Steinbrecher-Abschied

TV-Kritik: KMH als letzte Hoffnung fürs ZDF

+
Michael Steinbrecher und Katrin Müller-Hohenstein

München - Nach dem Papst und Königin Beatrix verlässt uns jetzt auch Michael Steinbrecher. In seiner TV-Kritik kommentiert Jörg Heinrich den "Stoney"-Abschied aus dem ZDF-Sportstudio.

Der Rasenpfarrer vom Lerchenberg, der Xavier Naidoo mit Torwand, hört auf und zieht sich in ein Kloster in den schroffen Bergen von Andorra zurück. Ende August moderiert Michl, der Sanftmütige, das sprechende Heilwasser, nach 47 Jahren sein letztes ZDF-Sportstudio. Man könnte sagen: Keiner hat mehr Lust aufs Sportstudio, den Stadl ohne Jodeln, jetzt nicht mal mehr der Moderator. „Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“, hat Stoney, wie wir ihn nennen dürfen, gesacht. Das sehen viele Sportfans zwar anders, ganz so schön war’s nun auch nicht, aber wir wollen es mal so stehen lassen.

Und wir geben durchaus zu: Für uns vom tz-Fernsehgucken ist der Stoney-Rücktritt ’n Schlach ins Gesicht. Unsere liebsten Opfer, sie rotten sich nach und nach selbst aus. Okay, manchmal haben wir geschumpfen mit dem Mann mit den Haaren. Zum Beispiel bei Olympia 2008 in Peking. „Der Wachturm-Hochhalter vom ZDF“ mussten wir damals auf Geheiß unseres gehässigen Chefs schreiben. Aber deswegen muss man doch nicht gleich zurücktreten!

Wer nimmt den chronisch überforderten ZDF-Sportzuschauer jetzt noch sachte an der Hand, wie dies nur Steinbrecher zu tun vermochte? Es war ja immer so: Beispielsweise bei Olympischen Winterspielen machte man sich stets Sorgen, ob das ZDF auch heute Wintersport zeigt, oder vielleicht doch Dünen-Feldhockey aus der Westsahara. Doch da kam Stoney, der Klostermann Melissengeist, um den Bildschirm bildete sich ein leuchtender Kranz, und er nahm uns die Furcht: „Bei Olympia, da verändert sich ma was, da verschiebt sich ma was. Aber keine Angst, wir sorgen auch an diesem Tach für Orientierung.“ Und am nächsten Tach auch.

Das Problem ist ja eh: Es kommt nix Besseres nach. Nach Poschi kam Sven Voss. Was will man über Sven Voss schreiben, außer nichts? Über den putzigen Kuschelsven, der immer so traurig guckt, als wäre seine Bambi-Mama gerade vom Trecker zerhäckselt worden? Nach Waldi kam Alex Bommes. Was will man über Alex Bommes schreiben, außer noch weniger als über Sven Voss? Beckmann macht’s auch nicht mehr lang. Das entzieht uns auf Dauer die Geschäftsgrundlage. Wir rufen Frau Müller-Hohenstein zu: Halt durch, Katrin, halt durch! Jetzt brauchen wir Dich mehr denn je!

Jörg Heinrich

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Vanessa Blumhagen lässt tief blicken - Fan reagiert mit Seitenhieb gegen Sylvie Meis
Vanessa Blumhagen lässt tief blicken - Fan reagiert mit Seitenhieb gegen Sylvie Meis
ARD-Talk: Speed-Dating mit AfD-Chef Gauland 
ARD-Talk: Speed-Dating mit AfD-Chef Gauland 
Gast bei Markus Lanz: Erstmals schwanger mit 58 - Frau muss sich rechtfertigen
Gast bei Markus Lanz: Erstmals schwanger mit 58 - Frau muss sich rechtfertigen
„Heißt das wirklich ...“ - Als Rosin den Namen dieses Restaurants hört, ist er schockiert
„Heißt das wirklich ...“ - Als Rosin den Namen dieses Restaurants hört, ist er schockiert

Kommentare