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40 Ehrenamtliche des LBV FFB haben 900 Tiere mehr als im Vorjahr sicher über die Landkreisstraßen gebracht

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Eine vom LBV FFB gerettete Kröte.
Eine vom LBV FFB gerettete Kröte. © Klaus Hiltwein

Landkreis Fürstenfeldbruck – Die ersten Zäune standen schon Ende Februar. So richtig los ging es aber erst Mitte März, als Temperatur und Feuchtigkeit endlich passten. Dann wanderten Frösche, Kröten und Molche zu ihren Laichgewässern im Landkreis Fürstenfeldbruck. Mehr als 40 ehrenamtliche Helfer des LBV Fürstenfeldbruck standen schon bereit, die Tiere sicher über die Straßen zu bringen. Nach dem Ende der Saison im Mai freut sich der Naturschutzverband über die Bilanz 2022: In 400 ehrenamtlich geleisteten Stunden konnten mehr als 2.600 Amphibien gerettet werden, eine der höchsten Zahlen in den vergangenen Jahren. Besonders erfreulich: In Wenigmünchen waren nach Jahren zum ersten Mal wieder Bergmolche zu finden. Wie wichtig intakte Lebensräume für den Schutz heimischer Amphibien sind, zeigte sich in Poigern.

Seit über 30 Jahren betreuen Ehrenamtliche der LBV-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck mehrere Amphibienschutzzäune im Landkreis. In dieser Saison haben sie fast 2.200 Meter der grünen Bahnen entlang der Wanderrouten in Mammendorf, Poigern, Wenigmünchen, Landsberied und Herrnzell aufgestellt. Unter den freiwillig Helfenden waren alle Altersklassen vertreten: von einem fünfjährigen Kind mit seiner Mutter bis zum achtzigjährigen Rentner. Gemeinsam ist allen die Begeisterung für den Artenschutz, für den viele die tägliche Kontrolle morgens und abends rund um ihren Arbeitstag eingebunden hatten.

Der Aufwand hat sich auch in diesem Jahr gelohnt: Insgesamt fanden sich etwa 2.630 Amphibien (2021: 1.723) in den Auffangbehältern entlang der Zäune, darunter Erdkröten, Bergmolche, Teichmolche und Grasfrösche. In Mammendorf waren es mit 768 Tieren so viele wie noch nie, 2021 waren es noch 411. Sogar ein seltener Laubfrosch hat sich hier am Zaun eingefunden. Auch in Wenigmünchen gab es mit 1.102 Tieren mehr als im Vorjahr (924), dabei erstmals wieder einige Bergmolche, die im Landkreis inzwischen selten geworden sind. Damit setzte sich dort der positive Trend aus dem vergangenen Jahr auch in dieser Saison fort. In Landsberied waren es ähnlich viele wie in der Vorjahressaison (2021: 108; 2022: 112). Mit 427 geretteten Amphibien hatte der neue Zaun in Herrnzell, den der LBV zum ersten Mal in diesem Jahr dort aufgestellt hatte, einen gelungenen Auftakt.

Vom Spitzenreiter zum Hoffnungsträger

Nur am Zaun in Poigern waren die Zahlen rückläufig. Hier fanden sich auf einen Kilometer Länge nur 221 Tiere ein, 59 weniger als im vergangenen Jahr. Der Tümpel in Poigern war im Rahmen einer Ausgleichsflächenregelung erst wieder als Laichgewässer hergerichtet worden.

„Hier zeigt sich, dass wir der Natur Zeit geben müssen. Früher war der Teich in Poigern mit bis zu 4.500 Exemplaren von zehn verschiedenen Amphibien-Arten eines der besten Laichgewässer im Landkreis. Durch Verlandung und Verschattung ist dieser wertvolle Lebensraum verloren gegangen“, erklärt Simon Weigl, Geschäftsstellenleiter des LBV Fürstenfeldbruck. „Mit den Maßnahmen hoffen wir, aus dem Tümpel wieder ein gutes Laichgewässer für Amphibien zu machen. Doch das erfordert Geduld. Zum einen sind Kröten, Molche & Co. erst mit mehreren Jahren geschlechtsreif. Zum anderen ist die Sanierung von Laichgewässern immer wieder mit unerwarteten Problemen verbunden, sodass oft noch nachgebessert werden muss. Der Tümpel in Poigern droht zum Beispiel im Moment an einigen Stellen auszutrocknen. Deshalb gab es schon Absprachen mit der lokalen Feuerwehr, den Tümpel zur Not wieder aufzufüllen. Neben Wiederherstellungsmaßnahmen ist deshalb der Schutz bestehender, intakter Lebensräume unendlich wichtig für den Artenerhalt.“

Zusätzliche mobile Einsatzkraft

Für die Amphibien-Saison im kommenden Jahr hat der LBV Fürstenfeldbruck einen zusätzlichen Zaun angeschafft – dank der Spende des Vereins WIR FÜR DIE UMWELT. Als „mobile Rettungsstation“ wird er dazu dienen, kurzfristig dort Straßen abzusichern, wo unerwartet vermehrt Wanderbewegungen im Landkreis gemeldet werden. Damit hilft er, den tatsächlichen Amphibienbestand in der Region zu erforschen und gibt Aufschluss darüber, ob ein Amphibienschutzzaun vor Ort erfolgsversprechend ist.

Wer ehrenamtlich beim Sammeln 2023 helfen möchte, kann sich unter fuerstenfeldbruck@lbv.de melden.

red

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