Bundesverkehrsminister begutachtet sechsspurigen-A 96-Ausbau

131 Millionen und knapp 9 Kilometer - der Ausbau der A 96 bei Germering hat ein Ende gefunden

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Zweiter von links), besuchte das Ausbauprojekt der A96 kurz vor der Fertigstellung in Germering.
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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Zweiter von links), besuchte das Ausbauprojekt der A96 kurz vor der Fertigstellung in Germering.

Germering – Ein großes Bürgerfest hätte es werden sollen, aber wie so oft in 2020 machte Corona dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Nun stehen mehrere Lokalpolitiker gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Ende der Autobahnbrücke in der Nähe der Pionierkaserne frierend im Schnee und blicken auf die Autobahn.  

Im Jahr 1969 war der Baubeginn der A 96 zwischen Sendling und Oberpfaffenhofen, seitdem hat sich viel getan auf der Ost-West-Magistrale, die heute die Metropolregion München mit dem Bodensee verbindet. Pünktlich zu den Olympischen Spielen wurde der Abschnitt mit den je zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung freigegeben. Heute ist nicht nur die tägliche Verkehrsbelastung mehr als doppelt so hoch wie noch vor 50 Jahren - heute fahren knapp 80.000 Fahrzeuge pro Tag die Strecke, während es Anfang der Siebziger Jahre noch dreißig- bis vierzigtausend waren - auch die Anforderungen der Anwohner sind andere. „Es handelt sich hier um ein Infrastruktur-Upgrade, ein Lärmschutz der Premiumklasse“, so bezeichnet Scheuer den sechsspurigen Ausbau zwischen den Anschlussstellen Germering-Süd und Oberpfaffenhofen. Mehr Platz, weniger Staus und ein besseres Vorankommen soll die Verbreiterung der Autobahn mit sich bringen. Beginn der Bauarbeiten war Mitte Mai 2017, jetzt, gut dreieinhalb Jahre später, kann der Abschnitt freigegeben werden – und das pünktlich. „Wir sind im zeitlichen und auch finanziellen Rahmen geblieben“, erklärt der Bundesverkehrsminister.

Rund 131 Millionen Euro hat das Megaprojekt verschlungen, was geblieben ist, sind 2,5 Kilometer lange Lärmschutzwände, zwei Galerien, je 5,5 Kilometer offenporiger Asphalt, der Ausbau des Parkplatzes Kreuzlinger Forst und eine – wetterbedingt noch fehlende – Dachbegrünung von etwa 23.000 Quadratmetern. Hier sehe man Steuergeld, welches reinvestiert würde, so Scheuer. Und das nicht nur für die Berufspendler und Gelegenheitsautofahrer, sondern auch um die Lebensqualität der Anwohner zu steigern. Rund zwei Drittel des Budgets wurden in den Neu- und Ausbau der Lärmschutzmaßnahmen gesteckt. Bis zu 17 Dezibel soll der Verkehrslärm beispielsweise durch die Galerien vermindert werden. Auch Oberbürgermeister Andreas Haas erinnert sich an seine Anfänge zurück. „Als ich 2008 ins Amt gewählt wurde, war der Lärmschutz an der A 96 bereits ein Diskussionsthema“, sagt Haas. Mit der Bepflanzung im nächsten Jahr findet das Projekt dann auch seinen Abschluss. Auch über eine Installation von Photovoltaikmodulen werde noch diskutiert. „Wir bleiben dran“, so der Rathauschef.

Ganz fertig, so sagt es Scheuer, sei der Ausbau der A 96 jedoch noch nicht. Die Autofahrer dürfen sich also noch nicht zu früh freuen, soll doch der Abschnitt zwischen Oberpfaffenhofen und Wörthsee nun folgen. Planungen dazu laufen bereits.

Claudia Becker

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