Wie Oide Wiesn und Tollwood

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Die Brucker werden zukünftig nur noch einmal im Jahr ein Volks- und Heimatfest besuchen können.

Fürstenfeldbruck – Seit Jahren leiden das Frühlingsfest und das Volksfest in der Kreisstadt unter einem Rückgang der Besucherzahlen. So wurde schon unter Oberbürgermeister Sepp Kellerer im Brucker Stadtrat über eine Zusammenlegung des Frühlings- mit dem Volks- und Heimatfest mehrfach debattiert. Volksfestreferent Markus Droth (CSU) hatte seinerzeit vergeblich ein neues Konzept vorgeschlagen. Am 15. Oktober hat sich der neugewählte Stadtrat nun mehrheitlich für eine Zusammenlegung der beiden Volksfeste entschlossen. Bereits ab dem nächsten Jahr soll das Volks- und Heimatfest nur noch einmal stattfinden und zwar ab der letzten Aprilwoche mit einer Dauer von zehn Festtagen.

Das neue Volks- und Heimatfest soll eine Mischung aus Oider Wiesn und Tollwood werden. Droth freut sich, dass der Stadtrat und der neue Oberbürgermeister Klaus Pleil am gleichen Strang ziehen. Die vergangenen Volksfeste haben gezeigt, dass das Interesse merklich nachließ. Die Schausteller wurden immer weniger, das Frühlingsfest artete mehr und mehr zu einem Saufgelage für Jugendliche aus, das mehrfach den Einsatz von Polizei erforderte. Der Rückgang der Besucherzahlen ist auch darauf zurückzuführen, dass neben den verhältnismäßig kurz aufeinanderfolgenden beiden Volksfesten im Frühling und im Sommer (Ende Juni/Anfang Juli) die Stadt in dieser Zeit auch noch ein dreitägiges Altstadtfest, veranstaltet. 

Darüber hinaus lädt das im Veranstaltungsforum Fürstenfeld zu diversen Veranstaltungen wie beispielsweise das Weinfest ein, und bei etlichen Gelegenheiten werden von anderen Vereinen und Organisationen Straßenfeste veranstaltet. „Traditionen ver- ändern sich, Volksfeste verändern sich, dem muss man Rechnung tragen“, sagte Droth. Während Stadtrat Walter Schwarz (SPD) meinte, es könne nicht sein, dass „unser Fest so rumkrepiert“, beschwichtigte OB Klaus Pleil, „das Volksfest ist zwar nicht der Brüller, aber es ist auch nicht so, dass nichts los ist.“ Eine Schnapsbar, wie auf dem Frühlingsfest, lehnt der Brucker OB aber kategorisch ab. Eine aus Stadträten und Verwaltungsleuten beauftragte Arbeitsgruppe hat ein Konzept dem Hauptausschuss vorgestellt, dem dieser geschlossen zustimmte. Danach sollen die Besucher zukünftig drei Zelte zu einem Besuch einladen: ein klassisches Bierzelt mit Blasmusik, ein Zelt für die Jugend mit Chill-out-Lounge, in dem auch lokale Bands oder Kabarettisten auftreten könnten, und das auch Vereine oder Vertreter der fünf Partnerstädte nutzen könnten. Ein drittes Zelt schließlich sollte ein bisschen Flair nach Art des Münchner Tollwood-Festes den Besuchern vermitteln. 

Zurückgewinnen will die Stadt auch wieder die Schausteller, die in den vergangenen Jahren abgesprungen sind. Die Stadt überlegt, in diesem Zusammenhang das Platzgeld zu ermäßigen. Hatte Brucks Alt-Oberbürgermeister seinerzeit den September für das Brucker Volks- und Heimatfest ins Auge gefasst, so einigte man sich jetzt auf die letzte Woche im April bzw. Anfang Mai. Mit dem Maifeiertag und dem in diesen Zeitraum fallenden Marktsonntag sei ein guter Zeitpunkt gewählt. Einzig Stadtrat Prof. Dr. Klaus Wollenberg (FDP) meinte: „Der Termin ist so früh im Jahr, da liegt fast noch Schnee.“

Dieter Metzler

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