Bitte mehr Sport, weniger Klimbim

TV-Kritik: Der neue Blickpunk Sport - ein prima Miss-Erfolg

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Julia Scharf im Gespräch mit Augsburgs Manager Stefan Reuter.

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich hat den neuen Blickpunkt Sport im Bayerischen Fernsehen (BR) unter die Lupe genommen und hat einen Tipp: Mehr Sport, weniger Klimbim.

Dahoam is dahoam – am Montagabend! Nach drei Jahren Pause läuft der BR-Klassiker Blickpunkt Sport jetzt wieder auf seinem Stammplatz. So wie früher bei Waldi, ­Rubi und Köppi, als Sportmoderatoren noch ein „i“ am Namensende hatten. Nun also Scharfi – genau gesagt Julia Scharf, die neue „Miss Blickpunkt“. Montagabend konnte sie mit ihrem gelungenen Debüt zufrieden sein. Dienstagfrüh trübte sich die Laune beim BR ein: Nur 150.000 Zuschauer. Fazit: Die Moderatorin ein Miss-Erfolg, die Quote ein Misserfolg.

An Julia Scharf lag’s nicht, dass der neue Blickpunkt mit einer Quoten-Niederlage startete. Sie war bestens vorbereitet, stellte Augsburgs Manager Stefan Reuter und dessen Ingolstädter Kollegen Thomas Linke genau die richtigen Fragen. Und als im Einspielfilm ein FCA-Fan vor lauter Begeisterung knapp davor stand, Reuter einen Heiratsantrag zu machen, ulkte die Moderatorin: „Der wurde nicht von uns geschmiert. Man findet diese Menschen in Augsburg.“ Als Thüringer Anlern-Bayerin fand sie den richtigen Mix, ein bisserl zünftig, so wie sie es mögen beim BR, aber nicht zu tümelig.

BR-Infodirektor Thomas Hinrichs hat die 35-Jährige quasi beim SWR beschlagnahmt, weil sie ein bekanntes und fesches Sportschau-Gesicht ist und in den sozialen Netzen fleißig Follower einsammelt. Offenbar lag Hinrichs mit seiner Entscheidung richtig. Über den Rest der Sendung kann der BR gern noch mal nachdenken. Im Studio gibt es jetzt eine „Fankurve“ mit Stehplätzen. Und weil heute jede Sportsendung ihren Kasper braucht, siehe den YouTuber Cbas bei Sky, plärrt ein Komödiant namens Stephan Hacker ab und zu in die Gespräche, und erkundigt sich, ob der FCA als Ablöse für Trainer Weinzierl „a Spo­facke“ (Spanferkel) kriegt, oder ob auch noch ein Rasenmäher-Bulldog obendrauf kommt. Er verleiht dem Wort „überflüssig“ eine neue Dimension.

Eine prima Idee war die italienische Reise von Reporter Dominik Vischer, auf den Spuren von Carlo Ancelotti. Allerdings wissen die Zuschauer jetzt auch, dass sich Vischer mit großer Begeisterung ausführlich dabei abfilmen lässt, wie er elegant Italienisch in sein Smartphone parliert. Ein bisserl weniger Eitelkeit, und der Beitrag wäre gleich noch schöner gewesen (trotzdem Danke für die wunderbare Musik von Patty Pravo). Und so bleibt vom neuen Blickpunkt: Mehr Sport, weniger Klimbim – dann klappt’s hoffentlich auch mit der Quote.

Quelle: tz

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