Radikale Reformen im ganzen Sender

BR steht vor seinem größten Umbau

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Das BR-Gebäude in der Marsstraße

München - BR-Intendant Ulrich Wilhelm (51) hat am Mittwoch drei Stunden lang erörtert, wie er sich die Zukunft des Senders vorstellt. Nämlich ganz anders, als der BR bislang aufgestellt ist!

Am Dienstag durften alle mitdiskutieren. Drei Stunden lang erläuterte BR-Intendant Ulrich Wilhelm (51) seinen 3600 festen und den 1500 „festen freien“ Mitarbeitern live und in Farbe, wie er sich die Zukunft des Senders vorstellt. Nämlich ganz anders, als der BR bislang aufgestellt ist. In der Zukunft sollen Fernsehen, Hörfunk und Internet eng verzahnt werden, dazu die Standorte in Freimann und an der Arnulfstraße ausgebaut, das Studio Unterföhring dagegen aufgegeben werden.

„Die Reform eint uns als Medienhaus und stärkt uns als Qualitätsanbieter“, sagt Wilhelm über den Plan, der nicht weniger als den größten Umbau in der 63-jährigen Geschichte des Bayerischen Rundfunks bedeutet. So groß, dass der Intendant elf Jahre für die Umsetzung einplant.

Der Gedanke dahinter ist einleuchtend: Auf der einen Seite gewinnt das Internet immer mehr an Bedeutung, auf der anderen Seite arbeiten innerhalb des BR die einzelnen Sparten bislang strikt nebeneinander her. So ist es derzeit Alltag, dass zu ein- und demselben Termin gleich mehrere BR-Kollegen fahren: das TV-Team, die Hörfunkreporter und gegebenenfalls noch der Videojournalist für die Internetseite. Innerhalb der Anstalt verfügen die einzelnen Sparten sogar über eigene Archive und eigene Software.

Das alles soll sich bis 2023 ändern. Ein schlagkräftiges Team aus Mitarbeitern aller bisheriger Sparten soll dann alle Kanäle des Bayerischen Rundfunks und damit alle BR-Seher, -Hörer und -Leser mit Informationen, Bildern und O-Tönen versorgen. Die komplette Aufweichung der Strukturen macht auch vor der Chefetage nicht halt. So ist es denkbar, dass es künftig statt eines Fernseh- und eines Hörfunkdirektors beispielsweise einen Informations- und einen Kulturdirektor gibt.

Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant. Frei werdende Kapazitäten will Wilhelm vor allem für eine Qualitätsoffensive im Internet einsetzen. 2013 soll ein Architektenwettbewerb starten, 2016 die Bauarbeiten in Freimann.

Funkhaus: 2050 Festangestellte

Aus dem BR-Funkhaus an der Arnulfstraße senden derzeit alle Hörfunkwellen und das Jugendformat on3-Südwild. Nach Abschluss der Reform 2023 soll lediglich BR-Klassik in der Innenstadt bleiben. Daneben sollen TV-Studios für attraktive Sendungen und Räume für Publikumsveranstaltungen eingerichtet werden. Rundfunkorchester und BR-Chor bleiben im Funkhaus, ebenso die Redaktionen München und Oberbayern.

Freimann: 1000 Festangestellte

Von der Floriansmühlstraße aus senden derzeit u.a. die Abendschau, die Rundschau, Kontrovers, quer, Plusminus und das ARD-Mittagsmagazin. Auch der Bildungskanal BR-alpha ist hier zu Hause. Bis 2020 will Intendant Wilhelm hier – zum Teil in Neubauten – das Aktualitätenzentrum für TV, Hörfunk und Internet errichten. Auch Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3 und B5 aktuell ziehen nach Freimann.

Unterföhring: 250 Festangestellte

An der Rivastraße ist derzeit noch der Unterhaltungsbereich des BR angesiedelt. In den Studios entstehen Sendungen wie Grünwald Freitagscomedy oder Die Komiker ebenso wie die Münchner Runde oder Blickpunkt Sport. Im Jahr 2023 ist nach den neuen Plänen allerdings Schluss in Unterföhring. Das Areal in unmittelbarer Nachbarschaft zu ProSiebenSat.1 will der BR nach dem Umzug verkaufen.

Lesen Sie dazu: BR erfindet "Blickpunkt Sport" neu

PS

Quelle: tz

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