Stromberg jetzt ein Fall für die Medienwächter

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Da ist er schon wieder: Stromberg (Christoph Maria Herbst, li.), Kollege Rüther (Jörg Pose) und der neue Liebling der Capitol-Versicherung – Milchreis

Köln - Die Produktplatzierung in der Serie "Stromberg" stinkt vielen Fans gewaltig. Jetzt wird die Pro7-Serie sogar ein Fall für die Medienwächter.

Eigentlich dreht sich in der Pro7-Serie Stromberg alles um das gleichnamige Büroekel. Doch in der fünften Staffel tauchen zwei neue Hauptdarsteller auf: Keine Folge kommt ohne Milchreis der Molkerei Müller und Spielzeugpistolen der Firma Hasbro aus. Das stinkt den Fans gewaltig. Mittlerweile ist Stromberg sogar ein Fall für die Medienwächter.

Stromberg nutzt Milchreis als Bestechungsmittel, er preist Milchreis beim Azubi als Alternative zum Kantinen-Fraß an und Berthold „Ernie“ Heisterkamp lässt sich dafür bewundern, den begehrten Erdbeer-Milchreis abgestaubt zu haben. In der Final-Folge der fünften Staffel (die es bereits auf DVD zu kaufen gibt) steht Stromberg vor Milchreis-Bechern und fragt, immerhin mit etwas Selbstironie: „Kann ja Werbung machen – was meinst du, was die zahlen?“ Daneben ballern sich die Schreibtischtäter der Capitol-Versicherung mit sogenannten Nerf-Pistolen, Plastikwaffen mit Schaumstoffmunition, ab.

Das Zauberwort heißt „Product Placement“, also Produktplatzierung – und ist legal, solange es entsprechend gekennzeichnet wird. Pro7 weist zwar explizit auf die Kooperationen hin, aber ein Blick in Internetforen zeigt: Vielen Fans geht das ständige Milchreis-Gelöffel trotzdem auf den Geist. So sehr, dass die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) eingeschaltet wurde. Sie dient als Kontrollorgan für den privaten Rundfunk. „Zwei Zuschauer haben sich bei uns wegen Stromberg beschwert“, bestätigt MABB-Sprecherin Susanne Grams der tz. Die Anstalt prüft nun dieser Tage, ob die Macher der Serie zu weit gegangen sind.

Pro 7 äußert sich dazu kurz und knapp: Die Zuschauerredaktion habe noch keine Kritik erreicht. Und weiter: „Stromberg wird im Internet immer kontrovers diskutiert. Und das ist gut so. Wir weisen das Product Placement – wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben – aus.“ Stromberg-Produzent und -Erfinder Ralf Husmann erklärte dem Branchendienst kress: „In Kinoproduktionen sind Produktplatzierungen schon längst üblich, und in Zeiten, in denen ganze Kontinente auf der Suche nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten sind, gilt das umso mehr für eine kleine Fernsehproduktion.“

E. Hutter/A. Linder

Quelle: tz

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