fliegt aus Team
Schlimme Nachricht von Bachelorette Gerda: Fans sind schockiert - „Schon während des Urlaubs beschlossen, ...“
Schlimme Nachricht von Bachelorette Gerda: Fans sind schockiert - „Schon während des Urlaubs beschlossen, ...“

Kommentare