tz-Interview

Gabi Kimpfel: "Ich denke mit Wehmut an Kuli"

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Die Zuschauer liebten die Sendung mit Hans Joachim Kulenkampff und Assistentin Gabi

München - Am Samstagsabend kehrt er zurück zur ARD: Jörg Pilawa präsentiert "Einer wird gewinnen". Eine Dame wurde damals neben Kuli selbst ein Star: Gabi Kimpfel. Die tz sprach mit ihr.

Am Samstagsabend kehrt er zurück zur ARD: Jörg Pilawa präsentiert Einer wird gewinnen – als einmalige Quizshow und Hommage an Hans Joachim Kulenkampffs Kultsendung von 1964 bis ‘69 und ‘79 bis ‘87. Eine Dame wurde damals neben Kuli selbst ein Star: Gabi Kimpfel, seine adrette Assistentin. Sie wurde 1979 aus vielen Hundert Bewerberinnen ausgewählt, moderierte nach dem Aus für EWG die Sendung Platz für Tiere auf RTL, führte eine Boutique und arbeitet heute noch als Model. Die tz sprach mit der heute 60-Jährigen:

EWG kommt wieder im Fernsehen! Was bedeutet das für Sie?

Gabi Kimpfel: Das ist eine schöne Erinnerung. Zum anderen ist es aber auch eine große Wehmut, dass Hans Joachim Kulenkampff nicht mehr unter uns weilt.

Sie sind ja morgen auch in der Sendung dabei ...

Kimpfel: Ja, aber ich weiß noch nicht, in welcher Form.

Sind Sie aufgeregt?

Kimpfel: Nein. Warum sollte ich das sein. Ich weiß, was ich hatte, und das kann mir keiner nehmen.

Wie wurden Sie Kulis Assistentin?

Kimpfel: Ich hatte damals in einer Zeitschrift gelesen, dass er jemanden sucht und dachte mir: Vielleicht hast du ja eine Chance! Dann wurde ich doch tatsächlich eingeladen. Als ich ankam, stand eine große Pappfigur von Kuli im Raum. Als ich die sah, dachte ich mir: Der sieht ja aus wie mein Papa! Ab dem Zeitpunkt hatte ich keine Angst mehr. Offensichtlich gefiel ihnen dann auch mein Gang und meine Art. Ich kam tatsächlich in die Endausscheidung. Es hieß, es stünden noch zwei Damen zur Auswahl. Doch da kam Kuli ins Zimmer und sagte: Du bist es! Ich war überrumpelt, sprachlos, dann erst begriff ich und war überglücklich!!

Haben Sie ihn gefragt, warum er sie wollte?

Kimpfel: Nein, ich wollte ihn am liebsten umarmen, aber das habe ich mich in dem Moment gar nicht getraut. Als ich dann aber draußen auf der Straße war, habe ich Luftsprünge gemacht!

Was waren dann Ihre Aufgaben in der Show?

Kimpfel: Vor allem die Betreuung der Kandidaten. Ich musste auch den Ablauf im Kopf haben, um zur Not mal hinter der Bühne etwas zu holen. Aber Kuli war ja ein Profi. Das lief immer wie geschmiert. Da wurde gar nicht groß geprobt.

Gab’s mal irgendwelche Pannen?

Kimpfel: Als Kuli vor der Sendung Journalisten auf der Bühne traf, sah ich, dass ihm immer wieder Kleingeld aus der Tasche fiel. Ich hob es auf und schob es ihm unauffällig wieder in die Hosentasche. Da fiel es schon wieder raus. Darauf sagte Kuli zu mir: „Du weißt doch dass ich Löcher in den Hosentaschen habe!“ Lustig war es auch immer, wenn Tiere in der Sendung waren. Kuli liebte ja Tiere, musste sie streicheln und anfassen. Darüber regten sich Zuschauer auf und baten ihn, sich die Hände zu waschen. Daraufhin ließ er sich immer demonstrativ eine Wasserschüssel reichen.

Was war Herr Kulenkampff für Sie?

Kimpfel: Für mich war er ein Chef. Eine Respektsperson. Wenn ich aufgeregt war, scherzte er gerne mit mir über meine auffälligen Kleider. Das war für die Zuschauer lustig und mir nahm es die Aufregung. In späteren Jahren sind Kuli und ich gute Kumpels geworden. Wenn er in Hamburg war, rief er mich an: Komm doch vorbei! Oder er sagte: Sperr Deinen Laden zu, wir gehen essen. Ich sagte: Ich kann doch nicht einfach zusperren! Da fragte er: Was ist wichtiger: ich oder der Laden? Na, dann ging ich natürlich mit!

Wie hat Sie die Sendung geprägt?

Kimpfel: Ganz entscheidend. Es ist ja so: Nur wenn man ins kalte Wasser springt, fängt man an zu schwimmen. Und so bin ich über mich hinausgewachsen. Ich habe später für RTL Ein Platz für Tiere moderiert. Das hätte ich sonst nie gemacht!

In der neuen EWG-Show gibt es wieder eine Assistentin: Leslie, eine 20-jährige Studentin aus Bremen...

Kimpfel: Ja, sie wurde aus fast 1500 Bewerberinnen ausgewählt, ich saß selbst in der Jury. Sie ist ein bildschönes Mädchen, und: Sie ist sogar mit Kulenkampffs legendärem Butler Martin Jente verwandt!

Was raten Sie ihr?

Kimpfel: Ach, gar nichts. Ich will ja nicht die Oberlehrerin sein. Wir werden sehen, wie es ihr geht. Wenn sie Hilfe braucht, helfe ich ihr natürlich gerne …

Interview: Andrea Stinglwagner

 

"Einer wird gewinnen", Samstag, 20.15 Uhr, ARD

Quelle: tz

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