Möbelstück in Bestform

20-jähriger Johannes Feicht aus Mittelstetten gewinnt Gesellen-Wettbewerb

Johannes Feicht steht vor seinem Gesellenstück, einem modernen Sideboard
+
Johannes Feicht mit seinem Gesellenstück, einem modernen Sideboard.

Mittelstetten – Auch wenn die Corona-Pandemie eine feierliche Preisverleihung heuer verhinderte, so wurden die besten Gesellenstücke beim Wettbewerb „Die Gute Form“ der Schreiner-Innung Fürstenfeldbruck dennoch aber wieder prämiert.

Zum Sieger kürte die unabhängige Jury den 20-jährigen Johannes Feicht aus Mittelstetten, der in der elterlichen Möbelwerkstatt in Mammendorf den Beruf des Schreiners erlernte. Insgesamt beteiligten sich 18 Gesellen mit ihren Arbeiten an dem Wettbewerb auf Kreisebene, allerdings bewerteten die Juroren nur 14 Gesellenstücke und zwar nur von den Auszubildenden, die auch in einem Innungsbetrieb gelernt haben.

40 Stunden Planung, 80 Stunden Fertigung

„Eine Chance auf den ersten Platz habe ich mir schon ausgerechnet“, sagt Feicht, „aber sicher kann man sich natürlich bei der starken Konkurrenz da nie sein.“ Umso größer sei die Freude dann gewesen, als die Sieger bekanntgegeben wurden. Für sein Sideboard habe er 40 Stunden für die Planung und 80 Stunden für die Fertigung nach den Regeln Zeit gehabt. „Das einzuhalten war eine große Herausforderung.“ Die Idee für das Sideboard habe er nach einigen Recherchen im Internet dann nach seinen eigenen Vorstellungen entwickelt. Wie gut er das hingekriegt hat, zeigt, dass Form und Gestaltung letztlich auch die Jury begeistert hat.

Dabei war sich Johannes Feicht nach dem Realschulabschluss zunächst noch nicht wirklich sicher, was er für einen Beruf erlernen wollte. „Ich habe schon als Kind gern gebastelt, aber meine Eltern haben mich nicht gedrängt, in den elterlichen Betrieb einzusteigen“, sagt Feicht. „Mein Vater hat gesagt, ich soll das lernen, was mir Spaß macht.“

Freude an der Praxis

Aber letztendlich habe er sich doch entschlossen, eine Ausbildung als Schreiner zu beginnen. Irgendwie spielte bei der Entscheidung dann der elterliche Betrieb eine Rolle. Bereits im Berufsgrundschuljahr habe er gelegentlich in der Mammendorfer Werkstatt ausgeholfen. Und als die praktische Ausbildung so richtig begann, gesellte sich auch die Freude an der Arbeit dazu. „Es erfüllt einen schon ein wenig mit Stolz, wenn man etwas mit den eigenen Händen erschaffen hat, dass auch eine gewisse Nachhaltigkeit enthält“, meint Feicht. Und so habe er sich in seiner Ausbildungszeit nicht nur seine eigenen Möbel wie Bett und Nachtkastel, sondern auch für Kollegen beispielsweise ein Tipibett oder einen Schrank hergestellt.

Gesellenstücke heuer online präsentiert

Als Sieger des Kreis-Wettbewerbs hat sich Feicht für den Landeswettbewerb qualifiziert. Üblicherweise treten die Sieger der bayerischen Innungen auf der Messe Heim+Handwerk gegeneinander an, um die beiden besten Gesellenstücke zu ermitteln, die dann Bayern beim Bundeswettbewerb vertreten. Durch die Corona-Pandemie werden die Gesellenstücke heuer erstmals online präsentiert in einer digitalen Ausstellung. „Ich habe mir die Konkurrenten im Internet schon mal angeschaut. Auch hier halte ich es für möglich, ganz vorne zu landen“, meint Feicht. „Auch wenn es extrem schwer werden wird.“

Erstmal auf große Reise

Fest steht für den jungen Schreiner aber, dass er im elterlichen Betrieb nicht weiterarbeiten wird und den Betrieb mit derzeit 14 Mitarbeitern auch nicht eines Tages von seinem Vater Rudolf übernehmen wird. „Die Verantwortung ist mir zu groß“, sagt er. Ursprünglich plante er, sich nach Abschluss der Ausbildung auf Weltreise zu begeben. Doch Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung. „Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr“, hofft er. Dazu hat er sich jetzt einen Kastenwagen gekauft, den er bis zum nächsten Frühjahr zu einen Camper umbauen will, um dann mit seiner Freundin Magdalena für einige Monate zumindest in Europa herumzureisen.

Dieter Metzler

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Fürstenfeldbruck: 64 Neuinfektionen und 69. Todesfall verzeichnet
Corona im Landkreis Fürstenfeldbruck: 64 Neuinfektionen und 69. Todesfall verzeichnet
Christkindlmarktersatz: Budenzauber mit warmen Waffeln und selbstgestrickten Socken
Christkindlmarktersatz: Budenzauber mit warmen Waffeln und selbstgestrickten Socken

Kommentare