Lockdown-Verlängerung

Treffen mit nur noch einer Kontaktperson und „Click & Collect“ erlaubt

Frau im Blazer hält im Einkaufszentrum viele bunte Einkaufstüten in Händen
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Den lokalen Einzelhandel unterstützen geht nun auch in Bayern mit „Click & Collect“: Online einkaufen und vor Ort abholen.

Landkreis – Der Corona-Lockdown in Deutschland wird vorerst bis zum 31. Januar verlängert und verschärft. Seit 11. Januar gelten neue Regeln.

Am Mittwoch, 6. Januar, beriet der bayerische Landtag über die Umsetzung der Beschlüsse auf dem Corona-Gipfel. Ministerpräsident Markus Söder erklärte nach der Sitzung, der Lockdown werde auch für Bayern verlängert und verschärft. Damit bleiben im Landkreis weiterhin Teile des Handels, der Hotellerie und Gastronomie geschlossen. In Schulen gibt es weiterhin kein Präsenz- sondern Distanz-Unterricht. Für Kindertagesstätten, Schüler der Stufen 1 bis 6, Förderschüler und Kinder mit Behinderungen soll eine Notbetreuung eingerichtet werden. Abhängig vom Infektionsgeschehen werde ab Februar nach und nach eine Rückkehr zum Präsenzunterricht angestrebt. Söder verkündete außerdem, dass die Faschingsferien abgesagt werden. Die vom 15. bis 19. Februar geplante Ferienwoche werde ausfallen, in der Zeit soll Unterricht nachgeholt werden.
Unabhängig von der Inzidenz darf sich seit 11. Januar ein Haushalt nur noch mit einer zusätzlichen Person treffen. Ausnahmen sind Kinder unter drei Jahren.

Bewegungsradius ab Inzidenz 200

Für Landkreise, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 200 liegt, gilt zudem ab sofort eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Bewohner dürfen sich aus privaten Gründen nur noch maximal 15 Kilometer um ihren Wohnort herum aufhalten. Einkäufe sind ausgenommen. Am 11. Januar hat der Landkreis eine Inzidenz von 123,64 pro 100.000 Einwohner.

„Click & Collect“ der Einzelhändler

Seit 11. Januar ist auch in Bayern „Click & Collect“ erlaubt - also das Bestellen der Ware im Internet und Abholen der Ware vor Ort. In Augen von Germerings Wirtschaftsverband-Vorstand Katrin Schmidt längst überfällig. „Ein Lockdown mitten im Weihnachtsgeschäft war fahrlässig der Wirtschaft gegenüber“, so Schmidt, die selbst eine Buchhandlung führt. Für sie sei das vermeintlich neue „Click & Collect“-Modell seit über 14 Jahren Teil ihres Alltags – so auch bei vielen anderen Germeringer Einzelhändlern.

Warum dies zeitweise außer Kraft trat und nun wieder erlaubt sei, kann sie sich auch nur so erklären, dass die Bayerische Regierung versucht hat, die Bewegungsströme in den Innenstädten zu minimieren. Dass sich die Menschen stattdessen – und das gerade vor Weihnachten – beispielsweise vor der Post aufhielten, um Pakete abzuholen oder zurück zu senden, sei dahin gestellt.

Auch verstehe sie nicht, warum nie genau nachvollzogen wurde, wo sich die Corona-Infizierten eigentlich angesteckt haben. „Die Inkonsequenz der letzten Monate verstehe ich nicht“, so Schmidt. Auch jetzt habe sie keine schriftlichen Aussagen darüber, wie das Modell genau umgesetzt gehört und ob auch ihre Mitarbeiter FFP2-Masken tragen müssen.

„Click & Collect“ nicht für jeden Händler gleichwertig umsetzbar

Die Existenzängste der Händler nehme zu, wenn sie auch „Click & Collect“ begrüße, so sei es nicht für jeden Händler gleichwertig umsetzbar. Manch einer besitzt beispielsweise keinen Internetauftritt. „Auch hat es ein Bekleidungsgeschäft schwerer als eine Buchhandlung, wollen die Kunden die Kleidung doch oftmals erst anprobieren.“

Um es den Germeringern zu vereinfachen, herauszufinden welches Geschäft genau beim „Click and Collect“-Modell mitmacht, will der Wirtschaftsverband diese gezielt noch einmal darauf hinweisen, dass sich die Händler auf der Homepage kostenlos eintragen können. „Es handelt sich um eine Plattform für alle Germeringer, die schnell sichtbar macht, wer was in Germering anbietet“, erklärt Schmidt. Sie freue sich sehr über die Loyalität und den starken Zusammenhalt unter den Germeringern. „Der Handel kann nicht ewig im Lockdown gelassen werden“, sagt sie, vor allem, wenn die finanzielle Stütze durch den Staat fehle.

Bedingungen für »Click & Collect«

Voraussetzungen für das Abholmodell sind ein Hygienekonzept des Händlers, feste Zeitfenster für alle Kunden und das Tragen von FFP2-Masken von Mitarbeitern und auch Kunden, sowohl im Geschäft als auch auf den Flächen davor. „Es ist mit Sicherheit für viele eine Rettung, dass sie nicht in die Insolvenz gehen müssen“, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nach dem Beschluss.

FFP2-Masken müssen in Bayern ab 18. Januar auch im Öffentlichen Nahverkehr, also in Bus und Bahn, und im Einzelhandel verpflichtend getragen werden. Das hat das bayerische Kabinett beschlossen. „Wir wollen auch den Alltag sicherer gestalten“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Deswegen werde die FFP2-Maske zur Pflicht. Die normalen „Community-Masken“ dienten dem Schutz der anderen, FFP2-Maske schützten auch einen selber. „Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet“, versicherte Söder.

Er kündigte auch an, dass die wöchentliche Testpflicht für Pendler aus den Nachbarländern in Bayern wieder eingeführt werde. Helfen solle dabei eine neue Einreise-Quarantäneverordnung.

Verlängerung der Allgemeinverfügung: Maske und Besuche

Die bis heute, 11. Januar, gültigen Allgemeinverfügungen des Landratsamtes Fürstenfeldbruck zur Maskenpflicht an stark frequentierten öffentlichen Plätzen und zu Besuchsregeln für Krankenhäuser, Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie Asylunterkünfte werden bis einschließlich 1. Februar verlängert.

red

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