tz-Interview mit TV-Komissar "Stubbe"

Zeit für neuen Stumph-Sinn

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Achtung, hier kommt „Stubbe“! Schauspieler Wolfgang Stumph (66) ist insgesamt noch sechsmal als TV-Kommissar zu sehen – dann geht er in den Ruhestand.

München - Wie stärkt sich ein Fernseh-Kommissar vor seinem nächsten Fall? Mit Kakao und Käsekuchen. Wolfgang Stumph sitzt beim Interviewtermin ganz entspannt im Bayerischen Hof und freut sich auf die Weihnachtszeit.  

Denn da startet traditionell sein ZDF-Krimi Stubbe – Von Fall zu Fall weiter. Nach elf Monaten Pause geht die Reihe weiter. „Endlich ist es wieder Zeit für neuen Stumph-Sinn“, freut sich der 66-Jährige. Und die Chancen stehen gut, dass er wieder eine hohe Quote einfährt. Die Folge In dieser Nacht verfolgten im Januar 2012 fast neun Millionen Zuschauer – ein Rekord für Stubbe! Warum Stumph trotz des Erfolgs nur noch insgesamt sechsmal als TV-Ermittler zu sehen ist, verrät er im tz-Gespräch.

Herr Stumph, ab 22. Dezember laufen drei neue „Stubbe“. Wollen Sie den Rekord von Anfang 2012 knacken?

Wolfgang Stumph: So einfach wird das nicht. Die Leute müssen erst mal bemerken, dass ich wieder da bin – gerade während der Feiertage ist das schwer: Die Leute vertreiben sich die Zeit mit Glühwein auf den Weihnachtsmärkten, alle sind im Stress … Ich weiß nicht, ob ich einen neuen Rekord aufstellen kann. Aber ich hoffe, dass wir zumindest unser Stammpublikum von fünf, sechs Millionen Zuschauern wieder haben.

Ganz schön bescheiden!

Stumph: Einschaltquoten sind nicht das Maß von Qualität. Oder wollen Sie mir sagen, dass Bauer sucht Frau Grimmepreis-verdächtig ist, nur weil bis zu neun Millionen einschalten?

Sie haben bereits Ihren Rückzug angekündigt. In knapp einem Jahr ist nach 50 Folgen Schluss mit Ihrem Samstagskrimi. Warum soll Stubbe nicht mehr ermitteln?

Stumph: Er geht ordnungsgemäß mit 65 in den Ruhestand. Wie im echten Leben. Es gibt Fernsehärzte, die operieren noch, obwohl sie tatsächlich jenseits ihrer berufstätigen Möglichkeit sind. Übrigens, ein erfolgreiches Pferd sollte man nicht totreiten.

Dabei läuft es doch gerade so gut für „Stubbe“.

Stumph: Ich nehme mir Magdalena Neuner als Vorbild, die 2012 ihre sportliche Karriere beendet hat. Mit 25 Jahren hat sie im Biathlon alles gewonnen, was möglich ist – was soll da noch kommen? Am Höhepunkt ist es sehr schwer, das Niveau zu halten. Also höre ich lieber vorher auf. Ein weiterer Grund: Es gibt immer mehr Krimis. Zu viele! Der Markt entwickelt sich mehr zur puren Unterhaltung. Unterhaltung ja, aber mit Haltung.

Damit endet nach 18 Jahren ein weiterer ZDF-Klassiker. Sie hören freiwillig auf, die Kollegen von „Forsthaus Falkenau“ oder „Der Landarzt“ müssen dagegen gehen (tz berichtete) – trotz guter Quoten.

Stumph: Die Entscheidung, ob eine Serie abgesetzt wird oder nicht, sollten die Verantwortlichen nicht in einer Hau-Ruck-Aktion fällen. Es verschwinden dadurch vorschnell echte Marken.

Wollten Sie lieber selbst den Schlussstrich ziehen?

Stumph: Ich bin froh, dass ich Entscheidungen fällen kann, ohne dass mich jemand anderes beeinflusst. Ich will nie mit mir machen lassen, ich will immer mitmachen.

Was machen Sie denn als nächstes?

Stumph: Ich möchte mehr unterschiedliche Filme drehen – noch ein Grund, warum ich meine Krimireihe aufgebe. Derzeit arbeite ich an einem tollen, neuen Projekt, habe viele, in denen ich vielleicht neue Seiten von mir zeigen kann. Aber eins bleibt, mein Stumph-Sinn.

Es steht ja schon fest, wie Stubbe seinen Dienst quittiert …

Stumph: Er wird nicht erschossen! Versprochen!

Ihre Tochter Stephanie war stets als Christiane Stubbe an Ihrer Seite. Werden Sie in Ihren nächsten Filmprojekten auch eine Rolle für sie finden?

Stumph: Meine Tochter ist so gut dank einer fundamentierten Ausbildung, dass sie meine Unterstützung wirklich nicht braucht. Stephanie will auch gar nicht „die Tochter von …“ sein. Das hat sie nicht nötig.

Interview: Eva Hutter

Quelle: tz

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