1500 Besucher bei Seehofers Rede im Maisacher Festzelt

„Gott mit dir, du Land der Maisacher.“ Mit diesen Worten schloss ein sichtlich gut gelaunter bayerischer Landesvater am Abend des 27. August seine über einstündige Rede zum Auftakt der Maisacher Festwoche. Anschließend stimmten die ca. 1500 Besucher mit Ministerpräsident Horst Seehofer ein, als die Maisacher Blaskapelle zum Abschluss der gemeinsamen traditionellen Festzeltveranstaltung des CSU-Ortsverbandes und des Kreisverbandes die Bayern-Hymne und dann die Nationalhymne spielte. Selbst ein Protest der Milchbauern, die sich mit einem Traktoren-Konvoi zum Maisacher Festzelt aufgemacht hatten, um gegen die Milchpreispolitik zu protestieren, konnte ihm seine gute Laune nicht verderben.

Die Bauern erhielten das Angebot nach Seehofers Auftritt für einige Minuten dem Ministerpräsidenten ihren Standpunkt darzulegen. In seiner Ansprache ging der Landesvater nur kurz auf die Landwirte ein und gab ihnen den Rat, sich nicht untereinander zu zerstreiten. Der Protest der Bauern verlief so friedlich, dass er von den meisten Besuchern im vollbesetzten Maisacher Festzelt nicht einmal wahrgenommen wurde. Bei seiner teilweise sehr humorigen Ansprache verfinsterte sich Seehofers Miene nur einmal kurz, als er auf einen Artikel in einer Tageszeitung zu sprechen kam, in dem Bayern als Krisenland bezeichnet wurde. Trotz der weltweiten Krise sei Bayern in Deutschland mit Abstand das wirtschafts- und finanzstärkste Bundesland, stellte Seehofer klar. Nicht die soziale Marktwirtschaft sei gescheitert, sondern die Krise sei ausschließlich von der Raffgier der Banken und einem zügellosem Kapitalismus verursacht worden. Man müsse die soziale Marktwirtschaft stärken, nur damit könne man aus der Rezession herauskommen, so Seehofer. Bei seinem politischen Abriss ging Seehofer neben Aussagen zum Steuerrecht, der Gesundheits- und Bildungspolitik aber auch auf die Ursachen der letztjährigen Wahl-Schlappe seiner Partei bei den Landtagswahlen ein wie auf die personellen Konsequenzen. Am beispiellosen Aufstieg des 37-jährigen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg machte Seehofer den Zuhörern deutlich, welches Risiko zunächst jede Personalentscheidung beinhalte. „Aber heute können wir mit Stolz sagen, dass wir einen exzellenten Minister haben. Wann gab es das schon in der 60-jährigen Geschichte der CDU, dass ein CSU-Politiker bundesweit plakatiert wird?“ Erstmals werden zu einer Bundestagswahl Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, die in ihrem jungen Leben nichts anderes kennen, erinnerte Seehofer an die Wiedervereinigung Deutschlands, die er in seinem 30-jährigen politischen Wirken als das schönste Erlebnis bezeichnete. Die CSU werde im Wahlkampf voll hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel stehen, so Seehofer. Sie genieße im In- und Ausland höchste Anerkennung, und nach den Erfolgen der CSU bei der Wiederwahl von Bundespräsident Horst Köhler sowie bei den Europa-Wahlen werde man auch bei der Bundestagswahl die Schwesterpartei unterstützen. Den von Maisachs Bürgermeister Hans Seidl bei seiner Begrüßungsansprache vorgebrachten Anliegen einer verbesserten Breitbandversorgung für einen schnelleren Internetanschluss im Landkreis sowie den Abschluss des geänderten Landesentwicklungsprogramms, in dem der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck gestrichen wurde, beantwortete Seehofer, indem er zusagte, die Breitbandversorgung zu forcieren und dass die Änderung des Landesentwicklungsprogramms bis zum Jahresende vom Landtag beschlossen werde. Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt unterstützte die Forderung Seidls. Es handele sich bei der verbesserten Internet-Verbindung im ländlichen Raum heutzutage nicht mehr um Luxus, sondern die Menschen seien darauf angewiesen, so Hasselfeldt. Die Bundestagsvizepräsidentin erinnerte bei ihrer Ansprache an Seehofers politische Erfolge als Ministerpräsident und auch an seine Erfolge als CSU-Parteivorsitzender. Er habe die Partei aus der Talsohle herausgeführt, so Hasselfeldt. Bevor Brucks Landrat Thomas Karmasin zum Abschluss der Veranstaltung dem bayerischen Ministerpräsidenten einen Geschenkkorb mit Brucker Land Produkten überreichte, erinnerte er daran, dass auf den Tag genau in einem Monat die Bundestagswahlen stattfinden, und es an der Zeit sei, das Land wieder in die „richtigen Hände“ zu geben. Er bat um Unterstützung für Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt, schließlich müsse es zu denken geben, dass der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in seinem 19-köpfigen Team nicht einen einzigen Bayern habe.

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