Zum 202. Mal Türkenfelder Silvesterritt - Gelübde nach einer schweren Viehseuche

um 202. Male erfüllte die Gemeinde Türkenfeld mit dem traditionellen Silvesterritt durch die Ortschaft ihr Gelübde, das die Bürger im Jahre 1807 ablegten, als in der Gegend eine schwere Viehseuche grassierte. In ihrer Not wandten sich die Türkenfelder damals an den Heiligen Silvester, den Schutzpatron der Haustiere und Nebenpatron der Pfarrkirche. Sie gelobten, alljährlich am letzten Tag des Jahres einen Silvesterritt mit Segnung der Haustiere durchzuführen, wenn ihnen Hilfe gewährt wird. Ihr Bitten wurde erhört, die Seuche klang ab und seitdem zählt der Silvesterritt mit der Pferdesegnung zum festen Bestandteil im Türkenfelder Veranstaltungskalender.

Zwar lockte der Festzug diesmal nicht so viele Besucher wie in den vergangenen Jahren an, aber das lag wohl mehr am regnerischen Wetter, als an der nach wie vor ungebrochenen Attraktivität des Festzugs. Angeführt vom Türkenfelder Blasorchester zogen die mit der traditionellen Silvesterschleife geschmückten Pferde und Gespanne sowie die Fahnenabordnungen der Vereine durch den Ort und um das Areal der Kirche, wo Pfarrer Klaus Distl die Zeremonie der Pferdeweihe vornahm. Auch wenn Pferde heutzutage nicht mehr die Bedeutung von damals haben und man Viehseuchen nicht mehr machtlos gegenüberstehe, gleichwohl werden viele Landwirte mit Existenzängsten konfrontiert, erinnerte Türkenfelds Bürgermeister Pius Keller bei seiner kurzen Ansprache an die teilweise bedrohliche Lage der bäuerlichen Betriebe. Deshalb sei der Beistand des Heiligen auch heute noch gar nicht so abwegig, meinte der Rathauschef. Durch die Globalisierung und der Profitgier einiger Banken sowie einer überhandnehmenden Bürokratisierung haben alle zu leiden. Keller rief zum Umdenken auf, damit auch die nächsten Generationen optimistisch in die Zukunft blicken können. Zuvor hatte Keller die Entstehung des alten Brauchs nochmals in Erinnerung gerufen und den vielen Organisatoren, der Polizei, Feuerwehr und dem Roten Kreuz für die Unterstützung gedankt. Neben dem ersten stellvertretenden Landtagspräsidenten Reinhold Bocklet konnte der Türkenfelder Rathauschef die beiden Vertreter von Landrat Thomas Karmasin, Gisela Schneid und Hans Wieser, zahlreiche Bürgermeister, darunter seine Vorgänger Hans Wölfel und Georg Klaß sowie Kreisheimatpfleger Toni Drexler und den Ortsobmann des Bauernverbandes, Norbert Glas, begrüßen, der traditionsgemäß die Statue des Heiligen Silvester trug.

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