500.000 Euro für medizinische Versorgung

EU-Finanzspritze für Togo-Hilfe in Maisach

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Gemeinsam gaben MdEP, Prof. Dr Angelika Niebler (rechts) und Margret Kopp den Startschuss für die europäische Webseite des Projekts.

Ein Löffel Geduld, eine Prise Hartnäckigkeit und eine große Portion Leidenschaft – mit diesen drei Zutaten hat es die Vorsitzender der „Aktion PiT – Togohilfe“, Margret Kopp, mit Unterstützung von Angelika Niebler, Vorsitzende der CSU-Europagruppe sowie ihren Kollegen Michael Gahler und Monika Hohlmeier geschafft, die Europäische Union von einem nachhaltigen Medizin-Projekt zu überzeugen, das für die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Togo einen Quantensprung bedeutet.

Maisach - Das Projekt „Gesundheit und Hoffnung für alle“ wird in den kommenden zwei Jahren mit EU-Fördergeldern in Höhe von 500.000 Euro unterstützt. „Mit diesen Geldern wird es uns endlich gelingen, tausenden Menschen auf dem Land professionelle medizinische Behandlungen zuteil werden zu lassen und medizinische Pflegekräfte vor Ort soweit zu schulen, dass sie künftig selbst tätig werden können“, freut sich die Vorsitzende des Vereins, der sich seit 1980 in Togo für bessere Lebenschancen engagiert. Die „Hilfe zur Selbsthilfe“ steht bei allem, was Margret Kopp seit vielen Jahrzehnten für ihr Herzensland leistet, im Vordergrund. 

Krankenhäuser zu den Menschen bringen

„In den vergangenen Jahren wurde viel in Ausbildung investiert, nun ist es wichtig, die Kapazitäten vor Ort und die Selbständigkeit der Menschen zu fördern.“ Damit dies gelingt, kooperiert die Togohilfe aus Maisach mit Aimes-Afriques, einer von Michel Kodom in Togo gegründeten Hilfsorganisation mit dem Ziel, die Krankenhäuser zu den Menschen zu bringen und die medizinische Versorgung der in ländlich oder abgeschnittenen Teilen lebenden Stämme zu verbessern.

Wissen an die Medizinmänner weitergeben

Neben Ärzte-Einsätzen, bei denen in einer Woche mehr als 1.000 Menschen medizinisch untersucht und über 100 Operationen durchgeführt werden, ist die Etablierung eines professionellen und kontrollierten medizinischen Systems eines der Hauptziele. „Hierfür versuchen wir, die Medizinmänner an Bord zu holen. Durch Schulungen und Gespräche auf Augenhöhe bauen wir Hemmschwellen ab, damit sie Patienten, bei denen sie mit herkömmlichen Behandlungsmethoden an Grenzen stoßen, an Schulmediziner empfehlen. Durch spezielle Überweisungsformulare wird die Behandlung dokumentiert, so dass am Ende dem Patienten bestmöglich geholfen wird. Trotz anfänglicher Skepsis, funktioniere die Kooperation wunderbar. Durch die Zusammenarbeit mit den Ärzten von Aimes-Afrique fühlen sich die Medizinmänner in ihrem Wissen wertgeschätzt und sehen zeitgleich in Seminaren, wie eine Operation funktioniert oder dass eine Narkose kein Hexenwerk ist“. 

Angelika Niebler: EU-Fördergelder bestens angelegt

Und auch die Bevölkerung nimmt das Projekt dankend an und gewinnt Vertrauen in die schulmedizinischen Behandlungen, mit denen nicht nur einzelnen Personen, sondern ganzen Familien geholfen wird. In einem zweiten Schritt plant Margret Kopp mit ihrem Verein den Aufbau sogenannter Solidaritätskassen in den einzelnen Dörfern. Die dort eingezahlten Gelder sollen helfen, dass sich jeder, der es nötig hat, Medizin leisten kann. Angelika Niebler ist sich sicher, dass die 500.000 Euro EU-Fördergelder bestens angelegt sind. „Ich hoffe, das wird nicht nur ein Vorzeigeprojekt für Maisach, sondern für die ganze EU“. Drei Jahre haben sich die beiden Frauen engagiert und einige Hürden genommen, bis die Förderung genehmigt wurde – umso stolzer und erleichterter gaben sie jetzt den Startschuss für die neue europäische Webpräsenz des Projekts: www.sept.aktionpit.de. 

Nicola Becker

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