16 Friseur-Azubis

Zwischenprüfung trotz zweier Lockdowns in Berufsschule erfolgreich absolviert

Nurcan Chasan Oglou aus Germering bei ihrer Prüfung in der Berufsschule: eine 
Dauerwelle an einem Damenmodell.
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Nurcan Chasan Oglou (19) aus Germering bei ihrer Prüfung in der Berufsschule: eine Dauerwelle an einem Damenmodell.

Landkreis Fürstenfeldbruck – Auch die Auszubildenden im Friseur-Handwerk durchleben derzeit schwierige Zeiten. Trotz Pandemie möchten sie ihren Beruf erfolgreich erlernen. Seit Anfang März haben die Friseur-Salons zwar wieder geöffnet, aber bereits zum zweiten Mal wurde die im August begonnene Ausbildung der Friseur-Lehrlinge aus dem Landkreis von einem Lockdown gestört. Gleichwohl konnte der erste Teil der Gesellenprüfung, den die Ausbildungsrichtlinien nach 18 Monaten vorsehen, unlängst termingerecht in der Brucker Berufsschule für 16 Azubis durchgeführt werden.

„Dank der Unterstützung der Innung, der Ausbildungsbetriebe und des Landesverbandes (LIV) konnte die Ausbildung während des Lockdowns in den Betrieben stattfinden, und auch an den Prüfungsmodellen durfte unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelungen im Salon geübt werden“, berichtet Berufsschullehrerin Ada Bitschnat-Jaschinski, zugleich die zuständige Prüfungsvorsitzende. Gerade diese Übungseinheiten unter Anleitung seien insbesondere für die Azubis wichtig, die nun zur ersten Prüfung anstehen, so Bitschnat-Jaschinski.

Auch der Berufsschulunterricht fand während der gesamten Corona-Pandemie nach Stundenplan als Distanzunterricht online statt. „Es gab wöchentliche Videokonferenzen mit der Prüfungsvorsitzenden“, erzählt Ada Bitschnat-Jaschinski. Dabei beantwortete sie alle möglichen Fragen zur Prüfung und versuchte den Azubis Prüfungsängste zu nehmen.

Prüfungskommission verstärkt

Die 16 zur ersten Prüfung anstehenden Azubis wurden aufgeteilt, so dass an zwei Sonntagen in der Zeit von 9 bis 16 Uhr jeweils acht Prüflinge ihr Können unter Beweis stellen konnten. Immerhin fließt das Ergebnis der ersten Prüfung zu 25 Prozent ins Endergebnis der Abschlussprüfung im Sommer 2022 ein. „Uns steht ein etwa 200 Quadratmeter großer Praxisraum mit modernster Ausstattung zur Verfügung“, schwärmt Bitschnat-Jaschinski vom Raum in der neuen Berufsschule, so dass auch alle Hygienevorschriften eingehalten werden konnten. Eigens dazu wurde die Prüfungskommission verstärkt. Neben der traditionellen Besetzung mit einer Arbeitergebervertreterin (Claudia Willecke aus Grafrath) und Arbeitnehmervertreterin (Patricia Ciaborro aus Puchheim), sowie Ada Bitschnat-Jaschinski als Prüfungsvorsitzende, war mit Berufsschullehrerin Susann Graf als vierte Prüferin zugleich eine Hygieneverantwortliche mit dabei.

„Sie passte nicht nur auf die Einhaltung aller Hygiene-Vorschriften auf“, erklärte die Prüfungsvorsitzende, „sondern sie war auch für die Nachverfolgungs-Protokolle inklusive Datenschutz verantwortlich.“ So wurde beispielsweise auf die Aufgabe „Haar- und Kopfhautbeurteilung“ mit Behandlungsberatung am ungewaschenen Haar aufgrund von Corona diesmal verzichtet. Dennoch hatten die Azubis mit einem Damen- und Herrenhaarschnitt eine anspruchsvolle Prüfung abzulegen.

„Mit meinem persönlichen Abschneiden bei der Prüfung bin ich sehr zufrieden“, berichtet Nurcan Chasan Oglou (19), die ihre Ausbildung im Friseursalon Rickert in Germering absolviert. „Natürlich wäre eine Ausbildung ohne Lockdowns schöner gewesen“, sagt sie. „Aber auch so hat es ausbildungsmäßig an fast nichts gefehlt. Ich hatte einmal die Woche Gelegenheit zum Üben im Salon, und auch die Videokonferenzen mit der Berufsschule über mein Smartphone klappten bestens.“

red

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