Zum 100. Internationalen Frauentag - Gleichstellungsbeauftragte Walter-Rosenheimer für ein verbindliches Gleichstellungsgesetz für die Privatwirts ...

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100. Internationalen Frauentag erklärt die Kreisvorsitzende der Grünen Fürstenfeldbruck, Kreisrätin und Gleichstellungsreferentin im Kreistag, Beate Walter-Rosenheimer: 100 Jahre Internationaler Frauentag sind wirklich ein Grund zum Feiern. Wir können mit Stolz und Freude auf das vielfältige Engagement von unzähligen Frauen in unzähligen Bereichen zurückblicken, die uns als Frauen dahin gebracht haben, wo wir heute sind. Wir haben in den vergangenen 100 Jahren viel erreicht, allerdings gibt es noch keinen Grund, zufrieden zu sein oder frauenpolitisch kürzer zu treten. Vieles erscheint mir und Frauen meiner Generation, vor allem aber meinen Töchtern und anderen jungen Frauen und Mädchen heute selbstverständlich: Eine gute Ausbildung, hochqualifizierte Jobs, Vereinbarung von Kindern und Karriere, eigenständige Entscheidungen über das eigene Leben, das eigene Geld, das eigene Umfeld. So klar Frauen das heute für sich einfordern, so schwierig und langwierig war vieles in der Umsetzung. Es brauchte und braucht viele Initiativen und einen langen Atem, um verkrustete Verhältnisse aufzubrechen und gegen Diskriminierung die Stimme zu erheben. Wir Grüne stehen in der Tradition der Frauenbewegungen und haben mit unserer 50-Prozent-Quote und einer konsequenten Frauenpolitik immer dafür gekämpft, dass Gleichstellung Wirklichkeit wird. Am Ziel sind wir noch lange nicht: Das klare Nein der Kanzlerin zu Frauenquoten in Führungspositionen der Wirtschaft zementiert Hinderungsstrukturen und raubt Frauen viele Chancen. Auch eine Frauen- und Familienministerin, die kein Interesse an der Gleichstellungspolitik zeigt und stattdessen polemisiert, spottet ihrer Funktion zum Schaden der Frauen. Das Zaudern der CSU, was eine ordentliche Frauenquote angeht, zeigt auch wie starr hier die Strukturen noch sind. Auch im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es viele Frauen, die täglich den Spagat versuchen müssen zwischen Berufstätigkeit und Kinderversorgung, die nach der Elternzeit schwer oder gar nicht in einen guten Job zurückfinden, die keine Kinderbetreuung für ihre Unter-Dreijährigen finden, alleinerziehend unter die Armutsgrenze fallen, die aus dem Job aussteigen müssen oder nur Teilzeit arbeiten können, weil sie Angehörige pflegen oder Frauen, die unter Altersarmut leiden, aus genau den gerade aufgezählten Gründen. Auch hier bei uns gibt es immer noch Frauen und Mädchen, die Opfer von Männergewalt sind, die auf so engagierte Hilfe wie den Verein „Frauen helfen Frauen Fürstenfeldbruck e.V.“ und den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz vieler Frauen angewiesen sind. Auch im Kreistag FFB ist die Gleichstellung noch nicht angekommen: Von 70 Sitzen in diesem Gremium sind gerade einmal unglaubliche 20 Sitze weiblich besetzt, was einer Frauenquote von ca. 28,5% im Brucker Kreistag entspricht. Und das bei einem Bevölkerungsanteil von Frauen im Landkreis von über 51 %. Nach Parteien: Die CSU hat 31 Sitze, davon 9 Frauen, das entspricht in etwa einem Frauenanteil von 29%. Die SPD hat 14 Sitze, davon 5 Frauen, das entspricht einem Frauenanteil von ca. 35.5% Bündnis 90/Die Grünen haben 10 Sitze, davon 6 Frauen, das entspricht einem Frauenanteil von 60%. Freie Wähler haben 7 Sitze, davon keine Frau. FDP hat 4 Sitze, keine Frau. UBV hat 3 Sitze, keine Frau. ÖDP hat 1 Sitz, keine Frau. Zeit für die Parteien, hier anzufangen und sich vermehrt um weiblichen Nachwuchs, aber auch um attraktive Führungspositionen für Frauen in den eigenen Reihen zu kümmern. Ganz klar ist: Die Durchsetzung von Gleichberechtigung ist Aufgabe des Staates – so legt es das Grundgesetz fest. Der 100. Frauentag ist für uns Grüne auf allen Ebenen deshalb ein wichtiger Anlass zum Handeln. Wir fordern ein umfassendes Gleichstellungsgesetz auch für die Privatwirtschaft. Wir stehen für eine verbindliche Quote für Aufsichtsräte, wir brauchen den gesetzlichen Mindestlohn gerade für Frauen in prekärer Beschäftigung und setzen uns für Maßnahmen ein, um mehr Frauen in die Parlamente zu bekommen. Wir fordern die Abschaffung des Ehegattensplittings, eine individuelle Absicherung von Frauen und gute, verlässliche Betreuungs- und Bildungsstrukturen. Auch die gerechte und transparente Bezahlung von sogenannten Frauenberufen sowie der Kampf gegen die noch immer bestehenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind zentrale Voraussetzungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen. Denn nichts ist undemokratischer, als große Teile der Bevölkerung in ihren Möglichkeiten auszubremsen und sie an der gleichwertigen Teilhabe zu hindern. Und nichts passt weniger in ein Land, das fit für die Zukunft sein will.

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