Riesenärger um Lothars Doku-Soap

Vox-Chefredakteur kritisiert eigene Matthäus-Sendung

+
„Loddar“ mit seiner Partnerin Joanna.

München - Die Doku-Soap von Lothar Matthäus hat noch nicht begonnen und schon gibt es den ersten Krach. Vox-Chefredakteur Kai Sturm ist mit dem Ergebnis unzufrieden. Der Rekordnationalspieler wehrt sich.

Für gewöhnlich preisen Verantwortliche von TV-Sendern ihre Formate an, als wäre jedes das Beste, was sie dem Zuschauer je angeboten hätten. Nicht so Kai Sturm. Der Chefredakteur von Vox hat nun eine Sendung scharf kritisiert, die am nächsten Sonntag (24. Juni) um 23.15 Uhr startet – auf seinem Sender. Was die Sache besonders brisant macht – es geht um die Doku-Soap mit Lothar Matthäus! Sturm ist, so der Mediendienst dwdl.de, „nicht glücklich“ mit dem Ergebnis.

Lothar – Immer am Ball, so der Titel, versteht sich laut Vox als „Personality-Doku“, als Sendung also, die den Rekordnationalspieler von seiner privaten Seite zeigen soll. In der ersten Folge sieht man denn auch, wie Matthäus, dessen Hauptwohnsitz Budapest ist, seiner Freundin Joanna Frühstück macht, wie er mit ihr über die Roten Teppiche dieser Welt läuft, wie er auf einer Veranstaltung mit Roberto Blanco scherzt. Das ist harmlos und mitunter unfreiwillig komisch, wenn Lothar erzählt, dass er nicht der Typ ist, „der den Sand in den Kopf steckt“. Nun gut.

Vor allem während der Produktion hat es nach tz-Informationen ordentlich gekracht zwischen dem Sender und dem Star. Die Zusammenarbeit sei schwierig gewesen, heißt es. Vox-Chefredakteur Kai Sturm zur tz: „Lothar Matthäus ist als Weltstar, Führungsspieler und Trainer gewöhnt, die Führung zu übernehmen.“ Das habe er natürlich auch auf seine Sendung übertragen, so Sturm. „Aus diesem Anspruch heraus seien viele „Diskussionen“ und bei ihm, Sturm, auch einige „graue Haare“ entstanden.

Das sagt Lothar zur tz

Die tz erreicht Lothar Matthäus am Freitagnachmittag am Telefon. Er ist mit dem Auto unterwegs und klingt entspannt, auch wenn er von den Vorwürfen des Vox-Chefredakteurs bereits gelesen hat – im Internet. Persönlich haben die beiden darüber nicht gesprochen. Zum großen „Gegenschlag“ holt Lothar Matthäus nicht aus – und doch spürt man, dass ihn die Vorwürfe von Kai Sturm hart treffen.

„Ich verstehe nicht, warum er an die Öffentlichkeit gegangen ist“, sagt der 51-Jährige. „Aber ich gehe davon aus, dass seine Äußerungen eher unbedacht waren. In jedem Fall haben sie mich sehr, sagen wir, überrascht. Mit so etwas habe ich überhaupt nicht gerechnet.“

Lothar Matthäus ist sich keiner Schuld bewusst. „Wir – damit meine ich meine Partnerin Joanna und mich – sind unseren Pflichten die ganze Zeit nachgekommen“, erklärt er. „Wir haben zugelassen, dass uns eine Kamera durch unser Leben begleitet, durch unseren Alltag. Wir zeigen das, was wir im Normalfall tun. Nicht mehr und nicht weniger. Ich wollte, dass die Zuschauer durch diese Sendung erfahren, wie und wer der wahre Lothar Matthäus ist. Das war die Idee, und das war letztlich auch der Deal.“

Am Ende, so deutet der einstige Weltfußballer an, hätten sie sogar mehr gemacht als eigentlich mit der Produktionsfirma vereinbart war. Was genau er damit meint, mag Matthäus nicht benennen. „Ich will da nicht ins Detail gehen“, sagt er diplomatisch. „Aber es war schon so, dass man von Seiten des Senders versucht hat, uns gewisse Dinge machen zu lassen, die wir aber nicht machen wollten. Mir war es immer wichtig, dass die Reality-Doku – ich würde es nicht Doku-Soap nennen – authentisch wird. Ich wollte kein Drehbuch, das stand von Anfang an fest. Wir wollten uns zeigen, so wie wir sind. Und ich finde, Vox kann mit dem Ergebnis sehr, sehr glücklich sein.“

Wie geht es nun weiter? Lothar Matthäus, so erklärt er, werde das Gespräch mit den Verantwortlichen des Senders nicht mehr suchen. „Ich habe keinen Bedarf“, sagt er. „Soviel ich weiß, waren Leute vom Sender noch vor wenigen Tagen mit meinem Management essen. Was ich gehört habe, war es ein schöner Abend … Für mich gibt es also im Grunde gar kein Problem. Wir haben bei den Dreharbeiten viel Spaß gehabt, und ich bin zufrieden.“

thy

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Oktoberfest im ZDF-Fernsehgarten: „Es wird immer schlimmer“
Oktoberfest im ZDF-Fernsehgarten: „Es wird immer schlimmer“
ARD-Talk: Speed-Dating mit AfD-Chef Gauland 
ARD-Talk: Speed-Dating mit AfD-Chef Gauland 
Gast bei Markus Lanz: Erstmals schwanger mit 58 - Frau muss sich rechtfertigen
Gast bei Markus Lanz: Erstmals schwanger mit 58 - Frau muss sich rechtfertigen
„Heißt das wirklich ...“ - Als Rosin den Namen dieses Restaurants hört, ist er schockiert
„Heißt das wirklich ...“ - Als Rosin den Namen dieses Restaurants hört, ist er schockiert

Kommentare