TV-Drama im ZDF

Dieses Schicksal steht hinter "Jeder Tag zählt"

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Stark für zwei: Emma (Katharina Böhm) tröstet Tochter Lilli ­(Lilian Prent).

München - Ein Film über ein ­leukämiekrankes Kind? Die Angst vor dem Sterben, das Leid schwerer Schmerzen … Das klingt erst einmal so schlimm, dass man sich das lieber nicht anschauen möchte. Doch "Jeder Tag zählt" ist anders als erwartet.

Das ZDF zeigt am Montag einen Film, der auf überraschend lakonische Art mit dem Thema umgeht. Ohne Pathos – und auch noch mit gutem Ende…

„Jeder Tag zählt“,

Montag, 20.15 Uhr, ZDF

Erzählt wird die ­Geschichte von Emma Sand (Katharina Böhm), deren Tochter Lilli ­(Lilian Prent) plötzlich immer weniger isst. ­Magersucht, denkt die Mutter. Doch alles ist viel schlimmer. Lilli hat Leukämie. Und damit beginnt der Alltag auf der Kinderkrebsstation in München – was die eigentlich verstreute Patchwork-Familie vor ungeahnte Anforderungen stellt. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten: Jutta Mehler schrieb die Krankheitsgeschichte ihrer Tochter Maria (Name von der Redaktion geändert) in ihrem Roman Am seidenen Faden auf, Mehlers Schwester Ruth Toma machte daraus das ­Drehbuch. „Ich finde den Film sehr schön“, sagt die inzwischen erwachsene Maria im Gespräch mit der tz. „Er ist sehr nah an dem Buch meiner Mutter, und das ist sehr nah an dem, was damals geschehen ist.“

"Eigenes Muttersein" als beste Vorbereitung auf die Rolle

Für sie als Jugendliche sei die Krankheit weit weniger furchtbar gewesen als für ihre Mutter. „So eine Kinderkrebsstation ist für ein Kind nicht so schlimm, wie man sich das vorstellt. Die ist voller Leben! Es sind viele andere Kinder da, gut, sie haben keine Haare, ihnen geht es manchmal schlecht, aber die Stimmung ist meistens gut, oft auch lustig.“ Durch die Krankheit sei ihre Familie viel näher zusammengerückt, meint die heute 29-Jährige rückblickend. „Mich selbst hat es wohl weniger verändert. Es ist vorbei. Ich bin zu einhundert Prozent geheilt.“ Maria hat übrigens selbst Medizin studiert, arbeitet momentan als Assistenzärztin in Leipzig. „Ich war damals begeistert von den Ärzten. So wie die will ich auch einmal werden, dachte ich.“

Für Katharina Böhm war beim Spielen ihrer Rolle „alles an Gefühlen da, wenn man als Mutter miterlebt, dass das eigene Kind eine ­solche Diagnose be­kommt“. Die beste Vorbereitung auf diese Rolle war für sie daher auch „ihr eigenes Muttersein“. Das ganze Filmteam sei mit einer besonderen Kraft an die Dreharbeiten herangegangen: „Wir fühlten uns klein und demütig vor denjenigen, die wirklich von dieser Krankheit betroffen waren.“

Andrea Stinglwagner

Quelle: tz

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